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Leben und Offenbarungen der heiligen Brigitta
Schrecken und Wunder sind in unserem Lande gehört worden,
Ein Wunder war es, daß der Eiferer des Gesetzes, Moses, ein feuriges Gesetz
zur Rache an den Sündern mitten aus dem Feuer des Eifers Gottes hörte.
Schrecklich aber ist es, daß heutzutage die Demütigen und die im Geiste
Sanftmütigen die Stimme Jesu Christi, Gottes und des Menschen hören, wie
ehemals Elias dieselbe im Säuseln sanfter Luft vernommen. (III. Kön. XIX.
12.) Derjenige, welcher das halsstarrige, unwissende und rohe Volk im Eifer
seiner Gerechtigkeit seinem Gesetze zuerst durch Furcht unterworfen, macht nun
mit sanfter Barmherzigkeit das Volk, nachdem dasselbe in beiderlei Gesetz, im
alten wie im neuen, unterwiesen worden, geneigt, sieh durch Liebe zu
unterwerfen. Es war das starke Weben des Schreckens Gottes vorausgegangen, der
die Berge
der Hoffärtigen umstürzte und die Felsen der verhärteten Herzen zerrieb; es
war vorausgegangen die Bewegung der Buße, welche die Herzen zum Heile
erschütterte, desgleichen das Feuer der göttlichen Liebe, welche im
Evangelium durch die augenscheinlichsten Zeichen seiner großen Liebe zu den
Seinigen leuchtet, da er sich selber in den Tod für sie dahingegeben hat,
damit sie nicht in Ewigkeit sterben möchten, sowie auch der Liebe der
Seinigen unter sich, welche sich, um ihn zu verherrlichen, hingaben. In diesem
Feuer ist, um gewissermaßen so zu reden, Gott nicht der Herrlichkeit seiner
Gottheit, sondern dem niedrigen Stande unserer Dienstbarkeit entsprechend,
worin er die Welt erlöst hat, erschienen. Und nun folgt das linde Säuseln
der göttlichen Barmherzigkeit. Dasselbe ruft um der Bitten und der Verdienste
der Mutter der Barmherzigkeit, der Jungfrau Maria willen alle aus der Glut der
Sünden in die Luft der überaus milden Barmherzigkeit. In dieser Luft
offenbart der Herr, dem es eigentümlich ist, sich zu erbarmen, die Allmacht
seiner Gottheit in der Höhe des höchsten Erbarmens, damit, wenn das
göttliche Gericht erscheint, diejenigen nicht zu entschuldigen seien, welche
seine Barmherzigkeit, die er süß und mildiglich angeboten, verachtet haben.
Oder ist nicht der ohne Entschuldigung durch die Gerechtigkeit des göttlichen
Gerichtes gestraft zu werden würdig, welcher die ihm durch so süße Worte
und Werke, wie die Reihe dieser Offenbarungen enthält, angebotene
Barmherzigkeit verachtet und ausschlägt? Deshalb sollen alle ihre Gemüter
vorbereiten, alle den Schoß ihres Willens öffnen, damit ein gutes, über
Verdienst volles und über Hoffen gerütteltes und über alle Gedanken
überfließendes Maß durch die Mittlerin Gottes und der Menschen, von ihrem
Sohne, als der Quelle aller Liebe, ihnen eingegossen werde. Keinerlei Verdacht
eines Geistes irgend einer Falschheit darf die Gemüter derer beschleichen,
welche dies lesen, Denn es ist nicht zu glauben, daß der böse Geist entweder
die wahrhaft Gerechten betrüge, oder die Sünder in Bessere umwandle, oder
die Liebe, welche er nicht hat, in kalte Herzen einzugießen vermöge, oder in
irgend einem die Ehre Gottes, dem er mißgünstig ist, fördern sollte. Denn
wie es unmöglich ist, daß der Geist der Wahrheit entweder eine Lüge rede
und den ihm ergebenen Herzen eingebe, oder jemand von der Gerechtigkeit
abwende und die Verachtung des allmächtigen
Gottes herbeiführe, so ist dem Geiste der Unwahrheit das Gegenteil dieser
Übel wegen seiner alten Bosheit und Nichtswürdigkeit durchaus versagt. Oder
