Die Bibel

Entstehung, Gedankenwelt, Theologie ...


Weiter-ButtonZurück-Button Jeremia ⋅1⋅

Reichlich ein Jahrhundert nach Jesaja, also um 645 v. Chr. wurde in einer Priesterfamilie, die nahe bei Jerusalem ansässig war, Jeremia geboren. Über ihn und sein Leben sind wir am Besten von allen Schriftpropheten unterrichtet.

1. Zur Person Jeremias

Nach den Angaben des Jeremia-Buches selbst ⋅2⋅ wurde Jeremia im 13. Regierungsjahr des Königs Joschija, also 627 bzw. 626 v. Chr. berufen.

a. Heimat in Anatot

Vermutlich war Jeremia selbst kein Priester, auch wenn er aus priesterlichem Geschlecht stammte (Jer 1,1). Sein Vater hieß Hilkija (Jer 1,1), seine Heimat war Anatot (vgl. 1 Kön 2,26), ein Ort nicht weit von Jerusalem in nordöstlicher Richtung gelegen. Jeremia stammte also im Unterschied zu Jesaja, aber ähnlich wie Amos oder Micha vom Land.

Vielleicht wird von daher schon seine eher kritische Haltung gegenüber der Hauptstadt und dem Tempel verständlich (Jer 5,1; 7; 26). Möglicherweise ist das auch der Grund dafür, warum die David- und Zionstradition in Jeremias Heilshoffnung nur eine geringere Rolle spielt (Jer 23,5-6).

b. Das ganze Leben als Verkündigung

Auch bei Jeremia war das ganze Leben von seiner Verkündigung geprägt (Jer 15,17; 20,10). Schon seine Lebensform war durch einen göttlichen Auftrag bestimmt.

Ähnliches haben wir ja bereits bei Hosea gesehen. Er hatte einen Befehl zur Heirat verspürt und seinen Kindern darüber hinaus Namen gegeben, die seine Gerichtsbotschaft unterstreichen sollten (Hos 1; vgl. Ez 24,16ff).

Jeremia hingegen sollte zum Zeichen für das kommende Unheil ehe- und kinderlos bleiben (Jer 16,1ff).

Auch erlebte er eine Reihe von Nachstellungen, angefangen von der eigenen Familie (Jer 11,8ff) bis hin zu Verfolgungen durch den König, Misshandlung, Gefangennahme und letztlich die Verschleppung nach Ägypten.

Sein Freund, Helfer und Leidensgefährte in dieser Zeit war Baruch (Jer 32; 36; 43,3; 45.)

Das Ende des Wirkens Jeremias dürfte auf das Jahr 585 v. Chr. anzusetzen sein.

2. Zum geschichtlichen Hintergrund

Die Weltreiche zur Zeit Jeremias

Die Weltreiche zur Zeit Jeremias.

Foto-Button© Westminster John Knox Press

In den vier Jahrzehnten zwischen etwa 625 und 585 v. Chr. erlebte Jeremia eine ganze Rei­he ein­schneidender Er­eig­nisse:

  • die Kultzentralisation Joschijas,
  • den Niedergang der assyrischen
  • und den Aufstieg der babylonischen Macht,
  • den Versuch der Ägypter, diesen Pro­zess aufzuhalten,
  • sowie die Eroberung und letztlich die Zerstörung Je­ru­sa­lems im Jahre 587 v. Chr.

Dabei trat Jeremia, ähnlich wie Jesaja, während dieser 40 Jahre nicht kontinuierlich als Prophet auf. Man kann seine Wirksamkeit in drei bzw. vier Perioden einteilen:

a. Die Frühzeitverkündigung (626-622 v. Chr.)

Die erste Phase stellt die Zeit von Jeremias Berufung bis zu Joschias Reformen dar, also etwa die Jahre von 626 bis 622 v. Chr. Diese Zeit hat sich grob gesprochen in den Kapiteln 1 bis 6 niedergeschlagen.

Das Urteil, das über diese Frühzeit gesprochen wird, ist düster.

""Verworfenes Silber" soll man sie nennen. Denn Jahwe hat sie verworfen" (Jer 6,30.)

Die kultischen Missstände, die Jeremia in Jer 2 bekämpft, werden durch die Reform Joschijas dann aber beseitig.

Dies dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, warum sich Jeremia nun zurückzieht und ähnlich wie Jesaja für mehr als ein Jahrzehnt schweigt. Möglicherweise sieht Jeremia nach den Reformen des Königs eben keinen Anlass mehr, als Prophet öffentlich aufzutreten.  ⋅3⋅

Jeremia wendet sich in seiner Frühzeit ⋅4⋅ übrigens auch an die Bewohner des ehemaligen, ein Jahrhundert zuvor zerstörten Nordreiches.

Hier liegt eine Parallele zu Jesaja vor. Auch Jesaja hat in den ersten Epochen seines Auftretens an die Adresse des Nordreiches gesprochen. Während Jesaja damals aber Drohworte gegen das Nordreich sprach, verheißt Jeremia den Bewohnern des ehemaligen Nordreiches nun Umkehr bzw. Heimkehr und Wiederaufbau (Jer 3,12ff; 31,2ff. 15ff).

b. Von der Regierungszeit Jojakims bis zur ersten Eroberung Jerusalems (608-597 v. Chr.)

