Bruchsaler Rundschau Nr. 259 vom Freitag, 9. November 2001, Seite 18
Mit ausschließlich barockzeitlichen Kompositionen begann der Auftakt einer Konzertreihe in der Bruchsaler Peterskirche, deren Reinerlös die Anschaffung der neuen Orgel des Gotteshauses unterstützt. Das Eröffnungskonzert "Kompositionen für Cembalo & barocke Triosonaten" bestritt der neue Freund von St. Peter und begeisterte Förderer des künftigen Instruments. Kirchemusikdirektor Professor Andreas Schröder (Cembalo), zusammen mit Martina Bartsch und Dietrich Schüz (Violinen) sowie Iris Finkheiener (Violone) mit Werken von Girolamo Frescobaldi, Antonio Caldara, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.
Einer kurzen Einführung zu den Komponisten und ihren Stücken durch den Cembalisten, der seine Kunstfertigkeit ad hoc auf dem im Bruchsaler Schloss beheimateten Instrument bewies, folgten höchst qualitätsvolle, Seitcharakteriatische Solostücke für das Saiteninstrument abwechselnd mit Terzett- und Quartettvorträgen. Auch bei Triosonaten ist ein vierter Musiker als Generalbassist am Tasteninstrument unerlässlich. Auffällig gerade für musikalische Laien und wenig Barockklang gewohnte Ohren waren die charakteristischen Merkmale der Tempi und Ausdrucksweisen der einzelnen Sätze, die klar definiert wurden und so barock musikalischen Hörunterricht vom Feinsten boten. Für die oft gerügte mangelhafte Raumakustik war der Standort des Quartetts vor dem Zelebrationsaltar günstig. Überrascht durften die Zuhörer darüber sein, wie kräftig das zweimanualige Kammerinstrument die weiten Räume des Balthasar-Neumann-Baues mit seinen Klängen erfüllte. Allein das gekonnte Spiel setzte dabei raffinierte Lautstärkeveränderungen um, da Cembali grundsätzlich keine Pedale haben.
Einen Bezug zum Bauherrn Kardinal Schönborn beziehungsweise dessen Familie herzustellen fiel Schröder leicht, da die Kaisertreuen Schönborns als Werke des lange für den Wiener Hof tätigen Caldara in ihrem Wiesentheider Musikarchiv sammelten und sicherlich auch musizieren ließen. So stammte denn auch Caldaras "Sonata a tre h-Moll per due violini e Basso continuo" aus den Beständen der familiären Sammlungen. Der unter der Vierung ruhende Fürstbischof mag vom Konzert ebenso angetan gewesen sein wie die applausfreudige Besucherschar, die sich künftig noch vergrößern sollte, damit der gute Zweck noch nachhaltiger gefördert werden kann.
Das nächste Benefizkonzert mit Werken des Barock und der Romantik für Posaunen und Orgel wird am 19. Dezember begeistern. Veranstalter ist dann der Rotary Club Bruchsal-Schönborn in Zusammenarbeit mit Förderverein Orgelbau St. Peter. Danach wird eine Winterpause etwa bis April dauern. Verstärkt sollen in der warmen Jahreszeit immer wieder hochkarätige Musikdarbietungen folgen.
Stefan Schuhmacher
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