sollte etwa einer behaupten, eins oder das andere dieser guten Dinge sei dem
bösen Geiste zu vollbringen möglich, so folgt daraus, daß er auch zugeben
muß, wie das Entgegengesetzte dem guten und heiligen Geiste möglich sei. So
würde der Irrtum unvermeidlich werden, daß das Böse Gott, und das Gute dem
Teufel zugeschrieben werden und man glauben müßte, der Teufel sei der Fürst
und Regierer der Gerechten, wie man denn auch der Gotteslästerung nicht
ausweichen würde, Gott sei ein Gönner und Anstifter der Gottlosen. Wenn
jemand in wahrhafter Weise einen Gerechten unterscheiden will, muß er, um
nicht durch eine geschminkte Gerechtigkeit betrogen zu werden, wissen, daß
von einem wahrhaft Gerechten fern gehalten werden: erstens alles Böse, was
den ewigen Tod wirkt, nämlich Unkeuschheit, Begierlichkeit, Stolz; ferner
dasjenige, was fälschlich gut scheint, namentlich die Tugend, wenn man sich
doch der eiteln Ehre rühmt oder kleinmütig ist in Verteidigung der
Gerechtigkeit, oder im bitteren Eifer glüht, andere zu richten; dagegen soll
man in der Gerechtigkeit aus Tugend demütig sein, standhaft in der Demut,
ruhig in der Standhaftigkeit des Geistes. Deshalb sucht denn ein wahrhaft
Gerechter keine eigene Ehre, um nicht durch dieselbe vom Teufel betrogen zu
werden; weicht nicht aus Kleinmut vor der Verteidigung der Gerechtigkeit
zurück, um nicht dadurch von der Bosheit der Menschen überwunden zu werden;
auch unterliegt er keinerlei Betrübnis, wodurch die Haltung seines Gemütes
von der Grundlage der rechten Vernunft durch die Hitze der Ungeduld
herabgeworfen werde, denn nicht darum ist irgend jemand nicht gerecht, weil
ihm eine Herzensbetrübnis zustößt, wenn ihn nur diese Betrübnis nicht von
dem Grunde der Geduld und der übrigen Tugenden herunterdrängt. Deshalb gab
auch Christus, als er in der Traurigkeit und der Betrübnis des Todeskampfes
zum Vater sprach: Nimm diesen Kelch von mir! zu erkennen, daß diese
Betrübnis sein Gemüt vom Grunde der Tugenden nicht hinweggedrängt hatte,
indem er hinzufügte: Doch nicht wie ich will, sondern wie Du willst!
Ebensowohl wird er, was im vorerwähnten Bilde gesagt worden, fassen können,
denn das starke Wehen ist die eitle Ehre, welche alle Vortrefflichkeit der
Tugenden, die da ist wie ein Berg, und alle Beständigkeit, welche da ist wie
Festigkeit der Felsen, zerstört. Der Schrecken der Drohungen und Verfolger
bewegt die Herzen, daß sie dem Ungestüme der Menschen nachgeben, das Feuer
des Eifers entbrennt im Gerechten, welcher noch nicht in der Tugend der Geduld
und Sanftmut gegen die Sünder gefördert ist, wie an dem Pharisäer sichtbar
wird, der sich seiner Gerechtigkeit rühmte, aber wider den Zöllner ins Feuer
des Unwillens geriet, und wie Simon gegen Magdalena sich erhitzte. In einer
solchen Hitze ist jedoch der Heer nicht, und deshalb wird dem Teufel dadurch
Gelegenheit geboten, zu versuchen und zu betrügen.
Dergleichen Dinge darf man von der Braut Christi, die er
sich zum Dienste solcher Gnade auserwählt hatte, nicht besorgen. Als sie noch
im Ehestande lebte, hat sie ihren Gemahl zu vollkommener Keuschheit bewogen,
daß sie viele Jahre ohne Forderung und Leistung der ehelichen Pflicht
miteinander lebten. Während sie noch in dem Bande der Ehe lebte, gab sie der
witfräulichen Mäßigkeit in Nahrung und Kleidung den Vorzug und die Andacht
ihres Herzens und die Inständigkeit ihrer Gebete ließen an ihr schon die
große Vollendung der künftigen Frömmigkeit und Gnade im voraus erkennen.