In die Zeit der Regierung König Jojakims bis zur ersten Eroberung Jerusalems, also in die Jahre 608 bis 597 v. Chr. fällt ein Großteil der Kapitel 7 bis 20 sowie die Kapitel 26 und 35-36.

Nach Joschijas Tod folgte die nur dreimonatige Zwischenherrschaft von Joahas / Schallum (Jer 22,10ff; 2 Kön 23,31ff), die kaum Spuren hinterlassen hat. Gleich bei Regierungsantritt des Königs Jojakim meldet sich Jeremia aber wieder zu Wort.

In diese Zeit gehört seine berühmte Tempelrede. Durch die Reformen Joschijas scheint die Jerusalemer Bevölkerung ein ganz neues Selbstbewusstsein erlangt zu haben. Der Tempel in Jerusalem ist das einzige legitime Heiligtum im Land. Dem aus dieser neuen Rolle erwachsenen Selbstbewusstsein, ja dem daraus erwachsenden Dünkel tritt Jeremia ganz energisch entgegen.

Auch sonst hat er sich mit der Priesterschaft (Jer 20; 36,5⋅5⋅ und dem König selbst (Jer 22,1-2. 13ff auseinanderzusetzen.

Eine von Jeremia verfasste Buchrolle, die anscheinend schwerwiegende Drohungen und Anschuldigungen enthielt, lässt der König nach ihrer Verlesung verbrennen (Jer 36). Dieses wichtige Ereignisse ist etwa auf das Jahr 604 v. Chr. zu datieren.

In die kurze Regierungszeit von Jojakims Nachfolger Jojachin, genannt Konja, (Jer 22,24ff⋅6⋅ fällt die erste Eroberung Jerusalems. Damit endet die zweite Phase des Auftretens Jeremias.

c. Zwischen der ersten und der zweiten Eroberung Jerusalems (597-587 v. Chr.)

In die dritte Phase, die Zeit zwischen der ersten und der zweiten Eroberung Jerusalems, also zwischen 597 und 587 v. Chr., gehören die Kapitel 21-24*, 27-29, 32, 34 und 37-39.

Diese dritte Wirkungsperiode Jeremias ist die Zeit der harten Auseinandersetzung mit "falschen" Propheten (Jer 27-29). Zunehmend gerät Jeremia unter Druck, wird verfolgt und schließlich gefangengenommen (Jer 37-39).
Das Verhältnis zum König Zidkija wird aber mit wachsender Zeit wieder freundlicher. Der König möchte Jeremias Rat. Der Prophet rät ihm daraufhin, sich den Babyloniern zu unterwerfen. Ein Ratschlag den der König allerdings nicht befolgt (Jer 21; 27; 37-38).

d. Vom Fall Jerusalems bis zum Zwangsaufenthalt in Ägypten (nach 587 v. Chr.)

Die letzte knappe Epoche ist die Zeit vom Fall Jerusalems bis zum Zwangsaufenthalt in Ägypten, also die Zeit nach 587 v. Chr.

Nachdem Jerusalem gefallen war, wurde der babylonische Statthalter Gedalja gegen die Warnung Jeremias ermordet - ich bin darauf im Zusammenhang mit dem geschichtlichen Überblick schon ausführlich zu sprechen gekommen. Aus Angst vor Sanktionen der Babylonier entschließt man sich nun nach Ägypten zu fliehen und zwingt Jeremia mitzugehen. Auf dem Hintergrund dieser Ereignisse verkündet Jeremia, dass man selbst im Land des Nils vor Nebukadnezzar nicht geschützt sein wird (Jer 43,8ff). Erneut wirft er Israel seinen Götzendienst vor (Jer 44).

Von einer eigenen Epoche kann man hier natürlich kaum sprechen. Der Gehalt der Botschaft Jeremias hat hier kein eigenes Gesicht. Nur die gänzlich veränderte politische und persönliche Situation gebieten es, diese Zeit eigens zu betrachten.

Die Kapitel 40 bis 44 sind in dieser Zeit anzusiedeln.

3. Überblick ⋅7⋅

Schauen wir daraufhin den Aufbau und Inhalt des Jeremiabuches im einzelnen an:

