Zeittafel zur Geschichte Liturgie bzw. der Messe
(unter besonderer Berücksichtigung Deutschland betreffender Ereignisse)

ca. 55 n. Chr. ältester Bericht zum Herrenmahl bei Paulus 1 Kor 11, 23
ca 70-80 n. Chr.  Evangelien von Markus, Lukas und Matthäus mit ihren Berichten z. B. vom Abendmahl
1. Hälfte d. 2. Jh. n. Chr. sogenannte Didache (Zwölfapostellehre) 1873 in Konstantinopel wiederentdecktes ältestes Dokument zum Ablauf eines Gottesdienstes aus der Zeit zwischen 80 und 130 n. Chr.
zw. 138 und 165 Bericht von Justin dem Märtyrer; Justinisches Schema aus Rom, über Struktur des Gottesdienstes
215 n. Chr. sogenannte Apostolische Überlieferung, Kirchenordnung des Hippolyt von Rom
ab ca. 380 n. Chr. Beginn der lateinischen Liturgie in Rom; in der Folge der Politik Konstantins wird die Kirche Staatskirche; Abkehr vom Griechischen als Sprache des Gottesdienstes unter Papst Damasus; es entsteht die Vulgata (lat. Bibelübersetzung)
800 n. Chr. für das Frankenreich wird die karolinigische Liturgie entscheidend; gregorianisches Sakramentar Papst Hadrians I. als Schenkung an Karl den Großen; eine Einheitsliturgie für den abendländischen Gottesdienst entsteht; Latein als Sprache der Liturgie; bereichert wurde fränkische Liturgie durch viele Gesänge (Zeit der Romanik)
nach 1000  saeculum obscurum 9. und 10. Jh.; danach Belebung der Liturgie durch Mönche von Cluny; Papst Gregor VII. wurde 1047 Mönch in Cluny. Als Papst setzt er sich für die Liturgieerneuerung ein, seine Liturgie wird allgemeingültiger Maßstab;
Folgeerscheinungen sind aber auch die Trennung der "Priestermesse" vom Volk (baulich z. B. durch Lettner in gotischen Kirchen belegt); dies fördert die Entstehung einer eigener Volksfrömmigkeit
Im Spätmittelalter nimmt der Ablasshandel immer mehr zu, immenser Zuwachs von Heiligenfesten (=Feiertagen) und verschiedenenen Sakramentalien; Ämterhandel, Marienminne, Reliquienhandel, Wallfahrten, Prozessionen, Kommunion wird immer seltener empfangen; Verehrung in der Aussetzung wird vorherrschend
nach 1500 Die Reformation ist eine Antwort auf diese Fehlentwicklung
1545-63 Konzil von Trient als Reaktion der römischkatholischen Kirche auf die Reformation; Versuch einer Reform
1570 Missale Romanum als einheitliches Messbuch
ab 1588 Papst Sixtus V. setzt 1588 die Ritenkongregation ein; erlässt z. B. auch 1614 Rituale Romanum für Seelsorgepriester
17. Jh. Barock  Jesuitenbarocke Messfeier als Antwort auf die Reformation; heiliges Theater; Lettner fällt, Volk kann der "Inszenierung am Altar" nun zuschauen
19. Jh. Liturgiebewegung z. B. Johann Michael Sailer (Regensburg), Ignaz Heinrich von Wessenberg (Konstanz). Vor allem durch Abt Prosper Guéranger von Abtei Solesmes in Frankreich wird der gregorianischen Choral neu belebte (Missarum Sollemnia); bei ihm lernten Maurus und Placidus Wolter aus Köln, die später die Abtei Beuron gründeten; von der Beuroner Kongregation wurde 1892 Maria Laach gegründet; Anselm Schott brachte 1884 in Beuron das Messbuch in Deutscher Sprache heraus (der sogenannte "Schott")
1903 Motu proprio "Tra le sollecitudini" Papst Pius' X., Aufforderung zu aktiver Teilnahme der Gläubigen an Mysterien und Gebet der Kirche
1909-1940 1909 Katholikentag von Mecheln (Belgien); Abt Lambert Beauduin griff Forderung der participatio actuosa auf
ab 1913 lud Ildefons Herwegen als Abt von Maria Laach Akademiker zu Feier der Kar und Osterliturgie ein; Studenten formierten sich im Quickborn und Bund Neudeutschland ausgehend von Romano Guardini, der die liturgische Bewegung von Burg Rothenfels aus in Deutschland prägte
1940-45 während des Krieges in Deutschland Auseinandersetzungen in der Bischofskonferenz über liturgische Bewegung und deren Anliegen der Volkssprache; 1943 Brief aus Rom mit der Forderung Eigenmächtigkeiten zu unterbinden
1947 Gründung liturgischer Institute;
1951 Dekret über Reform der Osternachtsliturgie, welche ein Anliegen der Liturgiebewegung war
1956 Pastoralliturigscher Kongress in Assisi
4. Dezember 1963 Liturgie-Konstitution wird als erstes großes Konzilsdokument des II. Vatikanischen Konzils erlassen
1975 Einführung des neuen Messbuches in Deutschland mit Umsetzung der Konzilsgedanken: Volkssprache, neue Hochgebete, Reform der Messe, Einführung der Beteiligung der Laien etc.

Marieluise Gallinat-Schneider

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