Die Aufnahme in das Spital - In der Kirche

Der Brunnen im Verbindungshof und seine Symbolik

Der Brunnen im Verbindungshof (Rekonstruktion: Dr. Jörg Sieger, Bruchsal).

Unmittelbar am südöstlichen Fundament der Kirche war ein Brunnen angelegt worden - und sicher nicht zufällig. Der Altarraum, die Altaranlage mit dem Platz, auf dem heute der Altar steht, und die Anlage zwischen Altar und Ostwand, die Ostpforte und eben jener Brunnen wurden unter Jean Jenaldan, der von 1394 bis 1419 die Geschicke der Präzeptorei leitete, nach einheitlichem Plan angelegt . Emil Spath weist auf die Parallele zum Kirchturm hin, der an der Nordwestecke der Kirche in die Höhe gebaut worden war. Hier, im Südosten, reichte der Brunnen in die Tiefe und bildete mit dem Kirchturm eine große Diagonale. Und eine weitere Auffälligkeit gibt es: Die Parallele zur Vision des Propheten Ezechiels von der Tempelquelle nämlich.

Nach dem Bericht im 47. Kapitel des Buches Ezechiel, wird dem Propheten eine Vision zuteil. Er sieht einen Mann, der ihm - während er Tausende von Kilometern von Palästina entfernt im babylonischen Exil weilt - einen neuen Tempel von Jerusalem zeigt. Der biblische Bericht mündet in die Vision einer Quelle, die im Tempel entspringt. Der Prophet schreibt:

"Dann führte er mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar. Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln. Der Mann ging nach Osten hinaus, mit der Messschnur in der Hand, maß tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis an die Knöchel. Dann maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis zu den Knien. Darauf maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich hindurchgehen; das Wasser ging mir bis an die Hüften. Und er maß noch einmal tausend Ellen ab. Da war es ein Fluss, den ich nicht mehr durchschreiten konnte; denn das Wasser war tief, ein Wasser, durch das man schwimmen musste, ein Fluss, den man nicht mehr durchschreiten konnte. Dann fragte er mich: Hast du es gesehen, Menschensohn? Darauf führte er mich zurück, am Ufer des Flusses entlang. Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr viele Bäume. Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer, in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser gesund. Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden (die Fluten) gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben. Von En-Gedi bis En-Eglajim werden Fischer am Ufer des Meeres stehen und ihre Netze zum Trocknen ausbreiten. Alle Arten von Fischen wird es geben, so zahlreich wie die Fische im großen Meer. Die Lachen und Tümpel aber sollen nicht gesund werden; sie sind für die Salzgewinnung bestimmt. An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen."
(Ezechiel 47,1-12)

Der Brunnen vor dem "Hospitale maius" (Rekonstruktion: Dr. Jörg Sieger, Bruchsal).

Die biblische Vision vom Wasser, das unter dem Tempel hervorquillt und alles gesund macht, hat in einer Antoniterpräzeptorei ganz besonderen Klang. Und auffallender Weise findet sich neben der Ostpforte an der rechten Seite, südlich vom Altar, genau dieser Brunnen, von dem auch noch ein Kanal, weiter nach Süden führt, vermutlich bis hin zu jenem anderen Brunnen, der vor dem südwärts sich erstreckenden Hauptgebäude stand. In diesem Teil der Anlage war wohl das "Hospitale maius", das Heim für die Krüppel, untergebracht. Vor ihm stand ein achteckiger Brunnen. In den Plänen ist in unmittelbarer Nähe etwas Viereckiges eingezeichnet. Möglicherweise ein Vor-Becken aus dem der Brunnen vor dem "Hospitale maius" gespeist wurde. In genau dieses Vor-Becken könnte der Kanal, der dann vom Chorbrunnen aus genau 70 Ellen bis hier her geführt hätte, gemündet haben.

Wenn dem so ist, dann wäre die biblische Vision von der Tempelquelle, deren Wasser nach Süden strömt und alles gesund macht, mehr als sinnenfällig umgesetzt worden.

Die Waschung

Seine eigentliche Bedeutung hatte der Chorbrunnen aber beim Aufnahmeritus. Aus ihm wurde nämlich das Wasser geschöpft, mit dem das Bronzebecken hinter dem Altar gefüllt wurde.

Das Bronzebecken hinter dem Altar (Rekonstruktion: Dr. Jörg Sieger, Bruchsal).

Auch in der Vita des Heiligen spielt Wasser eine Rolle. Gegen Ende seines Lebens zieht des Einsiedler in die innere Wüste, um wirklich allein leben zu können. Dort lässt er sich nieder, am Fuße eines Berges, wo es

"... überaus klares Wasser, das süß und sehr kalt war... "
(Athanasius, Vita des Antonius, 49, zitiert nach: Hans Mertel, Des Heiligen Athanasius Leben des Heiligen Antonius (= Bibliothek der Kirchenväter XXXI) (Kempten, München 1917) 61)

gab.