I.
Jer 1,1-25,13(14)
Vorwiegend Drohworte gegen Jerusalem und Juda
Jer 1
Berufungsbericht (Jer 1,4-10) mit symbolischer Mundberührung (Jer 1,9)
Aussonderung "im Mutterleib" (Jer 1,5) zum "Völkerpropheten" (Jer 1,10)
Vision vom Mandelzweig (bzw. Wacholder) (Jer 1,11-12) und siedenden Kessel (Jer 1,13-14(.15-16))
Aussendung (Jer 1,17-19; vgl. Jer 15,19ff): "Ich mache dich zur ehernen Mauer."
Jer 2
Anklage wegen Naturkult. Israel untreue Braut
Jer 2,2-3
Ich gedenke der Liebe deiner Jugend - in der Wüstenzeit
Jer 2,10-11
Aufruf zum Vergleich der Religionen
Jer 2,13. 32
Widernatürlicher Abfall (vgl. Jer 8,7 u. a.)
Jer 3,1-4,4
Thema: Rückkehr zu Jahwe
Jer 3,1-5
Rückkehr zum ersten Mann unmöglich (vgl. Dtn 24)
Jer 3,6-11
Die beiden treulosen Schwestern Israel und Juda (vgl. Ez 23)
Jer 3,12-13
Aufruf an das Nordreich (vgl. Jer 31,2ff)
Jer 4,1-2. 3-4
Bedingte Rückkehr: Beschneidet die Herzen (vgl. Jer 9,24-25)
Jer 4,5-6,30
Der Feind aus dem Norden. Sogenannte Skythenlieder
Ich höre Kriegslärm (Jer 4,19), sehe Chaos (Jer 4,23)
Jer 5,1
Durchstreift Jerusalems Gassen, ob einer Recht übt!
Jer 6,27-30
Prüfung Israels: "verworfenes Silber" (vgl. Jer 13,10-11)
Jer 7; Jer 26
Tempelrede. Jerusalem wie Schilo
Jer 7,9
Dekalog (vgl. Hos 4,2)
Jer 7,16ff
Gegen Kult der Himmelskönigin (vgl. Jer 44,17ff)
Jer 7,21ff
Gegen Opfer (vgl. Jer 6,20)
Jer 8-9
Einzelworte
Jer 8,8-9
Lügentora
Jer 9,22-23
Kein Selbstruhm (vgl. 1 Kor 1,31)
Jer 10,1-16
Zusatz: Götzenpolemik (vgl. Jes 40,19-20; 44,9ff u. a.)
Jer 11
Die Bundesworte
In Jer 11-20
Jeremias Konfessionen (Jer 11; 15; 17-18; 20)
Jer 11,18-12,6
Verfolgung in Anatot durch Verwandte
Jer 17,14ff; 18,18ff
Klage über Feinde (vgl. Jer 11,20-12,3; Jer 20,11-12)
Jer 15,10ff
"Wehe mir, Mutter, dass du mich geboren!" (vgl. Jer 20,14ff)
Jer 20,7ff
"Du hast mich betört, und ich ließ mich betören."
Jer 13
Gleichnishandlung oder Vision (?) vom Schurz am Euphrat
Jer 13,23
Unfähigkeit, Gutes zu tun (vgl. Jer 2,21-22 u. a.)
Jer 14(-15,4)
Liturgie mit Volksklage (Jer 14,7-9. 19-22) und Gottes Antwort
Jer 14,22
Verbot der Fürbitte (vgl. Jer 7,16; 11,14; 15,1)
Jer 16
Ehelosigkeit als Zeichen
Jer 17,5ff
Weisheitsworte (vgl. Ps 1)
Jer 17,19ff
Einsatz für Sabbatheiligung
Jer 18
Jeremia beim Töpfer
Jer 18,7ff
Heil und Unheil der Völker. Gottes Reue
Jer 19-20
Symbolische Handlung, Zerbrechen der Flasche und erste Schläge (Jer 20,1-6)
Jer 21,11-23,8
Worte "über das Königshaus". Schallum/Joahas - Jojakim - Jojachin
Jer 22,15
Joschija übte Recht
Jer 23,1-4
"Wehe den Hirten!" (vgl. Ez 34)
Jer 23,5-6
Messianische Weissagung (vgl. Jer 33,14ff)
Jer 23,7-8
Neues Credo
Jer 23,9-40
Worte "über die Propheten"
Jer 23,29
"Ist nicht mein Wort wie Feuer?"
Jer 24
Vision von zwei Feigenkörben
II.
Jer 25(,15-38)
Vision vom Taumbelbecher (als Einleitung für:)
Jer 46-51
Drohworte gegen die Völker
Die Völkerworte in Jer 46-51, nur z. T. "echt" (bes. Jer 46,3-12), sind in der griechischen Textüberlieferung (LXX) umgestellt und vor 25,15ff eingefügt. So ergibt es im Gesamtaufbau des Buches die klarere - darum auch ältere? - Ordnung
III.
Jer (29)30-33
Heilsworte für Israel
Jer 30-31
Sogenanntes Trostbüchlein (vgl. Jer 30,2) für Efraïm (Nordreich)
"Ich wende das Geschick meines Volkes" (Jer 30,4)
Der Grundstock (bes. Jer 31,2ff. Jer 31,15ff) wendet sich an die Bewohner des ehemaligen Nordreiches. Ist der Text hier und da nachträglich durch den Zusatz "und Juda" (Jer 30,3-4; 31,27. 31) projudäisch überarbeitet worden?
Jer 31,15
Rahel (Stammmutter Nordisraels) weint um ihre Kinder
Jer 31,31ff
Neuer Bund
Jer 32
Ackerkauf in Anatot während Jerusalems Belagerung
Jer 32,15
"Man wird wieder Häuser, Äcker, Weinberge kaufen."
Jer 33
Verschiedene Verheißungen
Jer 34
Beginn der Belagerung Jerusalems. Schicksal Zidkijas
Freilassung und Wiedereinfangen der hebräischen Sklaven
Jer 35
Vorbild der Rechabiter
IV.
Jer (19-20)26-29; 36-45
Sogenannte Baruchbiographie
Jer 26
Jeremias Schicksal nach der Tempelrede
Zitat von Mi 3,12. Tod des Propheten Urija
Jer 27-29
Gegen falsche Propheten
Jer 27
Symbolische Handlung: Tragen des Jochs zum Zeichen der Unterwerfung unter Nebukadnezzar
Jer 28
Jeremia und Hananja
Jer 28,8ff
Der wahre Prophet als Unheilskünder (vgl. Dtn 18,21-22)
Jer 29
Brief an die (597 v. Chr.) nach Babel Deportierten
"Baut Häuser, betet für das Wohl der Stadt/des Landes!"
Jer 36
Die Buchrolle: Entstehung, Verlesung, Schicksal
Jer 37-39
Belagerung und Zerstörung Jerusalems
Anfragen Zidkijas, Jeremias Warnungen und Ergehen
Jer 40-43
Ermordnung des Stadthalters Gedalja (Jer 40-41) und Aufbruch nach Ägypten gegen Jeremias Rat (Jer 42-43)
Jer 44
Gegen den Kult der Himmelskönigin (vgl. Jer 7,16ff)
Jer 45
Weissagungen für Baruch
"Dir gebe ich dein Leben zur Beute."
V.
Jer 52
Nach der Schlussbemerkung (Jer 51,64) am Ende der Fremvölkerworte Anhang aus 2 Kön 24-25
Eroberung Jerusalems, Deportation, Begnadigung Jojachins (vgl. Jes 36-39 aus 2 Kön 18-20)