Nachdem sie vom Gesetze gegen den Gemahl erledigt war, verteilte sie ihre
Güter unter ihre Erben und die Armen, mochte sich los aus den Banden der
Welt, und folgte in ihrer Armut dem armen Christus, indem sie für sich nur
die einfachste Nahrung und verächtliche Kleidung behielt. Deshalb suchte auch
Christus sie, welche allen Trost der Welt verschmäht hatte, mit wunderbaren
Tröstungen und Gnaden heim. Sie suchte in dem allen nicht ihre eigene,
sondern Gottes Ehre, und hätte, um der Beobachtung der Menschen zu entgehen,
sich lieber verborgen gehalten, wenn ihr nicht zum Heile der Nächsten durch
den Befehl des Geistes oder vielmehr Christi, der ihr im Geiste erschien,
geboten worden wäre, sich gewissen Personen zu offenbaren. Sie wünschte
auch, durch Erleiden von Schmach und Schande Christi Herrlichkeit zu
vermehren, und prägte durch Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit die Gestalt
des Lebens Christi an sich aus, ließ sich auch von ganz geringen und
verächtlichen Personen ohne Grund und ungestraft beleidigen. Wer möchte nun
wohl glauben, daß ein
solches Leben den Blendwerken der bösen Geister unterthan sein könne? Wer
wird wagen, Christum einer solchen Ruchlosigkeit zu zeihen, daß er eine
Person nicht schützen sollte, die auf ihn hoffte, und nicht sich, sondern ihn
aus ihrer Liebe Fülle ehrte? Oder giebt wohl ein guter Gemahl eine keusche
und treue Gattin einem Ehebrecher zum Hohne preis? So weiche denn nun der
Frevel des thörichten Urteiles, und werde Platz gegeben der Ehre und Gnade
Gottes, welche um so viel größer zu sein erkannt wird, je unglaublicher sie
unserer Unwissenheit und unserem geringen Glauben vorkommt. Denn wer hat,
wofern nicht die Gnade desselben Geistes über ihn gekommen, wohl jemals
glauben können, daß Christus, welcher im Himmel sitzt, mit einer noch in
dieser Sterblichkeit weilenden Frau rede? Aber wie mir aus Christi eigenen
Worten vernommen, meint man, wenn man Berge und Wälder ansieht, der Himmel
sei ihre Höhe, ob er schon nicht nahe ist. Also mag auch Christus, der im
Himmel herrsche, durch ein geistliches Gesicht nahe gesehen werden können,
obwohl er mit seiner leiblichen Gegenwart fern ist; ein solches Gesicht kann
durch die örtliche Entfernung nicht beeinträchtigt werden. O, fürwahr eine
staunenswerte und überwunderbare Erscheinung der Gnade! Gewiß soll dieselbe
allem Volke, das unter dem Himmel ist, geoffenbart werden; denn Christus,
welcher durch die Laster der Christen so schwer verletzt worden, daß kaum
irgend ein Überrest vom Samen der Gerechtigkeit gefunden wird, erweiset
dadurch den Undankbaren Barmherzigkeit, und lockt die Schuldigen an,
Verzeihung zu begehren. Fürwahr, diese Erscheinung ist staunenswerter, als
diejenige, mittels deren er sich im Fleische gezeigt hat. Letztere hat das
äußere Fleisch den leiblichen Augen vorgeführt; diese stellt Gott und den
Menschen den geistlichen Augen dar. Durch jene redete der Sterbenwollende mit
den Sterblichen; durch diese redet der ewig Lebensollende als ein Sterblicher,
auf daß sie Unsterbliche werden. Mittels jener wandelte er auf Erden; durch
diese herrscht er im Himmel und versöhnt das Menschliche mit dem Göttlichen.
