In vielen Büchern ist die Rede von einem Edikt des Kaisers Septimus um 200 n. Chr. gegen die Christen. Die Quelle dafür ist die Historia Augusta (16,17), die besagt, der Kaiser habe unter schwerer Strafe verboten, Jude oder Christ zu sein. Doch muss man wissen, dass die Historia Augusta aus dem späten 4. Jh. n. Chr. stammt und zu den Schriften einer heidnischen Opposition gehört, die im inzwischen christlichen Römischen Reich die Unterdrückung des Heidentums aufzuhalten versuchte, indem sie an die großen heidnischen Kaiser und ihre Maßnahmen gegen das Christentum erinnerte. Das Edikt ist vermutlich dem Kaiser durch diese heidnische Opposition angedichtet worden. Es ist aber möglich, dass der Kaiser Maximin Thrax wirklich ein Edikt erlassen hat, doch dann ist es nicht zum Tragen gekommen.
Dr. Jörg Sieger - Kleine Kirchengeschichte