4. Zur Redaktionsgeschichte ⋅8⋅

Das Jeremia-Buch bietet zum ersten Mal einen Bericht darüber, dass Worte eines Propheten tatsächlich aufgeschrieben wurden. Bei Jesaja haben wir hier ja lediglich einen Hinweis gefunden, der uns so etwas bereits vermuten ließ. Im Verlauf des Jeremia-Buches wird ausführlich vom Aufschreiben der Propheten-Worte berichtet.

a. Sprüche des Propheten und Eigenberichte

(1) Niederschrift von Prophetenworten

Baruch, der Freund Jeremias, schreibt nämlich auf Jeremias Diktat hin die Worte des Propheten auf eine Rolle und trägt sie dem Volk im Tempel und später dann auch den königlichen Beamten im Palast vor.

Als die Rolle noch ein drittes Mal vor dem König verlesen wird, lässt dieser die Buchrolle zerschneiden und verbrennen.

Jeremia diktiert den Inhalt daraufhin von Neuem. Zusätzlich werden Ergänzungen angefügt.

So wird es in Jer 36 geschildert.

(2) Die Frage nach der Ur-Rolle

Ob dieser Bericht tatsächlich historisch ist, wurde in der Vergangenheit zwar oftmals angezweifelt. Trotzdem geht die Mehrheit der Exegeten wohl davon aus, dass diese Rolle den ursprünglichen Kern des Jeremia-Buches darstellt.

Von daher ist die Frage hochinteressant, was in dieser Ur-Rolle einmal gestanden haben mag. Dies ist eine der meist diskutierten Fragen der Jeremia-Forschung. ⋅9⋅ Eine abschließende Antwort ist kaum in Sicht.

(3) Auf Jeremia zurückgehende Sprüche und Berichte

Auf jeden Fall wird man festhalten können, dass sich im Jeremiabuch, wie auch in den anderen Prophetenbüchern, eine große Zahl von Prophetenworten findet, die durchaus auf Jeremia selbst zurückgehen dürften. Es wird sich dabei meist um die Vielzahl von durchweg rhythmisch gehaltenen Einzelworten handeln, die in verschiedenen Sammlungen vereinigt sind.

Darüber hinaus sind aber mehrfach Selbstberichte eingestreut, die durchaus auch auf Jeremia zurückgehen können.

(4) Die Konfessionen

Eine ganz besondere Rolle spielen hier die sogenannten "Konfessionen Jeremias". Dies sind Berichte, von denen man annimmt, dass sie durchweg vom Propheten selbst stammen.

Im Stil der Klagepsalmen verarbeitet Jeremia in diesen Konfessionen innere Krisen, die er durchgemacht hat. Wir haben es hier mit ungeheuer bewegenden Zeugnissen aus dem Leben des Propheten zu tun.

Diese berühmten Konfessionen finden sich in:

b. Die Baruchbiographie

Immer wieder liegen dann auch Berichte in der dritten Person vor, die über das Leben Jeremias und sein Schicksal Auskunft geben. Da sie Einzelheiten überliefern, die aus der näheren Umgebung Jeremias stammen müssen, führt man diese Fremdberichte gerne auf Baruch, den Vertrauten Jeremias, zurück.

Durch diese Fremdberichte, die sogenannte Baruch-Biographie, sind wir über das Schicksal Jeremias weit besser unterrichtet als über das Leben anderer Propheten. ⋅10⋅

c. Zwei Überlieferungsformen des Jeremiabuches

Ein eigenes Problem ist die Form, in der das Jeremia-Buch überliefert ist.

