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Baugeschichte
der Bruchsaler Peterskirche
Die zerstörte gotische Kirche bot jahrelang den Anblick einer ausgebrannten Ruine. Der weitgehend erhalten gebliebene Chor wurde 1721 notdürftig renoviert, damit wieder Gottesdienst gehalten werden konnte. Als Damian Hugo von Schönborn, 1715 zum Kardinal ernannt und seit 1719 Fürstbischof von Speyer, im Mai 1720 in Bruchsal einzog und 2 Jahre später den Grundstein zum Schloss legte, begann für die Stadt eine neue Blütezeit. Er war nicht nur ein guter Fürst und Landesvater sondern auch ein eifriger Bischof und Seelsorger. Sein Lebenswerk fand die beste Anerkennung in den Worten Thaddäus Koflers: "Muros et mores aedificavit - Mauern und Sitten hat er aufgebaut." So fasste er auch den Entschluss, "aus dem Grund nach dem Modell der Peters Kirch zu Rom" eine neue Peterskirche mit eigener Bischofsgruft zu bauen.
Mit der Fertigung der Pläne beauftragte er 1736 den berühmten fränkischen Baumeister Balthasar Neumann, ein Genie im Schloss- wie im Kirchenbau. Neumann, vormals Oberst der Artillerie, leitete selbst die Sprengung des gotischen Turms. Im Spätsommer 1788 kamen die Fundamente in den Boden. Der eigentliche Bau begann aber erst im Frühjahr 1740. Unter der Leitung des Werkmeisters Johann Georg Stahl und des Maurermeisters Seeger gingen die Bauarbeiten nur langsam voran. Am Ostermontag, dem 26. März 1742, erfolgte die Grundsteinlegung. Im Auftrag Schönborns übernahm Neumann den Chor und die Langhausmauern der früheren Kirche, setzte rechtwinkelig mitten hinein das neue breitere Hauptschiff und überwölbte die Vierung mit einer Hängekuppel. Damit erhielt der Neubau, der gegenüber dem Vorgängerbau um 90 Grad gedreht ist, als Grundriss die Form eines gleicharmigen, sog. "griechischen Kreuzes". Die Fenster und Gewölbe des alten gotischen Chores wurden denen in den neuen Flügeln angeglichen, der Fünf-Achtelschluss und die Strebepfeiler an der Außenseite jedoch beibehalten. In die nördlichen Ecken von Langhaus und Querhaus kamen die beiden Türme, in die südlichen die beiden Sakristeien mit darüber liegenden Oratorien zu stehen. Als Kardinal Schönborn am 13. Sept. 1743 starb, war der Bau wenigstens unter Dach. Sein Nachfolger Franz Christoph von Hutten, am 14. Nov. 1743 zum Bischof von Speyer gewählt, ein prachtliebender Kirchenfürst, konnte das Gotteshaus am 8.Juni 1744 vollenden. Das geht aus einer auf Pergament geschriebenen lateinischen Urkunde hervor, die 1849 im Kneuzknopf des Ostturms gefunden wurde und dort weiterhin aufbewahrt wird.
letzte Aktualisierung: 21. Juni 1998