Zur nächsten SeiteZur vorigen SeiteDie Bischofsgruft in der Bruchsaler Peterskirche

Die Bischofsgruft der Peterskircheliegt unter der Kuppel etwa 4 m tief im Boden. Sie besteht aus einem mit Kreuzgewölben überdeckten Vorraum und 3 Sargnischen. Da Kirche und Gruft bei dem Tod Schönborns noch nicht vollendet waren, wurde er zunächst in der Kapuzinerkirche, an der Stelle des heutigen Altenzentrums in der Huttenstraße, beigesetzt. Am 19 Sept. 1755 erfolgte seine Überführung in die linke Gruftnische. Kardinal Franz Christoph von Hutten erhielt am 10. Mai 1770 seine letzte Ruhestätte in der mittleren Nische. Fürstbischof Damian August Graf von Limburg-Stirum musste vor der französischen Revolutionsarmee fliehen und starb im Schloss Freudenhain bei Passau. Er wurde in der dortigen Kapuzinerkirche bestattet. Kirche und Grab sind schon bald danach den Stürmen der französischen Revolution zum Opfer gefallen. Sein Herz wurde jedoch bereits am 21. März 1797 von 2 Hofjunkern nach Bruchsal gebracht und ruht in einer silbernen Urne auf dem Steinpostament vor dem Sarge Huttens. Am 26. April 1810 wurden die sterblichen Überreste des letzten in Bruchsal residierenden Fürstbischofs Wilderich Graf von Walderdorf in der rechten Nische beigesetzt. Schon am folgenden Tag wurde die Gruft mit einer 60cm dicken Bruchsteinmauer verschlossen, der Treppenraum mit Bauschutt aufgefüllt und der Eingang mit schweren Sandsteinplatten abgedeckt. In der Folgezeit geriet sie fast völlig in Vergessenheit. Erst am 16.Sept.1907 hat sie der Großherzogliche Bezirksbaumeister Fritz Hirsch anhand eines zufällig aufgefundenen alten Planes wiederentdeckt.

In der Gruft unter der Kuppel ruhen die sterblichen Überreste der vier letzten in Bruchsal residierenden Fürstbischöfe in Speyer in folgender Anordnung:

linke Nische:

Fürstbischof Kardinal Damian Hugo von Schönborn

¬ 19.09.1676
U 19.08.1743

mittlere Nische:

Fürstbischof Franz Christoph von Hutten

¬ 06.03.1706
U 20.04.1770

rechte Nische:

Fürstbischof Graf Philipp Franz Wilderich von Waldersdorf

¬ 02.03.1739
U 21.04.1810

Die Bischofsgruft der Peterskirche

Urne auf der Säule:

Graf Damian August von Limburg-Styrum

¬ 16.03.1721
U 26.02.1797

Das Herzreliquiar Bischof Schoenborns
Kapsel mit dem Herzen von Fürstbischof Schönborn auf dem Sarg in der linken Sargnische

 

Die kleine Fürstengruft

Als man in Bruchsal zum Bau der Peterskirche schreiten wollte, fragte der Baumeister den Fürstbischof Schönborn, wie groß die fürstliche Gruft gemacht werden solle? Der Fürst hieß ihn nach einigen Tagen die Antwort holen, und diese lautete dann: Die Gruft solle nur für drei Särge gebaut werden; für mehr sey nicht nöthig. Zu Jedermanns Erstaunen wurde sie demnach so klein gemacht; allein sie war, wie Schönborn richtig vorhergesagt, groß genug. Unter dem Dritten seiner Nachfolger ward nämlich das bischöfliche Fürstenthum aufgehoben und da der Zweite derselben in Passau gestorben und begraben ist, reichte die Gruft gerade für drei Fürstbischöfe aus und ist jetzt auf immer geschlossen. *)

*) In der That ist jene Gruft nur für drei Särge gebaut. (Siehe Mone's "Anzeiger" Jahrg. 1838.)

letzte Änderung: 24. Mai 1998

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