Predigten von Marieluise Gallinat-Schneider
Erscheinung des Herrn 05.01.2002, St. Peter, Bruchsal
Wenn man in den letzten Tagen jemanden traf und sich ein gutes neues Jahr wünschte, kam der Satz: ...und vor allem Gesundheit, das ist das Wichtigste. Jesus hat die Wichtigkeit dieses Wunsches auch gekannt, er hat viele Menschen geheilt. Viele Heilungswunder sind uns überliefert.
Gestern Abend haben wir unsere Sternsinger ausgesendet. Vielleicht waren sie schon bei Ihnen. Das Motto der diesjährigen Aktion lautet: Zhiyu zhi schou (Dschöyü schö schou)- Heilende Hände, damit Kinder heute leben können! Im Mittelpunkt steht das Land China, das bei einer Einwohnerzahl von 1,26 Mrd das bevölkerungsreichste Land der Erde ist. Die meisten Menschen auf der Welt sprechen daher auch Chinesisch. 3,2 Mio Chinesen sind katholisch - eigentlich gar nicht so wenige, aber bei der Riesenbevölkerung fallen die kaum ins Gewicht. Jedes Jahr steht ein Land im Mittelpunkt, obwohl es viele Projekte gibt, die unterstützt werden - auch dieses Jahr, dazu zählt natürlich auch Afghanistan.
Gehen wir zurück nach China: Die chinesische Medizin ist sehr alt und erzielt viele Erfolge. Auch bei uns sind Methoden wie Akupunktur, Thai Chi, Chi Quong mittlerweile bekannt. Die Chinesen haben damit immer ganzheitlich geheilt, es ging um den ganzen Menschen: Chinesen haben heilende Hände. In China gibt es zwar die tolle Medizin, aber die Familien dürfen nur ein Kind haben, so werden behinderte Kinder, so werden Mädchen, so werden unerlaubte Kinder einfach abgeschoben. Es gibt Kinderarbeit und Straßenkinder. An diese Kinder wollen wir heute denken.
In einem chinesischen Märchen ging ein junger Mann, einen Weisen zu suchen. Auf seiner Wanderung lernte er ein junges Mädchen kennen: das war taubstumm und blind. Die Mutter bat, den Weisen um ihre Gesundung zu bitten. Der Weise sagte, wenn ein Mensch sie liebt, wird sie gesund.
Jesus hat genauso mit Liebe geheilt. Er heilte mit seinen Händen und mit seinem Herzen. Auch wir können heilende Hände haben, wenn wir die Not der anderen sehen und unsere Hände zum Trösten, Streicheln, Tränen wegwischen, verbinden und umarmen einsetzen.
Unsere Sternsinger folgen dem Stern der Krippe. So wie die Weisen ihm gefolgt sind, um Jesus, das wahre Licht, zu finden, folgen sie diesem Licht aus der Krippe und bringen es in die Häuser der Menschen. Dieses Jahr ist es sehr kalt, es kostet Überwindung, raus zu gehen, auch auf zue Türen zu stoßen. Aber unsere Kinder und Jugendlichen wissen, dass sie mit ihrer Sammlung Heil bringen können. Es gibt Kinder, die durch dieses Geld Heilung finden können. So haben auch unsere Sternsinger heilende Hände.
Aber auch wir wünschen uns oft heilende Hände, wir wünschen uns Gesundheit. Der Hauptmann von Kafarnaum sagt:
Herr ich bin nicht würdig,
dass du eingehst unter mein Dach,
aber sprich nur ein Wort,
so wird meine Seele gesund.
Vertrauen wir auf dieses Heil, auf die Heilkräfte Gottes und auf heilende Hände. Dann können wir uns für das Neue Jahr "vor allem Gesundheit" wünschen. Amen
(Marieluise Gallinat-Schneider)