Bruchsaler Rundschau Nr. 217 vom Montag, 19. September 2005 - Seite 14
Lange
hatte der Erbauer der Gruft in der Peterskirche auf seine Bestattung dort warten
müssen. Zwölf Jahre verblieb die sterbliche Hülle Schönborns im
Kapuzinergewölbe in der Huttenstraße, bis Franz Georg, Kurfürst von Trier,
den Bruder auf eigene Rechnung am 19. September 1755 umbetten ließ. Weniger
pompös als beim Leichenbegängnis anno 1743 ging es bei der Überführung der
sterblichen Überreste aus der Kapuzinergruft nach St. Peter zu. Es bedurfte
zunächst eines neuen äußeren Sarges. Den ganzen Tag beten Kapuziner und
Seminaristen am schwarz verhüllten Eichensarg. Sechsspännig wurde der
Barockfürst abends halb neun zur Peterskirche gebracht "in stiller
Begleitung der Geistlichen der Stadt, welche brennende Kerzen trugen". Am
nächsten Tag wurde ein feierlicher Trauergottesdienst in der Peterskirche
abgehalten.
Ein Grundrissplan der Peterskirche zeigt die Bischofsgrablege mit den drei Nischen. Er muss noch 1907 unbekannt gewesen sein. Denn bei der gründlichen Renovierung der Peterskirche unter Dr. Fritz Hirsch suchte dieser sehr intensiv nach der Krypta und fand sie auch. Auf Wunsch von Kardinal Schönborn war sie mit nur drei Sargnischen versehen, weil er befand "für mehr sey nicht nöthig". So heißt es in einem Zeitungsartikel in Mones Anzeiger von 1838, der mit der Bemerkung schließt, dass die Gruft "jetzt auf immer verschlossen" sei.
In der linken Nische ruht der Barockfürst im inneren Zinksarg, der von einem schmucklosen Eichensarg umgeben ist. Auf dem Sargdeckel liegt eine silberne Urne in Herzform. Sie enthält das Herz des Dahingeschiedenen. Ihre Inschrift kündet von dessen kirchlichen Karriere und lautet: "Hier liegt das Herz weiland des ausgezeichneten Cardinais von Schönborn, des Fürsten und Bischofs von Speier und Konstanz, geboren am 19. September 1676, zum Cardinal gewählt am 23. Januar 1713, zum Coadjutor des Bistums Speier gewählt am 21. Juli 1715, zum Coadjutor des Bistums Konstanz am 18. Mai 1722, gestorben den 19. August 1743, im 24. Jahre der Regierung von Speier und im dritten Jahre derjenigen von Konstanz, dessen Seele in Gott ruhe." (Zitat nach Dr. Fritz Hirsch.)
Der Wiesentheider Schönborn Franz Erwein, errichtete dem Bruder schließlich das so aufwändige Denkmal im Chorraum auf der Epistelseite der Grabeskirche. Das fast lebensgroße Marmorbildnis ist von prächtigem Figurenschmuck und Zierrat umgeben. Eine nicht enden wollende Inschrift verkündet der Nachwelt die Würden, Taten und Tugenden des Verewigten.
Stefan Schuhmacher
ZUM BILD: DAS MONUMENT für Damian Hugo von Schönbom steht rechts im Chorraum der Grabeskirche St. Peter in Bruchsal. Foto: schu
Bitte sagen Sie uns Ihre Meinung oder schreiben Sie uns ganz einfach. Unsere Adresse lautet: Kath. Pfarramt St. Peter, Peter-und-Paul-Str. 49, 76646 Bruchsal, Tel.: +49 (07251) 9761-0, Fax: +49 (07251) 9761-12, e-Mail: bruchsal-st.peter@joerg-sieger.de.
Pressespiegel der Pfarrei St. Peter
in D-76646 Bruchsal