Zur nächsten SeiteZur vorigen SeiteSchönborn-EpitaphZusammenfassende Würdigung

Der Barock wollte mit ausweitendem Raum, mit hellen Wänden und Gewölben, leuchtendem Gold und zahlreichen Engelgestalten die Freude und Herrlichkeit des Himmels gleichsam auf die Erde herunterziehen. Jeder Besucher der Peterskirche ist tief beeindruckt von dem lichterfüllten Raum, der in der zentralen Kuppel gipfelt. Trotzdem zeigt sie die Lebensfreude und Heiterkeit des Barock nicht in vollem Glanz wie etwa die Kirchen in Neresheim oder Vierzehnheiligen, für die Balthasar Neumann ebenfalls die Entwürfe fertigte. Bei der Planung der Peterskirche konnte er sein geniales Schöpfertalent nicht voll entfalten. Nach dem Willen Schönborns sollte er die Mauerreste der früheren Kirche in den Neubau miteinbeziehen und sich dabei noch die Basilika des hl. Petrus in Rom zum Vorbild nehmen. So entstand eine Zentralanlage mit weit ausholendem Querhaus, noch trotz aller hemmenden Vorschriften ist ihm ein kunstgeschichtlich sehr beachtlicher Sakralbau gelungen, "einer der bemerkenswertesten und interessantesten Kirchenbauten des badischen Landes" (H. Ginter).

Kardinal Schönborn hatte sich außerdem vorgenommen, die Kirche als Grabeskirche für sich und seine Nachfolger zu bauen. Diese Absicht drängte wohl zum bewussten Verzicht auf einen allzu üppigen dekorativen Aufwand. Wer seinen Blick über die elf schwarzen Grabmäler schweifen lässt, wird dem Münchener Kunsthistoriker Max Hauttmann rechtgeben: "Über dem Gotteshaus liegen die Schatten des Todes trotz aller barocken Heiterkeit, die von ihm ausstrahlt."

Zu den Grabdenkmälern siehe auch: http://www.jphbr.ka.bw.schule.de/epi-hinweise.html

Bruchsal wurde am 1. März 1945 durch einen Fliegerangriff fast völlig zerstört. Die Peterskirche blieb als einzige von allen Kirchen der Stadt unbeschädigt erhalten und lädt jeden Besucher ein zu stiller Besinnung. Religiöse Kunst ist nicht für das Museum geschaffen. Sie will den Zugang zu Gott erleichtern und hinführen zu Glaube und Gebet.

letzte Änderung: 16. Oktober 1999

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