Und Kapitel 59 der Vita handelt von der Rettung eines verdurstenden Bruders durch den Heiligen Antonius . Im Blick auf das heilende Wasser scheint allerdings Kapitel 54 die größte Bedeutung zu haben. Dort wird berichtet, dass Antonius von Mönchen gebeten wurde, eine Zeit lang zu ihnen nach Unterägypten zu kommen. Auf dem Weg durch die Wüste ging aber das Wasser aus.

"Als der greise Antonius alle in Gefahr sah, geriet er in große Betrübnis und seufzte; dann ging er ein wenig von ihnen abseits, beugte die Knie, breitete die Arme aus und betete; und sogleich ließ der Herr an dem Ort, wo er im Gebete stand, Wasser herausströmen. Alle tranken nun und erholten sich".
(Athanasius, Vita des Antonius, 54, zitiert nach: Hans Mertel, Des Heiligen Athanasius Leben des Heiligen Antonius (= Bibliothek der Kirchenväter XXXI) (Kempten, München 1917) 64-65)

Beim mit Wasser gefüllten Bronzebecken versammelten sich nun die Teilnehmer der Liturgie. Sie waren die Stufen rechts und links hinaufgegangen und standen nun zu beiden Seiten des Chorhauptes dem Kranken zugewandt, der sich unterhalb des Altares befand. Der Beichtvater, gleichzeitig Vorsteher der Liturgie, nahm nun die Weihe des Wassers vor. Er begann die Weihegebete mit der Anrufung "Adiutorium nostrum in nomine domini, ..." - "Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, ..." - und alle antworteten mit den Worten "... qui fecit coelum et terram" - "... der Himmel und Erde geschaffen hat."

Darauf folgte die Oration:

"Oremus. Deus, qui ex aqua et spiritu sancto sanctificas et vivificas omnem hominem: per intercessionem sanctissime genetricis virginis Marie et per signum crucis et per merita sancti Anthonii confessoris nec non istorum omnium sanctorum tuorum benedicere et sanctificare digneris hanc creaturam [vini et] aque, ut quicunque ex eo [gustaverit vel] tactus fuent, recipiat anime et corporis sanitatem."
(Zitiert nach: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 361.)

Bei den Worten "per signum crucis" zeichnete der Zelebrant wohl das Kreuzzeichen über das Wasser, möglicherweise mit dem Reliquien-Kreuz, das in Isenheim verehrt  wurde. Nach üblicher Praxis tauchte er das Kreuz dann vermutlich bis zu den Worten "anime et corporis sanitatem" in das Wasser ein.

Nach dieser ersten Oration folgte eine Erinnerung an ein Jesus Wort, das entsprechend der Antoniuslegende dem Einsiedler nach einer der schlimmsten Dämonen-Versuchungen zuteil geworden war.

"Vox de celo ad Anthonium facta est: Quoniam viriliter dimicasti, ecce ego tecum sum et faciam te in toto orbe nominari."
(Zitiert nach: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 361.)

Darauf wurde der Ordenspatron angerufen.

"Ora pro nobis, sancte Anthoni, ..." - "Bitte für uns, Heiliger Antonius, ..." - und alle stimmten ein: "... ut digni efficiamur promissionibus Christi". - "... auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi". Dann folgte die Oration:

"Deus, qui concedis obtentu beati Anthonii confessoris tui morbidum ignem extingui et rnembris egris refrigeria prestari, fac nos propicius ipsius meritis et precibus a jehenne (Gehenne) incendiis liberatos integres mente et corpore tibi feliciter in gloria representari. Per Christum Dominum nostrum.",
(Zitiert nach: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 361.)

die alle wieder mit "Amen" bekräftigten.

Das abschließende Segenswort sprach der Zelebrant dann - so vermutet Emil Spath - über den Kranken :

"Merita beati Anthonii confessoris tui, benedictio dei patris et filii et spintus sancti descendat super te et maneat semper."
(Zitiert nach: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 361.)

Worauf alle wieder mit "Amen" antworteten.

Die Sacrarium-Anlage unter dem Choraltar.

Mit dem geweihten Wasser wurde der Kranke gewaschen. Vermutlich öffnete der Helfer des Sakristan, der am Morgen auch das Becken gefüllt hatte, den entsprechenden Abflussverschluss, so dass das Antonius-Wasser herausfließen konnte. Es handelte sich - das lässt die Größe des Bronzebeckens vermuten - sicher nicht nur um eine symbolische Besprengung. Auch der Abfluss unter dem Altar und das große Sacrarium, in das dieser Abfluss führte, machen deutlich, dass diese Einrichtungen dazu gedacht waren, größere Wassermengen aufzunehmen.

