Der Kurier, 11. Mai 2004 - Lokales - Seite 9

Weihe der Peterskirchenorgel durch Domkapitular Stadel

"Die Fülle der Töne sollen aufhorchen lassen für die Melodie Gottes"

Orgelweihe der neuen Emporeorgel in der Bruchsaler Peterskirche durch Domkapitular Dr. Klaus Stadel (Mitte). Foto: huh

Bruchsal (huh). Mit einem Empfang im Pfarrsaal begannen am vergangenen Wochenende die Festlichkeiten zur Indienstnahme der neu geschaffenen Peterskirchenorgel in Bruchsal. Ais gemeinsamen Vätern des Instruments dankte Peterskirchenpfarrer Dr. Jörg Sieger dem erfolgreichen Neuverursacher, Prof. Andreas Schröder, dem Schöpfer, Orgelbauer Vladimir Slajch sowie den einsatzfreudigen Projektantreiber und Unterstützern Dr. Johann J. Beichel und Norbert Pohl, Vorsitzende des Fördervereins.

Die von Lions- und Rotary-Club unterstützten Konzerte, Erlöse aus Konzertkartenverkauf, Weihnachtskonzert-CD, Spendensammlungen und weitere Aktivitäten erbrachten bisher zwei Drittel der vom Orgelbauförderverein zugesagten Summe. Einen Scheck über 50.000 Euro konnte Beichel dem Pfarrherrn für den Orgelneubau überreichen. Der Konzertmanager ist zuversichtlich, das noch fehlende Drittel erwirtschaften und durch Sponsoring bereit stellen zu können.

In wohlgesetzter Rede verglich Orgelbauer Slajch die Startphase seiner Orgelstart mit dem Stapellauf eines Schiffes, das in Erwartung einer langen Lebensreise erstmals ins Wasser gleitet. Das Leben des Orgelbauers werde nicht in Kalenderjahren, sondern nach seinen geschaffenen Werken gemessen. "Ich werde später sicher einmal sagen, das war damals, als wir in Bruchsal bauten!"

In der Balthasar-Neumann-Barockkirche vollzog hernach Domkapitular Dr. Klaus Stadel die kirchliche Weihe des Instruments. Im Auftrag des Freiburger Erzbischofs sprach er allen Dank und Anerkennung aus, die zum Gelingen des großartigen Werkes in vielfältiger Weise beigetragen haben. Die Pfarrkinder von St. Peter beglückwünschte der Prediger wegen nun geschaffener Möglichkeiten zur künftigen Feier der Liturgie mit erbaulichen Klängen für die Gemeinde zur höheren Ehre Gottes.

"Nehmt Gottes Melodie in euch auf", rief er den Gläubigen zu. Die Fülle der Töne sollten aufhorchen lassen für die Melodie Gottes, seinen Sohn Jesus Christus. Freude und Dankbarkeit würden die Sinne für den Gottessohn öffnen. Nur durch ihn sei Halt und Kraft zur Erfüllung und zum Tragen unseres Lebens zu finden.

Das reiche Klangspektrum der neuen Slajch-Orgel von 2003 - im alten Seuffert-Gewand von 1768 - erleben durften Kirchengemeinde und Gäste. Kirchenmusikdirektor Schröder hatte eine bunte, orgelmusikalische Europareise von Sizilien bis Deutschland zusammengestellt.

Lustvoll, mitunter gar verwegen interpretierte der Karlsruher Orgelprofessor Orgelstücke vorwiegend des 17. und 18. Jahrhundert. Die Kompositionen von Guami, Muffat, Bruna, Couperin, Mendelsohn-Bartholdy und Bach brachten alle Spielarten und Entfaltungsmöglichkeiten des neuen Instruments zur Geltung.

OB Bernd Doll äußerte sich zufrieden darüber, dass für die Stadt Bruchsal die seit 1759 bestehende Baupflicht und Baulast für die Orgel nunmehr beendet werde.

Das neue Kircheninstrument im stadtbildprägenden Neumann-Bau nannte er eine echte Bereicherung für die gesamte Stadt Bruchsal.

Der Sonntag war geprägt durch die festliche Liturgiefeier mit Haydns Missa in Es "Große Orgelsolomesse" (Chor und Orchester geleitet von Sebastian Münz) und dem beifallsträchtigen Orgelkonzert des Prager Akademieprofessors Jaroslav Tuma.

ZUM BILD: Orgelweihe der neuen Emporeorgel in der Bruchsaler Peterskirche durch Domkapitular Dr. Klaus Stadel (Mitte). Foto: huh

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