Zur nächsten SeiteZur vorigen SeiteDie Peterskirche im Jahre 1913Renovierungen der Bruchsaler Peterskirche

lassen sich bis 1907 im einzelnen nicht mehr nachweisen- Nur gelegentlich wird in der Pfarrchronik darauf hingewiesen, dass das Dach repariert oder "das ganze Innere ausgeweißelt" wurde. Bei der Renovation unter der Leitung von Fritz Hirsch 1907/08 bekam der gesamte Innenraum ein völlig neues Gesicht. Die bisher nur weißgetünchten Felder in den Gewölben von Chor; Schilf und Querhaus wurden von Josef Mariano Kitschker aus München ausgemalt. Die übrigen Gewölbeteile und die Seitenwände erhielten einen rotbraunen Anstrich. Das hatte jedoch zur Folge, dass die prächtigen und künstlerisch wertvollen Altäre kaum noch in Erscheinung traten.

In den Jahren 1960-1962 wurde erneut eine Gesamtrenovation durchgeführt. Die Leitung lag in den bewährten Händen des Erzbischöflichen Baudirektors Hans Rolli und seines Mitarbeiters Erhard Eisele vom Erzb. Bauamt Heidelberg. Die Renovation hatte zum Ziel, den bei der vorhergehenden Instandsetzung stark veränderten ursprünglichen Charakter wieder herauszuarbeiten. Die Deckengemälde von Kitschker wurden bis auf die Bilder im Scheitel der Gewölbe übertüncht. Die neubarocke Farbverglasung der Fenster wurde durch helles Echt-Antikglas ersetzt. Wände und Gewölbe bekamen wieder ihre helle freundliche Farbe. Die ursprüngliche Marmorierung des Hochaltars wurde, soweit noch vorhanden, freigelegt. Anstelle der ausgetretenen Sandsteinplatten bekam der Boden einen neuen Belag aus grauem Jura-Marmor. Nach den Plänen von H. Rollt erhielt die Kirche ein neues Gestühl und einen der Liturgiereform entsprechenden, den Tischen der Seitenaltäre nachgebildeten neuen Zelebrationsaltar. An der Freilegung und Farbfassung waren die Kirchenmaler Heller/Mannheim, Lacroix/Karlsruhe und Schulz-Graefe/Schwetzingen beteiligt. Die Renovation erfolgte in beratender Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Emil Lacroix vom Staatl. Amt für Denkmalpflege in Karlsruhe und dem kirchlichen Konservator Prof. Dr. Hermann Ginter.

Unter Leitung des Erzbischöflichen Bauamtes Heidelberg wurde das Äußere der Kirche in den Jahren 1988-1991 grundlegend saniert. Um die notwendigen Maßnahmen finanzieren zu können, wurde der "Förderverein zur Erhaltung der Barockkirche St. Peter in Bruchsal e.V." ins Leben gerufen.

Die Innenrenovation schloss sich in den Jahren 1995-1996 an. Wichtigstes Anliegen dieser Maßnahme war, neben den notwendigen konservatorischen Arbeiten, die Schaffung einer neuen Altarinsel unter der Kuppel der Kirche und die neue Ausrichtung der Bänke in den Seitenschiffen auf diesen neuen liturgischen Ort. Der Altar in der Mitte der Kirche soll es möglich machen, die gottesdienstliche Gemeinde wirklich um den Altar zu versammeln. Er trägt dadurch dem durch das zweite Vatikanische Konzil erneuerten Gottesdienstverständnis weit mehr Rechnung, als dies die vormalige eher provisorische Lösung der Renovation von 1960-1962 vermochte.

 

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