Emil Spath vermutet, dass man das Wasser über die Hände des Kranken fließen ließ, auch über seine Füße. Ob man ihm das Gesicht wusch, lässt er offen. Getrunken wurde das Wasser vermutlich nicht. Als Trank wurde ja der sogenannte "Antonius-Wein", der aus den Heilkräutern bereitet wurde, gereicht.

Die Absolution vor dem geschlossenen Altar und die Extrema Unctio

Nun begab man sich in den Chorraum, vor den Altar, auf dem man ab Mitte des zweiten Jahrzehnts des 16. Jahrhunderts das Gemälde der Kreuzigung sehen konnte.

Der geschlossene Altar (Rekonstruktion: Dr. Jörg Sieger, Bruchsal).

Hier sprach der Beichtvater die vorgegebenen Gebete, die in die Absolutions-Worte mündeten. Der Kranke wurde von seinen Sünden losgesprochen, "... in nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti." - "... in Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." - Alle übrigen antworteten mit "Amen".

Emil Spath erinnert daran, dass an dieser Stelle als Bußgebete die sieben sogenannten Bußpsalmen folgten . Alle, die dazu in der Lage waren, werden sie nun vorgetragen haben. Einige Kernsätze dieser Psalmen machen ihre Bedeutung im Zusammenhang mit der Bußliturgie deutlich:

"...Sei mir gnädig, Herr, ich sieche dahin; heile mich, Herr, denn meine Glieder zerfallen! ..."
(Psalm 6,3)

"Wohl dem, dessen Frevel vergeben und dessen Sünde bedeckt ist."
(Psalm 32,1b - in der lateinischen Bibelausgabe, der Vulgata, als Psalm 31,1b gezählt)

"Herr, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott! Eile mir zu Hilfe, Herr, du mein Heil!"
(Psalm 38,22-23 - in der lateinischen Bibelausgabe, der Vulgata, als Psalm 37,22-23 gezählt)

"Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist!"
(Psalm 51,12 - in der lateinischen Bibelausgabe, der Vulgata, als Psalm 50,12 gezählt)

"Verbirg dein Antlitz nicht vor mir! / Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu!"
(Psalm 102,3 - in der lateinischen Bibelausgabe, der Vulgata, als Psalm 101,3 gezählt)

"Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: Herr, höre meine Stimme! ... Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen."
(Psalm 130,1b-2a. 6a - in der lateinischen Bibelausgabe, der Vulgata, als Psalm 129,1b-2a. 6a gezählt)

"... führe mich heraus aus der Not in deiner Gerechtigkeit!"
(Psalm 143,11b - in der lateinischen Bibelausgabe, der Vulgata, als Psalm 142,11b gezählt)

Entsprechend dem mittelalterlichen Bußritus wurde dem Kranken, der ja todkrank war und dem häufig eine Amputation bevorstand, das Sakrament der Krankensalbung gespendet, das damals als Salbung in Todesnähe, als "Extrema Unctio" - "letzte Ölung" - verstanden wurde. Dabei breitete der Zelebrant die Hände über dem Kopf des Kranken aus, sprach eine Oration und salbte ihm dann, begleitet von den entsprechenden Gebeten die Augen, die Ohren, die Nase, die Lippen, die Hände und die Füße mit dem "Oleum Infirmorum", dem aus Ölivenöl bestehenden Krankenöl.

Die "Wegzehrung" und die Aufnahme in den Orden

Der einmal geöffnete Altar (Rekonstruktion: Dr. Jörg Sieger, Bruchsal).

Im Anschluss daran wurde dem Neuaufzunehmenden die Eucharistie gereicht. Dies geschah üblicherweise nicht im Rahmen einer Messfeier, sondern - wie auch heute noch bei der Spendung der Kommunion an Kranke oder Menschen in Todesgefahr - als "Viaticum", als Wegzehrung für den letzten Teil des irdischen Lebensweg, den der Sterbende zurückzulegen hatte.

Dazu wurden möglicherweise die Flügel mit dem Kreuzigungsbild geöffnet und die Bilder der Menschwerdung, der Fleischwerdung des Logos, und der Aufstehung wurden dem Kranken begleitend vor Augen gestellt.

Emil Spath geht davon aus, dass nach dem Öffnen des Altares, das alte, kostbare Tabernakel, dessen Platz er auf dem Altarretabel vermutet, wie in Frankreich weit verbreitet, herabgelassen wurde. Spath spricht von einem mysterienspielartigen Sichtbarwerden der Verheißung Christi . Im Sinne der mittelalterlichen Schaufrömmigkeit wäre diese Herabkunft des "Viaticums", des sacramental gegenwärtigen Christus, ein für den Kranken tief eindrucksvolles Geschehen gewesen.

