Bruchsaler Rundschau Nr. 60 vom Montag, 13. März 2006 - Seite 9

Hutten war ein milder Landesvater

Gedenkgottesdienst zum 300. Geburtstag des Fürstbischofs in der Peterskirche

Von unserer Mitarbeiterin Sonja Honold

AN FÜRSTBISCHOF FRANZ CHRISTOPH VON HUTTEN erinnert das Epitaph in der Bruchsaler Peterskirche. Foto: sohBruchsal. Ein Besuch in der Bruchsaler Peterskirche ist lohnenswert: Mit ihren schönen Türmen und der kostbaren Innenausstattung zieht sie immer wieder auch fremde Gottesdienstbesucher in ihren Bann. Zum gestrigen besonderen Festgottesdienst anlässlich des 300. Geburtstags von Kardinal und Fürstbischof Franz Christoph von Hutten zu Stolzenberg, dessen Sarg sich gemeinsam mit den anderen drei Fürstbischöfen des Speyerer Hochstiftes in der Fürstenkrypta der Kirche befindet, und der für die Stadt Bruchsal neben wirtschaftlichen Projekten und der Gründung eines Gymnasiums vor allem den Schloss- und Kirchenbau vorangetrieben und vollendet hatte, kamen viele Bruchsaler.

In festlichem Ornat zog Pfarrer Dr. Joerg Sieger gemeinsam mit Fahnen tragenden weißgewandeten Messdienerinnen und Messdienern, einem langen Zug von Kindern und der Pastoralreferentin Marie-Luise Gallinat-Schneider in das Gotteshaus ein. In diesem Gottesdienst in der Fastenzeit, bei dem auch elf neue Erstkommunikanten der Gemeinde vorgestellt wurden, ging es um Verschiedenes: In der Predigt erklärte der Pfarrer zunächst die Geschichte von der Verklärung Jesu: Drei Jünger Jesu, Petrus, Jakobus und Johannes, gehen mit Jesus auf einen hohen Berg und sehen dort, wie er verwandelt wird, und seine Kleider hell leuchten. Dann erscheinen auf dem Berg aber auch die Gestalten des Mose und des Propheten Elia, wie sie mit Jesus reden. Darüber erstaunt, machen die Jünger Jesus dann den Vorschlag, drei Hütten zu bauen. Das Bedürfnis der Jünger, sich auf der Erde fest einzurichten, war menschlich, erläuterte Dr. Jörg Sieger, bei Gott jedoch zählen eher Umbruch und Neuordnung. Eine Erfahrung, die Franz Christoph von Hutten - der Historiker Dr. Markus Lamm bezeichnet ihn als milden und gütigen Landesvater - in seinem Leben im Zuge der Säkularisation machte, obwohl seine Verdienste, wie die wunderschöne Innenausstattung des Bruchsaler Schlosses, bis heute höchst bedeutend sind.

Nicht nur barocke Prachtentfaltung war dem Kardinal in seiner Zeit wichtig. Er schuf auch politische Projekte für die Bürgerinnen und Bürger und baute eine Saline, eine Tabakwarenfabrik und eine Spitzwarenherstellung auf, wenngleich diese wirtschaftlich nicht sehr gewinnbringend waren. Der Einbruch der Französischen Revolution setzte mit der folgenden Verweltlichung vieler Klöster und Kirchen der barocken Glanzzeit von damals ein Ende. Pfarrer Dr. Jörg Sieger stellte die Frage, was die Bruchsaler Bürger heute neu und anders gestalten sollten, damit die nächsten wirtschaftlich schwierigen Jahre zum Wohle aller gestaltet werden.

Zwischendurch sang immer wieder das Quartett St. Peter mit Daria und Sylvia Sander im Sopran und Alt und Sebastian Münz und Steffen Pfund im Tenor und Bass und verlieh dem Gottesdienst mit der barocken Missa Prima von Giacomo Crassini eine sehr stilvolle musikalische Untermalung.

ZUM BILD: AN FÜRSTBISCHOF FRANZ CHRISTOPH VON HUTTEN erinnert das Epitaph in der Bruchsaler Peterskirche. Foto: soh

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