Zum nächsten AbschnittZum vorigen AbschnittUttenweiler, Bernd: Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden.
Anhang zum unveränderten Nachdruck des Gedenkbuches
Berichtigungen und Ergänzungen zur ersten Auflage, Seite 479-481

Berichtigungen und Ergänzungen zur ersten Auflage

Seite 10, 4. Zeile von unten: Das jüdische Jahr heißt richtig 641 (nicht 649). Freundlicher Hinweis von Herrn Naftali Bar-Giora Bamberger.

Seite 36,2. Abschnitt, letzte Zeile: Zu den Vorgängen im Gymnasium Ettenheim erschien inzwischen ein erschütternder Bericht von Hedy Epstein geb. Wachenheimer aus Kippenheim, die zusammen mit Hans Durlacher 1938 den Pogrom als letzte jüdische Schüler am Gymnasium miterleben mußte. Was sie an diesem schrecklichen Tag zu erdulden hatte, auch durch Dr. Klein, den damaligen Schulleiter, widerspricht der Berichterstattung von Klassenkameraden, die als Nicht-Betroffene diesen Tag Herrn Dr. Furtwängler anders schilderten Den Hinweis auf diesen Bericht in der Veröffentlichung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend verdanke ich Herrn Robert Krais. Der Bericht von Frau Epstein ist in diesem Anhang ebenfalls abgedruckt.

Zum Bild Seite 54 und Bildnachweis S. 453: Laut Aussage von der in St. Louis (USA) lebenden Hedy Epstein geb. Wachenheimer bei ihrem Besuch vom 3.-23. Oktober 1997 in ihrer Heimat Kippenheim handelt es sich bei der "alten Frau" auf dem Bild aus dem Lager Gurs um ihre Großmutter Lina Wachenheimer geb. Weißmann aus Viernheim. Lina Wachenheimer zog im Juli 1938 von Kippenheim zu ihrer Tochter Hilde Weil nach Freiburg und wurde von dort im Alter von 78 Jahren nach Gurs deportiert. Im August 1941 gelang es Lina Wachenheimer mit ihrer Tochter Hilde und ihrem aus Emmendingen stammenden Schwiegersohn Theo Weil in die USA auszureisen, wo sie im März 1948 verstarb. Mitteilung von Herrn Robert Krais.

Seite 80, 6. Zeile von oben und Seite 93, Anmerkung 10: Der "Segan" ist am besten wiederzugeben mit "der ehrenamtlich Diensthabende", ein stellvertretender Vorstand, der die Beter zu den im Gottesdienst anfallenden Ehrungen "aufruft". Freundlicher Hinweis von Herrn Naftali Bar-Giora Bamberger.

Seite 80, 10. Zeile von oben: "Lo al Jisrael" wohl falsche Lesung, richtig müßte es heißen: "Levi und Israel". Freundlicher Hinweis von Herrn Naftali Bar-Giora Bamberger.

Seite 102, Absatz 6: "Nischmat" ist ein Gebet der Einleitung am Anfang zum Morgengottesdienst am Sabbat. Die Beter werden angehalten, sich vor Beginn dieses Gebets an ihre Plätze zu begeben. Ein Zusammenhang mit dem "Schma" Gebet besteht nicht. Freundlicher Hinweis von Herrn Naftali Bar-Giora Bamberger.

Seite 9 [sic!, muss 91 heißen], Abschnitt "Reste der Synagogenausstattung", 3. Absatz, letzter Satz, zum Thoraschrein-Vorhang in Ettenheim: "Das wertvolle Stück wurde 1990 restauriert und im Sitzungssaal des Ettenheimer Gemeinderats im Palais Rohan als Erinnerung an die früheren jüdischen Mitbürger in einer Glasvitrine ausgestellt". Ergänzung vom Autor. Vgl. in diesem Anhang die Ergänzungen zum Literaturverzeichnis mit Angabe der Zeitungsberichte in der Badischen Zeitung, Ettenheimer Heimatbote, vom 27.3.1990 und im Ettenheimer Stadtanzeiger vom 29.03.1990.

Seite 104, 4 Absatz, letzter Satz, zur Nutzung der Synagoge in Altdorf: "Das Gebäude ist derzeit (1997) ungenutzt". Ergänzung vom Autor.