Tabernakel an seinem von Emil Spath vermuteten Platz auf dem Altarretabel (Rekonstruktion: Dr. Jörg Sieger, Bruchsal).

Nach der Sakramentenspendung wäre der Altar dann noch einmal geöffnet worden und die Skulpturen der Ordensheiligen, mit der Figur des Ordenspatrons in der Mitte, begleitet von den Bildern aus seiner Vita standen den Anwesenden vor Augen. Nun legte der Neuaufzunehmende seine Gelübde ab.

Der geöffnete Altar (Rekonstruktion: Dr. Jörg Sieger, Bruchsal).

Wie Adalbert Mischlewski aus den Reformstatuten von 1478 erhoben hat,

"war die Aufnahme in ein Antoniterhospital tatsächlich gleichbedeutend mit dem Eintritt in diesen Orden".
(Adalbert Mischlewski, Die Frau im Alltag des Spitals, aufgezeigt am Beispiel des Antoniterordens, in: Veröffentlichungen des Instituts für mittelalterliche Realienkunde Österreichs (Wien 1986) 595ff, 601, vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 364.

Alle Kranken hatten "auf die heiligen Evangelien Gottes... in die Hand der Präzeptoren" feierliche Versprechen abzulegen, die den drei klassischen Ordensgelübden "Armut - Ehelosigkeit - Gehorsam" nachgebildet waren. Erst dann waren sie vollgültig aufgenommen.

Damit endete die Aufnahmeliturgie. Anschließend wurde der Aufgenommene von der Hausgemeinschaft wohl zum "Hospitale frecherii" geleitet, das sich im Obergeschoss des Eingang- und Aufnahmegebäudes befand. Der Weg führte wieder durch die Ostpforte der Kirche über den Verbindungshof zum Wendeltreppenhaus der Porterie. In deren Obergeschoss wurde das neue Ordensmitglied der Sorge der "Magistra frecherii" übergeben und der Kunst des Arztes anvertraut. In zahlreichen Fällen erfolgte nun die Amputation der abgestorbenen Gliedmaßen. Die "Magistra" nahm sich der der frisch Operierten an und behandelte ihre Wunden. Wer den Eingriff überlebte, wechselte langfristig ins "Hospitale maius", wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Viel zu häufig, verbrachte der Kranke allerdings schon die nächste oder übernächste Nacht im Untergeschoss des Isenheimer Kirchturmes, in dem Emil Spath die Totenkammer vermutet , bevor er auf dem Friedhof beigesetzt wurde.

Aber auch hier blieb er durch deren Gebet weiter in die Gemeinschaft der Isenheimer Antoniter eingebunden.

Literaturhinweise

Unabhängig davon, dass Männer wie Frauen ohne Unterschied aufgenommen wurden, spreche ich der Einfachheit halber normalerweise von "der Kranke". Damit sind allerdings grundsätzlich auch die Frauen gemeint, die im Spital Aufnahme gefunden haben.
Die Rekonstruktion der Aufnahmeliturgie stützt sich auf

Andreas Jungmann, Die lateinischen Bußriten in ihrer geschichtlichen Entwicklung (Innsbruck 1932)
sowie

Adalbert Mischlewski, Grundzüge der Geschichte des Antoniterordens bis zum Ausgang des 15. Jahrhunderts (Unter besonderer Berücksichtigung von Leben und Wirken des Petrus Mitte de Capraris). (= Bonner Beiträge zur Kirchengeschichte 8) (Köln, Wien 1976).
Ausführlich dargestellt ist sie bei
Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 337-365, 397).

Anmerkungen

1) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 352.

2) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 352-353.

3) Vgl.: Athanasius, Vita des Antonius, 59, in: Hans Mertel, Des Heiligen Athanasius Leben des Heiligen Antonius (= Bibliothek der Kirchenväter XXXI) (Kempten, München 1917) 69-70.

4) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 361.

5) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 361.

6) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 363.

7) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 363.

8) Vgl.: Andreas Jungmann, Die lateinischen Bußriten in ihrer geschichtlichen Entwicklung (Innsbruck 1932) 115ff. - Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 363.

9) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 363-364.

10) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 364.

11) Vgl.: Emil Spath, Isenheim - Der Kern des Altarretabels - Die Antoniterkirche (Freiburg 1997) Band I, 397.

Dr. Jörg Sieger, Mannheimer Str. 54, 76131 Karlsruhe,
Tel.: +49 (0721) 82105171, E-Mail: kontakt@joerg-sieger.de.