Der Kurier (Ausgabe Bruchsal) Nr. 36 vom Mittwoch, 4. September 2002, Seite 10

Peterskirche Bruchsal

Neue Klöppel für die Barockglocken

Bruchsal (hm). Wer sich in der Nähe der Peterskirche oder dem Friedhof aufhielt, konnte feststellen, dass die Glocken der Kirche unregelmäßig oder überhaupt keine Töne von sich gaben. Man vermisste schon ihr Läuten morgens, mittags, abends, die Zeitangabe oder gar die Begleitung auf dem letzten Weg eines Menschen zur letzten Ruhestätte. Nun, der Grund dafür ist der, dass auch der Zahn der Zeit an dem über 250 Jahre alten Barockgeläute seine Spuren hinterlassen hat. Balthasar Neumann, ein gelernter Geschütz- und Glockengießer, hat 1745 den Guss in Würzburg persönlich überwacht.

Seit dieser Zeit läuten die fünf Glocken fast ununterbrochen zu ihren festgelegten Zeiten. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich mit der Zeit die Klöppel, welche ja von weicherem Material sein müssen als die Glocke, abnutzen und dadurch einen disharmonischen Klang erzeugen. Die neuen Klöppel sind jetzt statt gedreht geschmiedet. Ebenso müssen auch die Lager und die Holzjoche, an denen die Glocken hängen, ausgebessert oder durch neue ersetzt werden. Schließlich wurden die Glocken noch gedreht, um ein Zerspringen wegen der Materialspannungen zu verhindern.

Für die Mitarbeiter der Glocken- und Turmuhrensanierungsfirma Schneider aus Schonach ist es keine leichte Arbeit, in den engen Türmen und bei den verschiedenen Witterungsverhältnissen in luftiger Höhe zu arbeiten.

Nun läuten diese Glocken wieder, rufen zu Gebet und Besinnung auf oder bitten, wie auf der dem Stadtpatron Sankt Sebastian geweihten Glocke steht: "Dass der Feind und die Pest und der Hunger aus Bruchsal verbannt sei." Auch die Fürbitte, welche auf der St.-Josefs-Glocke steht, ist in diesen Tagen wieder aktuell: "Durch die Fürbitten des hl. Joseph, des Nährvaters Jesu, der Stadt und des Vaterlandes, Vater, vor Blitz und Ungewitter, bewahre uns o Gott."

Bruchsaler Rundschau Nr. 179 vom Montag, 5. August 2002, Seite 23

Barockglocken bekamen neue Klöppel

DIE GLOCKEN der Peterskirche wurden saniert, weil der Zahn der Zeit an dem über 250 Jahre alten Barockgeläut seine Spuren hinterlassen hatte. Foto: HM

Bruchsal (HM). Neue Klöppel haben die Barockglocken von St. Peter erhalten, und so läuten die Glocken der Kirche wieder. Mitarbeiter einer Fachfirma aus Schonach waren mit der Sanierung in luftiger Höhe beschäftigt.

Der Zahn der Zeit hatte an dem über 250 Jahre alten Barockgeläut seine Spuren hinterlassen. Balthasar, ein gelernter Glockengießer, überwachte 1745 den Guss in Würzburg. Seit dieser Zeit läuten die fünf Glocken fast ununterbrochen zu fest gelegten Zeiten. Mit der Zeit nutzten sich die Klöppel ab, welche aus weicherem Material bestehen als die Glocke, und erzeugten einen disharmonischen Klang.

Die neuen Klöppel sind geschmiedet. Ebenso mussten auch die Lager und die Holzjoche, an denen die Glocken hängen, ausgebessert oder durch neue ersetzt werden. Schließlich wurden die Glocken noch gedreht, um ein Zerspringen wegen der Materialspannungen zu verhindern.

ZUM BILD: DIE GLOCKEN der Peterskirche wurden saniert, weil der Zahn der Zeit an dem über 250 Jahre alten Barockgeläut seine Spuren hinterlassen hatte. Foto: HM

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