Seite 117, im Anschluß an 2. Absatz, zum Frauenbad in Kippenheim: "Vermutlich führte damals eine heute verschwundene Außentreppe in das unter der Synagoge gelegene Frauenbad. Daß sich das Frauenbad ursprünglich im Kellergeschoß unter der Synagoge befand, belegen die Ortsbereisungsprotokolle des Ettenheimer Bezirksamtes "über die öffentlichen Zustände in der Gemeinde Kippenheim": Protokoll vom 2.7.1855: X Öffentl. Gebäude Nr. 8: "die israel. Synagoge, ganz neu gebaut, im Frühjahr 1852 erst einge- Im Original hier Ende Seite 479 weiht, entspricht ganz ihrem Zwecke. Unter derselben ist das Frauenbad mit den nöthigen Räumlichkeiten angebracht, wozu mittelst sinnreicher Mechanik das benöthigte Wasser zu- und abgepumpt werden kann. Alles ist neu, daher nichts zu erinnern."
Protokoll vom 02.06.1862: "Das unter dem Synagogenbau angebrachte Frauenbad ist reinlich gehalten und nach allen Vorschriften der israel. Religionsgebräuche vollständig eingerichtet." Staatsarchiv Freiburg, B 717 / 8, Nr. 836. Ergänzungen vom Autor.

Seite 120, 2. Abschnitt, 1. Satz: Der Opferstock, der hinter der Synagoge als Blumenständer verwendet wurde, ist seit kurzem durch Bauarbeiten völlig zerstört und auf dem Bauschutt gelandet. Bemühungen, den Stein für die Synagoge wieder zu bekommen, waren leider vergeblich gewesen. Hinweis von Herrn Robert Krais.

Seite 127: Neuere Erkenntnisse über eine frühere Synagoge in Schmieheim bringt Günter Boll in diesem Buch S. 471-474.

Seite 137,1. Abschnitt, letzte Zeile: "Heute (1997) besitzt Michael Junghans das Synagogengebäude, der es von der Firma Lothar Schuler, mechanische Werkstätte, erwarb. Es wird jetzt als Wohngebäude umgebaut. Ergänzung vom Autor.

Seite 152, 1. Abschnitt, 1. Zeile: Der erste Satz wurde nach Rücksprache mit Herrn Debacher und Herrn Weis ersetzt durch: "Das Synagogengebäude wurde im Laufe des Zweiten Weltkrieges durch französischen Artilleriebeschuß schwer beschädigt." Vgl. auch die Gedenktafel auf S. 51, wo u. a. zu lesen ist, daß die Synagoge 1944 durch Kriegseinwirkung zerstört wurde.

Seite 171,3. Absatz, Zeile 7: Der bis jetzt älteste Grabstein des Friedhofes stammt von 1701 (nicht von 1703). Vgl. den sehr aufschlußreichen Aufsatz von Günter Boll im Geroldsecker Land 39 (1997) und seinen neuen Aufsatz im Anhang zu diesem Buch. Auch das Memor-Buch - Der jüdische Friedhof in Schmieheim - von Herrn Naftali Bar-Giora Bamberger wird neue Erkenntnisse bringen.

Seite 171,9. Zeile von unten: Das Sterbejahr von Benjamin Seev ist 7722 (nicht 1922). Freundlicher Hinweis von Naftali Bar-Giora Bamberger.

Seite 201: Als Ergänzung zu seinem Beitrag "Geschichte der Ettenheimer Juden bis zum Übergang an Baden im Jahre 1803", S. 194-203, verweist Herr Hubert Kewitz auf die neuere Veröffentlichung von Günter Boll, Die frühesten Bestattungen auf dem jüdischen Friedhof von Schmieheim, im Geroldsecker Land 39 (1997), S. 24-35, wo neues Namenmaterial aus der Entschlüsselung der Grabsteininschriften aufgeführt ist.

Seite 264, 6. Zeile: Laut Hinweis von Frau Dorothea Siegler-Wiegand, ist Frau Rosa Lion geb Maier am 16.10.1931 in Ettenheim (nicht in Offenburg) verstorben. Das Geburtsdatum muß natürlich 1.4.1862 (nicht 1962) lauten.

Seite 264, 15. Zeile: Jonas Lion gehört wohl nicht in die Familie von Benjamin Hirschel. Die Zuordnung zu einer anderen Familie kann wegen fehlender Information vorläufig nicht erfolgen. Freundlicher Hinweis von Frau Dorothea Siegler-Wiegand.

Seite 264, 6. Zeile von unten: Der Todestag von Raphael Lion ist unbekannt, das angegebene Datum stimmt nicht. Freundlicher Hinweis von Frau Dorothea Siegler-Wiegand.

Seite 265, 11. Zeile von unten: Josef Lion, gest. am 19.5.1972 in Montevideo.

