Du denkst an deine Zukunft,
und es wird dunkel.
Du siehst blockierte Wege,
verschlossene Türen, Unmöglichkeiten.
Von überall starren dich Grenzen an.
So anders ist das Leben geworden,
als du es dir gedacht hast.Ich habe dich schon lange beobachtet
und stelle wieder neu fest,
daß du schön bist in deinem Kampf.
Dein Einsatz gibt dir Würde.
Aus dem Leichtsinn ist ein Schwersinn geworden
und die Übertreibung hat der Echtheit Platz gemacht.
Daß du Narben trägst und Falten,
daß du langsamer und sorgfältiger geworden bist,
daß du deine Worte über das Leid
mit Erfahrungen bezahlt hast,
all das bringt dich mir näher.
Gerade in der Dunkelheit
werden wir einander lieben lernen.
(Ulrich Schaffer)
Als Abschluss möchte ich noch einmal die Frage nach meinen eigenen Leiderfahrungen andenken: Wie gehe ich mit den Verletzungen um, die ich erfahren habe?
Habe ich Hassgefühle, wenn mir jemand Leid zugefügt hat?
Kann ich Leid, Verletzungen und daraus resultierende Narben auch als Teil von mir annehmen?
Verdränge ich sie?
Habe ich für mich aus meinem Glauben Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Leides gefunden?
Was hilft mir dabei?
Der Text ist entnommen dem Band "... weil du dunkle Momente kennst" von Ulrich Schaffer, aus dem Ernst Kaufmann Verlag (Lahr, 3. Auflage 1989). Wir danken dem Ernst-Kaufmann-Verlag für die Erlaubnis den Text hier veröffentlichen zu dürfen und weisen auf die Produkte dieses Verlages gerne hin.
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Unser Glaube - Ein Versuch zeitgemäßer Antworten
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Hinführung zum Themenkreis: Warum hast Du mich verlassen? -
Die Frage nach Leid und Tod