Die griechische Übersetzung der Septuaginta bietet nämlich eine Textfassung, die um ein Achtel kürzer ist als der masoretische, also der hebräische Text.

Interessanterweise hat man durch die Qumran-Funde belegen können, dass es sowohl für die masoretische Fassung als auch die griechische Fassung hebräische Vorlagen gab. Es kursierten also bereits in der hebräischen Überlieferung eine kürzere und einer längere Ausgabe des Jeremia-Buches.

Die Schwierigkeiten vergrößern sich noch einmal dadurch, dass die griechische Ausgabe zum Teil eine ganz andere Reihenfolge bietet, als der hebräische Text.

So bringt sie die Worte gegen die Völker zum Beispiel nach Jer 25,13 und bietet sie auch in einer anderen Reihenfolge als der hebräische Text. Er verlegt diese Worte an das Ende des Buches und führt sie als Jer 46-51⋅11⋅

d. Deuteronomistische Redaktion

Auch sonst wirft das heutige Jeremia-Buch schwierige redaktionsgeschichtliche Probleme auf. Es bietet sich keineswegs als Werk aus einem Guss dar.

Außer den poetischen Abschnitten und biographischen Berichten enthält es Prosareden in einem Stil, der dem Deuteronomium nahe steht.

Ein Teil der Exegeten geht hier davon aus, dass diese Prosareden schlicht und ergreifend der judäischen Prosa des 7. und beginnenden 6. Jahrhunderts v. Chr. entsprechen würden. Von diesem allgemein verbreiteten Stil sei dementsprechend sowohl das Buch Deuteronomium also auch Jeremia beeinflusst.

Auch dass die Theologie des Jeremiabuches in diesen Passagen sehr stark an das Deuteronomium erinnert, wird von diesen Exegeten dadurch erklärt. Jeremia sei eben wie auch das Deuteronomium zur gleichen religiösen Bewegung zu rechnen. ⋅12⋅

Andere meinen, hier eine spätere, umfassende deuteronomistische Bearbeitung des Jeremiabuches festmachen zu können. In deuteronomistischen Kreisen seien die einzelnen Sammlungen der Prophetenworte ergänzt, überarbeitet, neu zusammengestellt und herausgegeben worden. ⋅13⋅

Auch hier ist eine endgültige Lösung des Problems kaum in Sicht.

Das mag aber nun als Überblick über die redaktionsgeschichtlichen Probleme genügen.

5. Zur Theologie des Jeremia

Werfen wir nun einen Blick auf die theologischen Intentionen Jeremias.

Auch bei Jeremia fehlen soziale Anklagen nicht. ⋅14⋅

a. Gott und Mensch

(1) Jahwe, der einzige Gott

Zumindest in der Frühphase herrscht aber die Klage über die Übertretung des ersten und zweiten Gebotes vor. ⋅15⋅

Gerade in diesem Punkt scheint Jeremia stark von Hosea beeinflusst zu sein:

  • So beschreibt auch er das Verhältnis von Gott und Volk als Ehe.
  • Die Wüstenzeit erscheint bei ihm als eine Zeit der Harmonie. Nachdem man sich im Kulturland niedergelassen hatte, fiel das Volk aber von Jahwe ab.
  • Und der Vorwurf der Fremdgötter- und Bilderverehrung - speziell des Baalkultes mit seinen Riten - wird mit Begriffen wie "treulos sein", "huren", Gott "verlassen" bzw. Gott "vergessen" umschrieben.

Alles Themen und Begriffe, die auch bei Hosea anzutreffen sind.

(2) Das Verhältnis zu Gott

Das Thema "Jahwe ist der einzige Gott" ist für Jeremia von einer existentiellen Wichtigkeit. Es ist ganz besonders geprägt von seinem persönlichen Verhältnis zu diesem Gott.

Jahwe, das ist der Gott, mit dem Jeremia in seinem Inneren quasi auf Du und Du verkehrt. In seinen inneren Dialogen mit Gott drückt sich diese ungeheure Nähe und Unmittelbarkeit ganz besonders aus. All seine Qual und Zerrissenheit bringt er vor ihn.

"Warum dauert mein Leiden ewig?" (Jer 15,18.)

schreit er ihm gleichsam ins Gesicht. Und das Ganze steigert sich dann bis zu jenem erschütternden Wort, das schon an Ijob denken lässt:

"Verflucht der Tag, an dem ich geboren wurde." (Jer 20,14-15.)

(3) Aspekte seines Gottesbildes

Ein so persönlich verstandenes Verhältnis zu Gott führte Jeremia dann zu einer Vertiefung des überlieferten Gottesbildes:

  • Gott erforscht und prüft Herz und Nieren (Jer 11,20),
  • er vergilt einem jeden nach seinem Tun (Jer 31,29-30).

Aber dieser Gott ist auch der Gott, der sein Volk unbedingt und immer noch liebt (Jer 2,2). Bei Jeremia heißt es sogar ganz ausdrücklich, dass Gott nicht nur Israel als Volk, sondern auch den einzelnen liebt.

