Bruchsaler Rundschau, Nr. 106 vom Mittwoch, 9. Mai 2001, Seite 17

Beeindruckende Präzision und Ausgeglichenheit

Schlusskonzert des Chorleiter-Kammerchores Bergstraße in der Bruchsaler Peterskirche

Die voll besetzte Kirche St. Peter bot die prachtvolle Kulisse für ein besonderes Konzert: Geistliche Werke aus verschiedenen Jahrhunderten konnten die zahlreichen Zuhörer beim Schlusskonzert des Jubiläumsjahres des Chorleiter-Kammerchores Bergstraße hören, der unter der Leitung von Gerhard Wind in geradezu vorbildlicher Ausführung selten Gehörtes als auch Altbekanntes in perfekter Manier interpretierte.

Ergänzt durch besinnliche Worte von Marieluise Gallinat-Schneider hatte der Chor ein Repertoire ausgewählt, das die gesamte Bandbreite chormusikalischer Literatur von der Klassik bis zur Neuzeit umfasste. Sowohl sakraler als auch weltlicher Musik hat sich der Chor verschrieben, der seine Aufgabe darin sieht, vorbildlich erarbeitete Chormusik einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, "als beispielhafte Darstellung der künstlerischen Möglichkeiten im Männerchor".

Chorliteratur von Cherubini, dessen Musik für Männerchor wenig wahrgenommen wird, von Pfitzner und Bruch, Gallus, Bach, Händel und vielen anderen, wurden mit einer solchen Professionalität dargeboten, die dem Chor diese seltene Vielfalt wiederum erst erschließen konnte.

Das "Preghiera" von Rossini wurde mit solch eindringlicher melodischer Zärtlichkeit gesungen, das "Ecce quomodo moritur" mitunerbittlicher Bestimmtheit, sodass auch die Kontrastwirkungen zwischen den Werken nicht besser ausgeschöpft werden konnten.

Hervorragende Solisten des Chores sowie Matthias Hartmann als Solist an der Orgel gaben einzelnen Werken wie dem "Chor der Toten" einen eigentümlich-besonderen Charakter, und auch die verschiedenartige Aufstellung des Chores erinnerte nicht nur bei dem "Chor der Mönche" an eine zeitbezogene Singpraxis.

Seit der Gründung des Chores 1980 hat Gerhard Wind aus einem Kreis von Individualisten ein außergewöhnliches Ensemble gemacht, das durch seine Präzision der Artikulation und Dynamik glänzt. Sein homogener Chorklang lässt das Mit- und Gegeneinander der Stimmen vor allem in den polyphonen Werken des 16. und 17. Jahrhunderts klar erkennen und eine wohl-tuende Durchsichtigkeit bleibt hörbar: Beeindruckende Präzision und stimmliche Ausgeglichenheit zeichnen diesen Chor aus, der zweifelsohne seinesgleichen sucht.

Anschaulicher wurde die Musik des Barock durch die Worte Marieluise Gallinat-Schneiders, die den Barock mit dem Frühling als Lebenseinstellung in Verbindung brachte, und ihn eng mit dem Dank an den Schöpfer verknüpfte, der das Wunder des Frühlings und des Frühlings in der Musik immer wieder ermöglicht.

Beschlossen wurde das großartige Konzert mit Werken des 20. Jahrhunderts, und viele der Zuhörer konnten nicht anders und summten mit, als "When the samt's go marching in" in perfektem Klang ertönte.

Claudia Weber

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