Bruchsaler Rundschau Nr. 295 vom Montag, 22. Dezember 2003 - Seite 12

Bruchsal/Bethlehem (art). In diesen Tagen verbindet ein kleines Licht Bruchsal - und viele andere Orte - mit Bethlehem: Das Friedenslicht 2003. Die 13-jährige Birgit Göttel aus Österreich hat es in Bethlehem entzündet. Dann kam das Licht über Linz in Österreich, der Ursprungsstadt der "Aktion Friedenslicht", und Wien nach Deutschland. Am dritten Advent wurde es in Karlsruhe empfangen. In Denzlingen fand anschließend ein feierlicher Aussendungsgottesdienst statt, wo Clara Wittig von der Pfadfinderinnenschaft St. Georg Bruchsal das Licht in die Gemeinde St. Paul holte.
Danach hütete sie es zu Hause, um am vierten Advent im Gottesdienst die Friedenskerze vor dem Altar anzuzünden. Hier können sich Gläubige aus der Gemeinde das Licht im Weihnachtsgottesdienst am 24. Dezember um 16 Uhr abholen, um auch zu Hause damit Kerzen zu entzünden. "Für mich ist dieses Licht ein ganz Besonderes", sagt Clara Wittig, "da es aus der Geburtsstadt des Heilands kommt und viele Menschen miteinander verbindet." So hütet sie es in besonderer Weise, dass es nicht verlischt. Vorsichtshalber hat sie aus Denzlingen noch eine zweite Flamme mitgebracht.
Für manchen wurde das Licht auch zum Versöhnungslicht, wenn sich zerstrittene Nachbarn das Licht brachten und genötigt waren, ihren Streit zu überdenken. So unterstützt die Aktion die Einrichtung "Abrahams Herberge" in Beit Jala einer Stadt in der Nähe Bethlehems. Hier geschieht eine umfangreiche Sozialarbeit, die der Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern den Boden bereiten soll. "Man dient beiden Völkern, wenn man beiden Gehör schenkt. Wenn man Israel liebt, dann soll man Palästina helfen. Und wenn man Palästina liebt, dann soll man Israel zur Seite stehen", sagt Jadallah Shihadeh, der evangelische Pfarrer von Beit Jala.
ZUM BILD: EINE FRIEDENSKERZE entzündeten Claudia Hoscislawski, Clara Wittig und Vanessa Haentjes (von links nach rechts) vor dem Altar. Foto: art
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