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In
kaum einem Jahr ist der Priester Louis René Edouard de Rohan-Guémené so
greifbar wie im Jahre 1791. Dass die Nachrichten ab 1792 rarer werden und sogar
gänzlich abreißen, liegt am zunehmenden Alter Machleids und dessen Tod im
Jahre 1794
.
Neben seinen ausführlichen Nachrichten über die großen Kirchenfeste des Jahreskreises überliefert uns Mach- leid in den letzten vier Jahren seines Lebens einige wichtige Details, die das Bild über das Priestertum Rohans weiter abrunden und trotz aller Lücken einigermaßen geschlossen wirken lassen.
Einiges
spricht dafür, dass auf Antrieb des Kardinals im Juli 1791 im Lager der
Mirabeau'schen Truppen ein Altar errichtet wurde, damit auch die Legionäre ohne
größere Mühe ihrer Sonntagspflicht nachkommen konnten. Pfarrer Mast von
Ettenheim hat diesen Altarstein am 10. Juli 1791 benediziert und an diesem
Sonntag auch eine Soldatenmesse gelesen
.
Während der Fastenzeit des Jahres 1792, die Truppen im Ettenheimer Oberamt
hatten sich bereits vermindert, hatte man die fürstlichen Soldaten dreimal die
Woche zusammengerufen. Montags und mittwochs wurde ihnen im Spital eine
Fastenpredigt mit Christenlehre gehalten und zwar den Katholiken ebenso wie den
Protestanten ohne Ausnahme. Hinzu kamen die diversen Messen, die für die
Soldaten verpflichtend waren
.
Am 20. Mai 1792 hielt Rohan den Soldaten in der Pfarrkirche eine Messe mit
französischer Predigt. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wurde die neue
Kriegsfahne geweiht
.
Besondere religiöse Bedeutsamkeit kam den
Ereignissen im Sommer 1791 zu. Am 18. Juni wurde im Kloster Schuttern die
Priesterweihe erteilt, was sich - wie wir bereits an anderer Stelle gesehen
haben - im Laufe der Jahre an verschiedenen Orten der Straßburger Diözese
wiederholen sollte
.
Nachdem am 28. August der Bischof von Konstanz in Ober- und
Niederhausen das Sakrament der Firmung gespendet hatte
,
wurde knapp einen Monat später, am 24. September, in Ettenheim gefirmt.
Vormittags empfingen die Kinder Ettenheims, Weilers, Altdorfs,
Ettenheimmünsters, aus Münchweier, Wallburg, Schweighausen, Wittelbach und
Dörlinbach das Sakrament, nachmittags die aus Ringsheim, Grafenhausen und Rust
.
Bereits morgens um 8 Uhr erreichten die ersten Gruppen mit ihren Pfarrherren in
Prozession die Stadt Ettenheim
.
Bei all der Pracht, die bei den liturgischen
Feiern der Jahre nach 1790 begegnet, darf nicht übersehen werden, dass der
Kardinal ebenso das Bedürfnis hatte, die Messe ungesehen feiern und ihr ebenso
beiwohnen zu können. Auf eine Kapelle in seiner Ettenheimer Residenz weisen die
Trauungen hin, die dort geschlossen wurden
.
Darüber hinaus ließ Rohan Ende 1791 die zuvor einstöckige Sakristei
aufstocken und eine Kapelle über dieser einrichten,
"damit er und ßein
hoffstatt könen alda meß und bredg hören,
ßambt den prinzeßinen, auff den hoch
altar und kanzel ßehen megen amen." ![]()
Den ganzen Dezember über, bis Weihnachten, ließ der
Fürstbischof an der Umbaumaßnahme arbeiten, und dies von einem eigenen Geld,
wie Machleid ausdrücklich hinzufügte
.
Am 2. Februar 1792 hat der Kardinal das erste Mal Gebrauch von dieser Kapelle
gemacht
.
Der Raum ist heute noch, wenn auch leicht verändert, vorhanden. Besonders das
große Fenster, das vom Kirchenraum aus sichtbar ist, erinnert auch den heutigen
Kirchenbesucher an die Tage, als das ehrwürdige Gotteshaus Bischofskirche des
letzten Bischofs der alten Straßburger Diözese war.
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Letzte Änderung: 8. Mai 2003