In jener hat er durch seinen Tod die Schuld der Gerechtigkeit für uns
bezahlt; in dieser verheißt er uns, unverdienterweise die Gabe der
Barmherzigkeit zu spenden. So staunenswert ist, sage ich, diese wunderbare
Erscheinung, daß sie kaum geglaubt und die Kraft eines so großen Wunders
von der geringen Fassungskraft des menschlicher Herzens kaum begriffen werden
kann. Denn wenn auch die Vernunft selber die mit Kraft erfüllte Wahrheit in
den Worten und Werken, die bei solcher Erscheinung vernommen und durch ihren
Ausdruck bewährt werden, findet, so faßt die Schwäche doch nicht, wie das,
was die Vernunft derer, welche die Worte vernehmen und die Wohlthaten
erfahren, aussagt, aufgefaßt werden soll. Sogar ich selber, der ich dieses
geschrieben, fasse, obwohl mir durch Wort und Werk durch diesen Geist auf
gewisseste Weise die Wahrheit bekannt geworden, dieselbe doch nur mit Mühe,
wie gar würdig aller Annahme ich es auch halte. Wie darf ich nun meinen, alle
Hörer könnten dieses glauben, welche die Worte nicht gehört und die Werke
nicht erfahren haben? Wie es von Christi Auferstehung heißt, sie sei nach und
nach durch viele Beweise dargelegt worden, weil die schwachen Herzen der
Sterblichen die ganze Neuheit des Wunders auf einmal nicht zu fassen
vermochten; so wird, glaube ich auch, Christus an diesem Wunder in einem
längeren Zeitverlaufe thun, und die Größe des Wunders durch viele Zeichen
der Tugenden bekannt machen, da die an die Finsternis gewöhnten Augen des
Herzens der Sünder dieselbe sobald nicht zu erkennen vermögen. Das aber soll
die Herzen aller zur leichteren Annahme der Wahrheit vorbereiten, daß so
viele Worte und so viele Wunder keinen anderen Glauben predigen, als Christus
gepredigt hat. Sie führen uns keinen neuen Christus vor, sondern denselben,
welcher für uns gelitten hat. Sie ziehen von der Wahrheit, welche in Christo
ist, nichts ab, noch fügen sie derselben etwas hinzu; wohl aber zur
Barmherzigkeit, welche um so reichlicher in ihnen sich zeigt, je größer
über das, was jemals gewesen, das Elend der Sünden sich zeigt. Lasset uns
also dem Vater der Barmherzigkeit und dem Gotte alles Trostes Dank sagen,
welcher bei so vielem Elende der alternden Welt mit so vielen Erbarmungen den
Elenden zu Hilfe kommt, daß sie nicht in Abgründe der Verzweiflung
versinken. Wer nüchtern und getreulich die Worte des gegenwärtigen Buches
beachten will, wird nicht bezweifeln können, daß die Worte nicht derjenigen,
welche an Tugend leer ist, sondern derjenigen, welche angefüllt ist mit der
Tugend der Wahrheit, nur vom Geiste der Wahrheit haben geredet werden können.
Wer auch ihre Werke prüfen
will, wird glaubwürdige Zeugen finden, mit denen er, wofern er nur will, die
Wahrheit der Thatsachen billigend anerkennen wird. Der Anfang dieser, der
gedachten Frau geschehenen Offenbarung ist mir, der ich diese Vorrede
vorausgeschickt, überliefert, um denselben auch anderen kundzuthun. Derselbe
ist von Christo eingeleitet:
"Der Teufel hat dreifältiglich gesündigt, nämlich
durch Hoffart, weil ich ihn in guter Weise geschaffen habe; durch
Begehrlichkeit, weil er mir nicht allein gleich, sondern noch höher zu sein
trachtete; durch Lust, mittels deren er solche Freude an meiner Herrlichkeit
fand, daß er, wofern er gekonnt, mich gern getötet hätte, um an meiner
Statt zu regieren. Deshalb ist er aus dem Himmel gestürzt, und hat mit diesen
drei Sünden die Welt angefüllt, und durch dieselben das menschliche
Geschlecht geschändet. Deshalb habe ich selber die Menschheit angenommen, und
bin in die Welt gekommen, um durch meine Demut ihre Hoffart, durch meine Armut
ihre Begehrlichkeit zu vernichten, und habe mich der überaus schweren Pein
des Kreuzes unterzogen, um ihre abscheuliche Lust zu vertilgen, und dem
Menschen mit dem Blute meines Herzens und durch meinen Tod den Himmel, welcher
ihm wegen seiner Sünden verschlossen war, zu eröffnen, wofern er nur, soviel
er kann, dabei mitwirken will. Nun aber haben die Leute im Reiche Schweden,
namentlich die Art Menschen, welche man Hofmannen oder Ritter nennt, in der
Weise gesündigt, wie zuvor der Teufel gesündigt hat. Sie treiben Hoffart mit
der Schönheit der Leiber, die ich ihnen gegeben habe; sie streben nach
Reichtum, den ich ihnen nicht habe gewähren wollen; sie zerfließen
dergestalt in abscheulicher Lust, daß, wenn es ihnen möglich wäre, sie mich
lieber nochmals umbrächten, und mein schreckliches Gericht, das ihnen um
ihrer Sanden willen bevorsteht, ertrügen, als auf ihre Lüste verzichteten.
