Bruchsal war auf den Höhenlagen, wie namhafte Bodenfunde zeigen, schon in der Steinzeit besiedelt. Am Hang südlich der Salbach neben dem heutigen Friedhof bei der Peterskirche wurden zahlreiche fränkische Grabstätten gefunden, die aus der 2. Hälfte des 6. Jh. stammen. Hier besaß das Benediktinerkloster Weißenburg im Elsass ein Hofgut, vielleicht ein Geschenk des Frankenkönigs Dagobert I. (622-638) oder eines seiner Nachfolger.
Bruchsal wird unter der Bezeichnung "bruohsela" in zwei Urkunden, die hier Otto II. am 16. und 19. Januar 976 für das Kloster St. Bavo in Gent ausstellte, erstmals erwähnt. Mit "Bruch" ist die Lage in der Sumpfniederung am Rande des Hügellandes, mit "sal" ein festes Haus mit größerem Saal, ein Herren- oder Königshof gemeint. Er lag wohl, wie die vor kurzem erst freigelegten Reste einer alten Befestigungsanlage vermuten lassen, in der heutigen Stadtmitte bei der Liebfrauenkirche. In der Zeit von 976 bis 1002 sind hier 6 Aufenthalte deutscher Kaiser mit ihrem Gefolge bezeugt. Heinrich III. schenkte den Königshof samt seinen Besitzungen im Bruhrain am 6. Mai 1056 Bischof Konrad I. von Speyer. Um das Jahr 1190 erwarb Bischof Ulrich II. auch den "Weißenburger Hof" Damit war das ganze Stadtgebiet im Besitz des Bistums Speyer. Zu Beginn der Säkularisation fiel 1802 der rechtsrheinische Teil des Hochstiftes Speyer an die Markgrafschaft Baden; die geistliche Oberaufsicht lag bis 1827 in den Händen des in Bruchsal amtierenden "Bischöflichen Vikariats". Am 21. Mai 1827 erhielt der Freiburger Münsterpfarrer Bernhard Boll die päpstliche Bestätigung als 1. Oberhirte des durch die Bulle "Provida sollersque" Papst Plus' VII. vorn 16. August 1821 aus Teilen der alten Diözesen Konstanz, Straßburg, Speyer, Würzburg, Worms und Mainz neu errichteten Erzbistums Freiburg.
letzte Aktualisierung: 24. Mai 1998