In dieser Betonung des Menschen als Einzelperson steht Jeremia dem Deuteronomium sehr nahe, sofern man solche Stellen nicht sowieso alle einer deuteronomistischen Redaktion zurechnen möchte.

b. Der Mensch und das unausweichlich gewordene Gericht

(1) Die Schuld des Menschen

Diesem Gott gegenüber ist der Mensch schuldig geworden. Er hat ihn wider besseren Wissens verlassen.

In der radikalen Einsicht dieser menschlichen Schuld steht Jeremia nun wieder Hosea sehr nahe (vgl. Hos 5,4 u. a.):

"Denn wenn du dich auch mit Natron wäschst und viele Lauge dazu verwendest: deine Schuld bleibt als schmutziger Flecken vor meinen Augen stehen, spricht der Herr Jahwe." (Jer 2,22).

Das Böse ist dem Menschen nun gleichsam "zur zweiten Natur" (W. Rudolph) geworden, die er weder abstreifen kann (Jer 13,23; vgl. Jer 4,22 u. a.) noch will (Jer 6,16; Jer 8,5 u. a.).

Das geht sogar soweit, dass man nach Jeremia in ganz Jerusalem nach dem "einen, der Recht übt" vergeblich suchen würde (Jer 5,1).

(2) Gegen das falsche Sicherheitsgefühl Jerusalems

Daher ist es ein furchtbarer Irrtum, wenn sich das Volk in Jerusalem so in Sicherheit wiegt.

Gerade nach Joschijas Reform und der neuen Bedeutung, die der Tempel nun gewonnen hatte, sagte man sich: Jerusalem kann ja gar nichts passieren. Hier ist ja der Tempel, der Wohnsitz Gottes (Jer 7; 26). Gegen solch ein trügerisches Sicherheitsgefühl tritt Jeremia ganz energisch auf.

(3) Die Auseinandersetzung mit den falschen Propheten

Auch die Auseinandersetzung mit den falschen Propheten, oder besser den "Heilspropheten", wie sie ursprünglich heißen, ⋅16⋅ liegt auf dieser Ebene.

Diese Heilspropheten wiegen das Volk in falscher Sicherheit. Aber die Zeit

ist vorbei. Die Botschaft der Heilspropheten entspringt einem Wunschdenken bzw. einer Lüge, ⋅17⋅ eigenen Träumen, aber nicht dem Wort Gottes (Jer 23,25ff).

Das Gericht ist unausweichlich geworden.

Die Kritik, die Jeremia dabei an die letzten judäischen Könige (Jer 21,11ff; 36,30-31) bis zu Zidkija (Jer 34; 37-38) übt, ist im Grunde nur ein Aspekt seiner Gerichtsbotschaft für das Gesamtvolk. ⋅18⋅

(4) Aufbäumen gegen das Schicksal macht es nur noch schlimmer

Gerade in den letzten beiden Jahrzehnten vor dem Untergang ruft Jeremia mit Worten, aber auch mit symbolischen Handlungen, wie etwa der des Jochtragens (Jer 27-28), zur Unterwerfung unter die babylonische Macht auf.

Jahwe selbst hat ihr die Weltherrschaft anvertraut; und das selbst über Ägypten (Jer 43,8ff). Es wäre sinnlos, sich dagegen aufzulehnen.

c. Heilsweissagungen ⋅19⋅

Heil gibt es nach Jeremia nämlich nur in und nach dem Durchgang durch das Gericht.

(1) Die Heilszusage für das Nordreich

Dies wird im Blick auf das Nordreich deutlich. In seiner Frühzeit wendet sich Jeremia - wie bereits erwähnt - an die Bewohner des rund ein Jahrhundert zuvor zerstörten Nordreiches. Zu ihnen sagt er:

"Kehre zurück, Abtrünnige, Israel, spricht Jahwe, ich will dir nicht mehr böse sein, denn ich bin gnädig, spricht Jahwe, ich zürne nicht auf ewig." (Jer 3,12b⋅20⋅

Jetzt, nachdem das Gericht am Nordreich vollzogen ist, besteht von neuem die Hoffnung auf Jahwes Erbarmen. Dabei ergeht das neue Heil ohne Bedingung. Es ist im Wesen Gottes selbst, ja sogar in einer Wandlung Gottes, begründet (vgl. Hos 11,8-9; Jer 3,22; 31,3. 18-20).

Im Rahmen dieser Verheißung bekommt der Bußruf einen ganz neuen Sinn: Er stellt den Menschen nicht vor die Alternative, zwischen Gut und Böse zu wählen, sondern fordert ihn auf, sich auf Gottes Gnade und Liebe einzulassen.

(2) Die Heilshoffnung für die Exilierten

Für das Südreich gilt das ähnlich, aber noch steht das Gericht bevor. Jeremia kündet Juda und Jerusalem das Heil nur in und nach dem Durchgang durch das Gericht an.

Dabei ruht die Verheißung nicht auf den im Jahre 597 v. Chr. in Jerusalem Verbliebenen. Diese Vorstellung, die in der Umgebung Jeremias vorherrschte, wird sich als Trugschluss erweisen. Jahwe sieht nämlich nicht die im Land Verbliebenen, sondern die nach Babel Verschleppten freundlich an (Jer 24).

