Wie oft wurden sie schon fehlgedeutet, diese Seligpreisungen (Matthäus 5,1-12a). Da hört man "selig" und "Himmel" und die Aussage scheint klar: Alle, die unter die Räder kommen, können sich freuen, denn sie werden im Jenseits getröstet.
Diese Jenseitsvertröstung hatte fatale Folgen. Sie war Jahrhunderte lang mitverantwortlich dafür, dass sich an den sozialen Verhältnissen nichts änderte. Den Ausgleich gibt es ja im Himmel.

Dabei lag diesem Jesus von Nazareth nichts ferner als Jenseitsvertröstung. Seine Botschaft der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit war eine sehr diesseitige. Das Reich Gottes, das er verkündete ist nicht zuletzt mit ihm angebrochen. Und selig preist er alle, die sich für Gottes Gerechtigkeit auf Erden einsetzten.
Sicher, wir können dieses Reich Gottes nicht herstellen, aber dort, wo wir uns darum mühen, dort sorgt Gott selbst dafür, dass es immer mehr Raum gewinnt und für immer mehr Menschen anfanghafte Realität wird.