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Die Familie hieß ursprünglich Arrighetti und stammte aus Florenz, aus dem sie 1268 bei innerstädtischen Auseinandersetzungen vertrieben wurde und auswanderte. Meist als geistvoll und tapfer geschildert, waren die Arrighetti jedoch arm, bis Jean Riqueti durch Teilnahme an großen Handelsunternehmungen zu Reichtum kam und 1562 Konsul von Marseille wurde. Als solcher gewann er nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Marseille dem katholischen Glauben erhalten wurde, Ansehen bei Hof und kaufte die Herrschaften Mirabeau, Negrau und Beaumont. Die Familie nannte sich fortan Riqueti de Mirabeau. Das Haupt des Hauses, das über die anderen Mitglieder eine unbedingte Gewalt ausübte, nannte sich 'Marquis de Mirabeau', der nächstberechtigte Erbe hieß 'Comte', der nächste nach ihm 'Vicomte', die übrigen 'Chevaliers de Mirabeau' (Johann Baptist von Weiß, Weltgeschichte (fortgesetzt von Richard von Krailik) Bd. XIV (Graz/Leipzig 3. Auflage 1894) 408-409). Während des größten Teiles des 18. Jahrhunderts war Victor de Riqueti, Marquis de Mirabeau, Familienoberhaupt. Neben Honoré Gabriel (9. März 1749 - 2. April 1791) gewann sein 1754 geborener jüngster Sohn durch seine gegen- revolutionäre Tätigkeit Bedeutung. Trunksucht und Völlerei brachten Boniface Louis neben mehreren körperlichen Beschwerden den Beinamen 'Tonneau' ein
(Johann Baptist von Weiß, Weltgeschichte (fortgesetzt von Richard von Krailik) Bd. XIV (Graz/Leipzig 3. Auflage 1894), 412-413; Bd. XV (Graz/Leipzig 3. Auflage 1894), 146-153; Justus Franz Wittkop, Graf Mirabeau (Esslingen o. J.) 27, 244, 275).
Dr. Jörg Sieger - Kardinal im Schatten der Französischen Revolution