Sie werden allerdings zwei oder drei Generationen, rund siebzig Jahre, in der Ferne bleiben müssen.

Jeremia fordert sie auf, sich darauf einzurichten und für das Wohl der fremden Großmacht zu beten. Diese Aufforderung, nämlich für die fremden Herren zu beten, mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, aber sie ist auf dem Hintergrund zu sehen, dass das Wohl der Exilierten eben auch vom Wohl Babylons abhängt. Die jetzt in Babylon lebenden Israeliten werden dort nämlich für lange Zeit bleiben müssen. Die jetzige Generation wird ihre Heimat nicht mehr wiedersehen. ⋅21⋅

(3) Der Ackerkauf in Anatot

Ganz im Rahmen der verhaltenen Heilsbotschaft des Jeremia liegt eine weitere Zeichenhandlung. Während der Belagerung Jerusalems durch die Babylonier kauft er einen Acker in Anatot.

"Denn so spricht Jahwe Zebaot, der Gott Israels: Man wird noch einmal Häuser und Äcker kaufen in diesem Lande." (Jer 32,15.)

Nach der Zerstörung wird es also neues Leben geben. ⋅22⋅ So lässt sich seine Botschaft auch kurz auf einen Nenner bringen.

6. Zur Wirkungsgeschichte des Jeremiabuches

Jeremia ist eine tragische Persönlichkeit. Eigentlich von seinem Wesen her für ein Leben in Stille und wohl auch eher Zurückgezogenheit bestimmt, wurde er dazu berufen "auszureißen und niederzureißen, zu vernichten und einzureißen". Er sehnte sich nach Frieden und musste immer wieder kämpfen. Er wurde von seiner Sendung zerrissen und konnte sich ihr doch nicht entziehen (Jer 20,9).

Zeit seines Lebens ist Jeremia in seiner Sendung gescheitert.

Nach seinem Tod entfaltete seine Botschaft aber eine ungeheure Wirkung. Auch wenn es umstritten ist, ob das Wort vom "Neuen Bund" (Jer 31,31ff) ursprünglich auf ihn selbst zurückgeht, so hat gerade diese Stelle eine ungeheure Wirkungsgeschichte entfaltet.

Durch die Lehre von einem neuen Bund, der auf die Religion des Herzens gegründet ist, wurde Jeremia zum Vater des Judentums in seiner reinsten Ausprägung.

Hervorzuheben ist sein Einfluss auf Ezechiel, Deuterojesaja und mehrere Psalmen.

Die Makkabäer-Zeit zählte ihn zu den Beschützern des Volkes (2 Makk 2,1-8; 15,12-16).

Besonders das Wort vom neuen Bund wurde im Christentum dann aufgenommen. Dadurch, dass Jeremia den Vorrang der geistigen Werte betonte und aufzeigte, wie innig die Verbindung des Menschen zu Gott sein soll, wird er hier geradezu zu einem Wegbereiter des neuen, in Jesus Christus gründenden Bundes.

Weiter-ButtonZurück-Button Anmerkungen

1 Vgl.: Alfons Deissler, Anton Vögtle (Hrsg.), Neue Jerusalemer Bibel (Freiburg / Basel / Wien 1985) 1016-1018; Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 234-246. Zur Anmerkung Button

2 Vgl. Jer 1,2-3; 3,6; 25,3; 36,2. Zur Anmerkung Button

3 Oder hält er sich abwartend oder gar ablehnend zurück? Wegen dieser Problematik hat man Jeremias Berufung entgegen der Datenangaben im Buch auch erst in die Zeit nach dem Tod Joschijas verlegt. Zwar bestehen gute Beziehungen zu Anhängern der Reform (vgl. Jer 26,24; 36,10 mit 2 Kön 22,12), Jeremia selbst nimmt aber nirgends ausdrücklich zu ihr Stellung. König Joschija wird nicht wegen der Reform, sondern wegen seines Eintritts für soziale Gerechtigkeit gelobt (Jer 22,15-16). Schließt gar das kritische Wort über Jahwes Gesetz (Jer 8,8-9) das Deuteronomium bzw. dessen Gebrauch ein?
(Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 241.) Zur Anmerkung Button

4 Als Joschijas Expansionspolitik nach Norden übergreift?
(Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 241.) Zur Anmerkung Button

5 Vgl. schon Jer 6,13; 8,8-9. Zur Anmerkung Button

6 Zu seinem unglücklichen Schicksal vgl. 2 Kön 24,8ff. Zur Anmerkung Button

7 Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 237-240. Zur Anmerkung Button

