Lichtblick im Alltag

Ein Gedanke für Menschen von heute


Jesus hat nichts gegen Tauben und auch nichts gegen Händler. Wenn er beide aus dem Tempel hinaustreibt (Johannesevangelium 2,13-17), dann nicht, weil er etwas gegen Kaufen und Verkaufen hätte. Er hat nur etwas gegen einen bestimmten Handel: gegen den Versuch, mit Gott handeln zu wollen.
Seit Urzeiten hatten Menschen das Gefühl, sich die Gnade von Gottheiten gleichsam erkaufen zu müssen. Und bis heute begegnet dieses Denken in den Köpfen selbst derer, die sich für die Frömmsten halten. Da sind die fünf Mark, die dem heiligen Antonius fürs Wiederfinden versprochen werden, noch die kleinste Entgleisung.

Glauben wir denn wirklich, Gott würde uns für unsere Werke belohnen und wir könnten mit all unserem Tun auch nur den kleinsten Verdienst anhäufen? All unser Sprechen von Lohn ist von der Aura von Schuldigkeit umgeben.
Gott ist uns aber nichts schuldig. Was er uns schon längst geschenkt hat, schenkt er bedingungslos, aus Liebe.