Deshalb werden die Leiber, auf welche sie stolz sind, durch das Schwert, durch
den Sperr und das Beil umgebracht werden; die schönen Gliedmaßen, welche
ihre Herrlichkeit ausmachen, werden die wilden Tiere und Vögel zerreißen;
die Güter, welche sie wider meinen Willen zusammenhäufen, werden andere
zerstreuen, sie selber aber werden darben. Wegen ihrer abscheulichen Lüste
mißfallen sie meinem Vater so sehr, daß er sie nicht würdigt, sie
zum Anschauen seines Angesichtes heranzulassen. Und weil sie mich, wofern sie
vermöchten, gern umbrächten, werden sie selber in die Hölle, den Händen
der Teufel hingegeben werden, um von ihnen den ewigen Tod zu empfangen. Dieses
Gericht würde ich längst über das Reich Schweden haben ergehen lassen, wenn
nicht die Gebete meiner Freunde, welche sich darin befinden und welche mich
zum Erbarmen bewegen, mich daran gehindert hätten. Deshalb wird die Zeit
kommen, wo ich diese meine Freunde zu mir versammeln werde, damit sie die
Übel nicht sehen, welche ich über dieses Reich verhängen will. Gleichwohl
werden einige meiner Freunde alsdann noch leben und die gehäufte Menge ihrer
Verdienste sehen. Weil also nun die Könige, die Fürsten und Prälaten mich
durch meine Wohlthaten nicht kennen lernen wollen, um zu mir zu kommen, so
will ich jetzt die Armen, die Schwachen, die Kinder und elende Personen
versammeln, mit denen ich ihre Stellen ausfüllen werde, damit in meinem Heere
ihrer Abwesenheit wegen kein Ausfall stattfinden möge."
Als nun die Person, welcher diese Offenbarung geschah, seufzte und das Gericht als zu hart beklagte, fügte der Herr hinzu: "Solange der Mensch lebt, ist ihm der Eingang zum Himmelreiche eröffnet. Wissen die Menschen ihr Leben zu ändern, so weiß ich auch mein Urteil zu mildern."
Aber auch die Thatsachen, welche mir gerade im Augenblicke
einfallen, bestätigen die Wahrheit des Gegenwärtigen. Erstens weil
eine ungelehrte Frau dasselbe vorträgt, welche nicht dichten will, weil sie
von hohem Stande, auch von bewährtem Wandel ist, in Demut und im Witwenstande
lebt, auch wenn sie wollte, nicht das geringste zu erdichten wissen würde, da
sie höchst einfach und sanftmütig ist. Die andere ist, daß der
Schreiber dieses, welcher, weil er Gott fürchtet und einfältig ist, durchaus
die Hand zum Schreiben nicht ansetzen wollte, und sich seiner Unwissenheit
halber zu einem solchen Werke sehr wenig geeignet hielt, mit Todesfurcht,
durch Christum genötigt, schier gestorben ist, bis er seine Einwilligung gab,
und nach Erklärung seiner Zustimmung nicht allmählich, sondern urplötzlich
geheilt worden ist. Die dritte Thatsache ist, daß ein Besessener in
Ostgotland, in Gegenwart, zweier glaubwürdigen Zeugen, auf die aus dem Munde
des vor-
gedachten Geistlichen hervorgehenden Worte, welche dieser Frau von Christo
angegeben waren, und die der Bruder auf Christi Geheiß zum bösen Geiste
geredet hatte, gereinigt ward. Die vierte ist, daß ein anderer
Besessener in Schweden, in Gegenwart dreier glaubwürdigen Zeugen, aus die
nämliche Weise durch denselben Ordensgeistlichen gesäubert worden ist. Die fünfte
ist die Bekehrung einer öffentlichen Buhldirne unter dem Beistande der
seligen Jungfrau, welche mit Christo der gedachten Frau erschienen war. Die sechste
ist die Bekehrung sehr vieler großen Herren im Königreiche Schweden, welche
zu ihrer Zeit und an ihrem Orte, wenn anders sie nicht undankbar gegen
Christum sein wollen, einstimmig die Bewegung ihres Herzens, welche sie auf
die ihnen durch Christum übersendeten Worte erfahren haben, werden gestehen
müssen. ![]()
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