Weiterführende Information

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Rodolphe Reuss, La Constitution civile du clergé et la crise religieuse en Alsace (1790-1795), Bd. I (Strasbourg 1922) 129; Albert Kürzel, Cardinal L. R. E. Rohan zu Ettenheim, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Alterthums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den angrenzenden Landschaften (2/1870-72) 50;

Franz Anton Brandtier (Brändtl / Brendel) wurde als Sohn von Mathias Brandtler, Holzhändler aus Tyrol, und Johanna Franziska Wild aus Walschbronn (Lothringen), zu Lohr im Spessart am 4. Oktober 1735 geboren. Er wuchs in Memmelshoffen bei Sulz unterm Wald auf, wo sein Vater als Schaffner des Prinzen von Hessen-Darmstadt residierte. Nachdem er bei Herrn Baaron, ehemaliger Pfarrer von Kessenbach, in Ober-Ensisheim ein Jahr studiert hatte, besuchte er von 1750 bis 1754 das Kolleg von Hagenau, lernte daraufhin in Pont-a-Mousson französisch, studierte Theologie im Seminar zu Straßburg und feierte am 26. Dezember 1759 in Sulz unterm Wald seine Primiz. Ein halbes Jahr war er Kaplan in Hüttenheim, wurde 1761 Pfarrer in Sulz unterm Wald, wo er am Gründonnerstag sein Amt antrat, 1765 Domprediger und 1767 Kontroversprediger in Straßburg. Seit 1769 lehrte er kanonisches Recht am Seminar. Beim Ausbruch der Revolution beteiligte sich Brendel an den politischen Versammlungen, und leistete - obschon er mit den Geistlichen von Straßburg eine Deklaration gegen die Zivilkonstitution unterzeichnet hatte - am 20. Februar 1791 den Eid. Nach seiner Wahl empfing er am 13. März 1791 aus den Händen Bischof Gobels in Paris die Weihe.

Am 25. März erneuerte er den Eid vor dem Hochaltar im Münster, in Gegenwart der weltlichen Autorität, und pontifizierte. Nachdem die Seminaristen des Straßburger Seminars Frankreich verlassen hatten, versuchte Brendel die vakanten Pfarrstellen der Stadt Straßburg durch Kapuziner zu besetzen, die jedoch nach ihrer Verweigerung desselben durch den Maire Dietrich aus der Stadt ausgewiesen wurden.

Nachdem das Münster am 20. November 1793 in einen Tempel der Vernunft umgewandelt worden war, zog sich Brendel zurück und wurde im Seminar festgehalten. Nach seiner Freilassung 1794 reichte er im Juni 1797 seine Demission ein und wurde Archivar des niederrheinischen Departements. Am 3. Prairial im Jahr VII (23. Mai 1799) starb er 64 Jahre alt. Die Exequien wurden durch constitutionelle Priester in der Kirche Jung Sankt Peter in Straßburg gehalten.

(Ludwig Gabriel Glöckler, Geschichte des Bisthums Straßburg, Bd. II (Straßburg 1880) 60-63; vgl. Rodolphe Reuss, La Constitution civile du clergé et la crise religieuse en Alsace (1790-1795), Bd. I (Strasbourg 1922)  157-160; Franz Xaver Schwartz, Populäre Kirchengeschichte von Straßburg und Basel, Bd. II (Rixheim 1878) 266-268)

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Dr. Jörg Sieger - Kardinal im Schatten der Französischen Revolution