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Am 18. August berichtet Amtmann Strobel nach Karlsruhe:

"Seit gestern fängt es auch dießeits Rheins
ettwas unruhig zu werden, an, wie
da gestern zu Willstätt die Bauren
bey einer Hanf Verstaigerung, da das lezte
Gebott salva Ratificatione der Rennt=
kaer zu Buchsweiler geschlossen ge=
wesen, einige dem ohn geachtet neuerdings
bieten wollen, so aber der Amtsschafner
nicht angenoen, sondern einen eilen=
den reitenden Boten um Verhaltungs=
befehl nach Buchsweiler gesandt hat.

 Zu Renchen im Bischöflichen ist gestern
ein Aufstand aus der Ursache erregt
worden, wellen man denen Bürgern
ein Allmend weggenoen; das davon
gemachte Heu haben sie verbrandt,
wollen den jezigen Schulz und Gerichts=
Leuthe abgesezt und andere an deren
Stelle ernandt haben.

 Im Dorf Kehl glit es ebenfalls
ein wenig, indem das Gericht be=
hauptet, es gehöre der Gemeinde die
Mezgerwayde und Claußmatte, so das
Stift Frauenhaus besizet. Zu
Lahr sollen 50 Würtembergische Husa=
ren, wie es heißt, zur Sicherheit ein=
rücken."

(GLA 74-6278, 120v-121r);

Machleid hatte für die Unzufriedenheit rechts und links des Rheins insgeheim Verständnis:

"... eß ist aber kein wunder,
Einige herrschaften meinen, die arme underthanen
ßeien, nur ihre hund, und könen ihnen gelter auf
erlegen, ßo vil ßie wollen, wo bey der theuren
zeit, ohnmeglich mehr auff zue bringen, die geistlich(en)
legen dem armen Mann große burden auff, und
ßie rihrens mit keinem finger ahn, wenn man
ihnen nur braff gibt, und unnetiges opfferet."

(Joann Conrad Machleid, Diarium II, *113r)

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Dr. Jörg Sieger - Kardinal im Schatten der Französischen Revolution