Seite 266: Ergänzungen zu Caroline Lion. Sie hatte sechs Kinder. Balbine, verheiratet in Breisach (Wurmser oder Wormser), ein Sohn (Alexander) in Basel, der wieder fünf oder sechs Kinder hatte. Selma, verheiratet mit einem Kaufmann aus Bühl, zwei Söhne, ausgewandert nach Montevideo. Hertha, verheiratet, Im Original hier Ende Seite 480 zwei Söhne, ausgewandert aus Boppart nach Buenos-Aires. Erna, verheiratet, zwei Söhne, Frau von Josef Lion in Ettenheim, vgl. S. 265, 11. Zeile von unten. Irma, geb. am 14.12.1899 in Müllheim, ledig. Sie kam am 15.9.1939 von Breisach nach Ettenheim, lebte kurz in der Familie von Raphael Lion und meldete sich am 22.9.1940 nach Nordstetten ab, von wo sie nach Buenos Aires auswanderte. Nach dem Tod ihrer Schwester Hertha führte sie den Haushalt ihres Schwagers. Heute lebt sie in Montevideo. Meta, heiratete in den 30er Jahren als 26jährige einen 72 Jahre alten Metzger im Elsaß. Sie lebte während des Krieges im Untergrund. Nach dem Krieg lernte sie einen Mann namens Levy aus Metz kennen.

Seite 313, 1. Abschnitt: Die Formulierung in diesem Abschnitt zur Geschichte der Altdorfer Judenschule, wonach die den Juden abgekauften Häuser nach dem Krieg "in harter Deutscher Mark noch einmal bezahlt werden" mußten, läßt völlig außer acht, unter welchen Umständen die Juden zum Verkauf ihrer Häuser und all ihrer Habe gezwungen worden waren und zu welchem Preis sie oft in ihrer Not das mühsam erworbene und von ihren Vorfahren ererbte Eigentum veräußern mußten. Als Initiator und Herausgeber dieses Buches bedauere ich diese Formulierung, sicherlich auch im Namen des inzwischen verstorbenen Autors, und entschuldige mich für den Abdruck. Mit unserem Buch, in dessen Titel "Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden" das Wort Schicksal bewußt an die erste Stelle gesetzt wurde, wollten wir zum ständigen Erinnern, so wie es Bundespräsident Richard von Weizsäcker in der am Anfang dieses Buches teilweise abgedruckten Ansprache formulierte, einen bleibenden Beitrag schaffen. Zu den Zwangsverkäufen vgl. auch ausführlich S. 352.

Seite 313: Die Abbildung des Hauszeichens an der Altdorfer Judenschule ist lt. Mitteilung von Herrn Hubert Kewitz nicht jüdisch, sondern das noch verbreitete Symbol der savoyardischen Einwandererfamilien, die "Tanne".

Seite 327: Im letzten Abschnitt muß es Steingasse heißen (nicht Steinstraße). Es ist die heutige Obere Hauptstraße Nr. 3.

Seite 339: Dr. Julius Stern war von 1886 bis 1905 in Kippenheim tätig. Frau Margarete Horovicz starb am 27.8.1989 in Basel. Hinweis von Herrn Robert Krais.

Seite 343: Text zum unteren Bild der Seite 342: Julius Wertheimer ist der zweite Schüler von links, stehend (nicht der Dritte mit Brille).

Seite 349: Unteres Bild: Bäcker Wilhelm Auerbacher (nicht Salomon).

Seite 350: In der dritten Zeile von unten: Müller-Eckert (nicht Eckardt).

Seite 352: In der 12. Zeile von oben muß es heißen: Wertheimer, Hermann (nicht Oskar) - Eisen-Holz.

Seite 358: Die Familie Maier in der Querstraße 46 schreibt sich mit ai (nicht Meyer). Freundlicher Hinweis von Herrn Robert Krais.

Seite 365-367: Zu Erich Valfer, Pia Gilbert geb. Wertheimer, Stef Wertheimer und Jules Wertheimer veröffentlichte Robert Krais Lebensberichte. Vgl. in diesem Anhang die Ergänzungen zum Literaturverzeichnis.

Seite 428, Zeile 4: Es kann sich hier nicht um Samuel Hauser handeln, da dieser schon 1915 verstorben ist. Der Brief von 1919 muß vielmehr von seinem Sohn geschrieben worden sein, wobei er allerdings noch den Briefbogen seines Vaters mit Samuel verwendete. Siehe Briefkopf auf S. 427. Freundlicher Hinweis von Frau Eva Hotze, Bochum.

Seite 434, Anmerkung 69: Richtig muß es heißen Abraham Hauser, nicht Albert Abraham. Freundlicher Hinweis von Frau Eva Hotze, Bochum.

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