8 Im Anschluss an den die jüngere Jeremiaforschung einleitenden Kommentar B. Duhms (1901) teilte Siegmund Mowinckel (1914) das Jeremiabuch auf drei bzw. vier Quellen auf. Diese Gliederung hat sich, wenn auch mit Modifikationen, weithin durchgesetzt:
A) Sprüche des Propheten und Eigenberichte: Wie in anderen Prophetenbüchern findet sich auch im Jeremiabuch eine Vielzahl von durchweg rhythmisch gehaltenen Einzelworten; sie sind in verschiedenen Sammlungen vereinigt, die durch ein gemeinsames Thema bestimmt sein können (z. B. Jer 2; Jer 4-6 oder die Worte über Könige und Propheten Jer 21-23; vgl. Dtn 17-18). Mehrfach sind (wie etwa schon Hos 3 oder Jes 6 (Selbstberichte eingestreut (Jer 1; 13; 18; 24; 25,15ff; vgl. Jer 3,6. 11; 14,11. 14 u. a.)
B)
Berichte über Jeremia in 3. Person, sogenannte Baruchbiographie: Die Kapitel 19-20,6; 36-44; 45 (51,59-64) werden durch Fremdberichte beherrscht, die durchweg von Jeremias Leiden erzählen. Sie setzen in der Zeit Jojakims ein und führen bis zur Flucht nach Ägypten. Da sie Einzelheiten überliefern, die aus der näheren Umgebung Jeremias stammen müssen, führt man diese Fremdberichte gerne auf Baruch, Jeremias Vertrauten, zurück (vgl. Jer 36; 43; besonders Jer 45 mit einer an ihn gerichteten Weissagung). Jedenfalls sind wir durch sie über das Schicksal Jeremias besser also über das Leben anderer Propheten unterrichtet. 
C)
Prosareden in deuteronomistischer Bearbeitung: Sie zeichnen sich durch Gemeinsamkeiten in Stil, Ausdrucksweise und Thema (etwa: Schuld des Volkes durch Ungehorsam gegenüber prophetischen Warnungen, Strafansage) aus und deuten damit die Exilssituation vom Jahwe- bzw. Prophetenwort her. Geht der schematische Aufbau auf den Predigtstil der exilisch-nachexilischen Zeit zurück? Eine eindeutige Abgrenzung ist bisher nicht gelungen; doch weist man C zumindest Jer 7-8,3; 11,1-14; 18,1-12; 21,1-10; 22,1-5; 25,1-11(. 14); 34,8-22; 35 zu. 
D)
Heilsweissagungen in Kap 30-31: Gewiss bilden beide Kapitel eine eigene Sammlung. Da ihr Grundbestand jeremianisch ist, kann man sie auch Gruppe A zuordnen (so W. Rudolph) und speziell mit Jer 3 verbinden.
(Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 235.) Zur Anmerkung Button

9 Die Rolle scheint nur Drohungen enthalten zu haben. Heilsweissagungen scheiden daher aus, desgleichen Berichte über Jeremia in der 3. Person und gewiss alle jüngeren, redaktionellen Worte. Wie sind diese aber auszusondern?
(Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 234.) Zur Anmerkung Button

10 Ihre chronologische Folge ist:
Jer 19,1-20,6,
Jer 26; 36,
Jer 45; 28-29,
Jer 51,59-64,
Jer 34,8-22,
Jer 37-44. Zur Anmerkung Button

11 Diese Fremdvölkerorakel bildeten zunächst vielleicht eine eigene Sammlung, und sie stammen nicht alle von Jeremia. Zumindest die Sprüche gegen Moab und Edom wurden stark überarbeitet, und der lange Spruch gegen Babel, Jer 50-51, stammt vom Ende der Exilszeit. Kapitel 52 versteht sich selbst als ein geschichtlicher Anhang, der in 2 Kön 24,18-25,30 eine Parallele hat. Zur Anmerkung Button

12 Vgl. hierzu: Alfons Deissler, Anton Vögtle (Hrsg.), Neue Jerusalemer Bibel (Freiburg / Basel / Wien 1985) 1017. Zur Anmerkung Button

13 Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 235. Zur Anmerkung Button

14 Vgl.: Jer 5,1-2. 26ff; Jer 6,6; Jer 22,12ff; vgl. das Dekalogzitat Jer 7,9 u. a. Zur Anmerkung Button

15 Vgl.: Jer 2; vgl. Jer 7,16ff; Jer 44; Zeph 1,4ff u. a. Zur Anmerkung Button

16 Im rückblickenden griechischen - noch nicht im hebräischen Text werden sie erst "falsche" Propheten genannt.
(Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 244.) Zur Anmerkung Button

17 Vgl. Jer 6,13-14; 23,16ff; 28,15-16 u. a. Zur Anmerkung Button

18 Vgl.: Jer 8,14ff; Jer 10,18ff; Jer 13,12ff; Jer 15,1ff; Jer 16,3ff; Jer 17,1ff. Zur Anmerkung Button

19 Auch im Zusammenhang mit dem Jeremiabuch sind die Heilsweissagungen in ihrer Echtheit umstritten. Aber es gibt einige feste Anhaltspunkte (Jer 29; 32) dafür, dass auch dieser Prophet - ähnlich wie Hosea oder Jesaja - eine Heilshoffnung kannte.
(Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 41989) 245.) Zur Anmerkung Button

20 Vgl. Jer 31,2ff. 15ff. Zur Anmerkung Button

21 Vgl.: Jer 29,5-7. 10-11; vgl. Jer 27,7.. Zur Anmerkung Button

22 Vgl.: Jer 31,5; 33,12-13; außerdem die Zusagen an einzelne Jer 39,17-18; 45,5; 35,19. Zur Anmerkung Button