Zur nächsten SeiteZur vorigen SeiteV. Am Hof zu Ettenheim

So wie jede, noch so kleine Residenz des 18. Jahrhunderts war auch die Ettenheimer Hofhaltung geprägt vom Hof in Versailles, seinen Umgangsformen und seiner Liebe zur barocken Festlichkeit. Auch in Ettenheim begegnet eine Fülle von Menschen - Herrschaften und Dienstboten.

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1. Das Ettenheimer Schloss und seine Bewohner

Das Amtshaus des Oberamtes Ettenheim, umgebaut zum Palais-Rohan.Neben Kardinal Louis de Rohan begegnen in Ettenheim in der Folge vor allem der Neffe des Kardinals, der alte Prince de Rohan-Rochefort Albert Kürzel, L. R. E. Rohan zu Ettenheim, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Altertums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den angrenzenden Landschaften (2/1870-72), 47, mit seiner Gemahlin. Möglicherweise bewohnten sie gemeinsam mit dem jungen Henri, Prince de Rohan-Rochefort die dem alten Amtshaus benachbarte Stadtschreiberei, das 'buelachische Hauß', das - wie bereits erwähnt - eine Verbindung mit dem Palais erhalten hatte Joann Conrad Machleid, Diarium II, *128r. Vielleicht wohnte die Familie aber auch um Schloss selbst; so soll zumindest die Tochter des alten Prince de Rohan-Rochefort, Charlotte Louise Dorothée, zwei Mansardenzimmer auf der Westseite des Gebäudes bewohnt haben Robert Furtwängler, Ettenheims "altes Schloß" und seine Geschichte, in: Geroldsecker Land (19/1977) 152.

In den kommenden Jahren begegnet in den Quellen ferner ein nicht weiter identifizierbarer Prince de Rohen-Rohen, der mit der Leitung des in Ettenheim errichteten Regiments 'Royal Rohen' betraut war GLA 74-6286, 79r und öfters.

Besondere Unterstützung wurde dem Kardinal in der Person seiner Generalvikare Abbé Jean Francois d'Eymar, Koadjutor des Propstes von Neuweiler, und Abbé Jean Francois Regis Weinborn zuteil DAL-Protocollum decretorum et mandatorum episcopalium emanatorum ab anno 1733 ad venerabile Capitulum ruralis Lahrense transmissorum  Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 88, die immer wieder gemeinsam mit Rohans Weihbischof Johannes Jacobus Lan(t)z, Bischof von Dora - am 3. April 1786 zum Weihbischof der Diözese Straßburg ernannt Conrad Eubel, Hierarchia Catholica Medii et Recentioris Aevi, Bd. VI (1958) 200 - im Dienst des Fürstbischofs und des Bistums tätig waren.

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten am bischöflichen Hof war Abbé Simon, der das Vertrauen seines Herrn im vollsten Maß besaß. Alle Schriftstücke gingen durch seine Hände; nichts wurde ohne seine Billigung unternommen Erwin Schell, Das Hochstift Straßburg rechts des Rheins im Jahre 1802, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (87/1935) 140; Josef Rest, Zustände in der südlichen Ortenau im Jahre 1802, in: Die Ortenau (11/1924) 27.

Darüber hinaus fanden sich am Ettenheimer Hof viele Unbekannte und Ungenannte,

"... Marquis, Grafen und Barone mit ihren Frauen, die nichts mitbrachten und in der äussersten Armut lebten. Der Kardinal und die Herren, alle meinten damals, diese Schreckenszeit würde bald vorübergehen. Es wurde also ein förmlicher Hof etabliert mit all dem unnützen Gesinde, das damals üblich war." Henriette Dietz, geb. Stuber, Familiennachrichten (Karlsruhe 1853) (Abschrift einer Handschrift) *11

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2. Die Verwaltung des Oberamtes

Nach dem Verlust des gesamten linksrheinischen Gebietes des Hochstiftes hatte der Kardinal die Landesregierung zwangsläufig wesentlich vereinfacht. Nur drei Räte waren am Ettenheimer Hof: Hofgerichts- und Kammerpräsident Nicolaus de Heille, Geheimer Hof- und Rentkammerrat Abbé Simon und Oberjägermeister Müllenheirn. Sie bildeten in Verwaltungssachen die bischöfliche Hof- und Rentkammer und in Justizsachen mit dem Gerichtssekretär das Hofgericht Erwin Schell, Das Hochstift Straßburg rechts des Rheins im Jahre 1802, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (87/1935) 139-140.

Von der Fülle der städtischen und Oberamtsbeamten sollen hier nur einige genannt werden. Neben Landvogt von Bruder spielte der Mann seiner Nichte, Franz Michael Heinrich Stuber, eine besondere Rolle Weiterführende Information. Während von Bruder als Ettenheimer Oberamtmann in Renchen wohnte Weiterführende Information, wurde der Ettenheimer Bürgerschaft am 25. Juni 1788 Franz Michael Stuber als Oberamtsverweser vorgestellt Weiterführende Information.

Im Zusammenhang mit den im Oberamt anfallenden Schreibarbeiten wird auch Stadt- und Amtsschreiber Xaver Sartori in der Darstellung dieser Jahre von Bedeutung sein Josef Rest, Zustände in der südlichen Ortenau im Jahre 1802, in: Die Ortenau (11/1924) 27 - Jahre, die anders verliefen, als man es Ende 1790 gemeinhin angenommen hatte.

Dr. Jörg Sieger, Peter-und-Paul-Str. 49, 76646 Bruchsal,
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Letzte Änderung: 3. Dezember 2001