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Uttenweiler,
Bernd: Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden.
Anhang zum unveränderten Nachdruck des Gedenkbuches
Jürgen Stude, Fachgruppe Jüdische Geschichte und Kulturgeschichte im
Historischen Verein für Mittelbaden e.V., Sitz Offenburg, Seite 478
Das in den letzten Jahren steigende Interesse an der jüdischen Geschichte hat auch in der Ortenau seinen Niederschlag gefunden. Das ehemalige reiche jüdische Leben in der Region zwischen Rastatt und Etten-heim, Rhein und Schwarzwald findet vermehrt Aufmerksamkeit. Viele der in diesem Zusammenhang entstandenen Arbeiten widmen sich der jeweiligen Ortsgeschichte, dagegen harren übergreifende Themen noch ihrer Bearbeitung.
Die 1993 ins Leben gerufene "Fachgruppe Jüdische Geschichte und Kulturgeschichte im Historischen Verein für Mittelbaden e.V." möchte dazu beitragen, die ganze Vielfalt der Geschichte und Kultur der Or-tenauer Juden zu erfassen. Außerdem will sie den Austausch zwischen den einzelnen Historikern fördern und weitere Forschungen anregen. Die Gruppe trifft sich etwa dreimal im Jahr im Offenburger Museum im Ritterhaus. Im Mittelpunkt eines Treffens steht ein Schwerpunktthema, das durch einen Referenten aufbereitet wird. Exkursionen und Museumsbesuche runden das Programm der Fachgruppe ab.
Die Fachgruppe versteht sich auch als Ansprechpartner von Studierenden, die die jüdische Lokalgeschichte zum Thema ihrer Diplomarbeit, Magisterarbeit oder wissenschaftlichen Hausarbeit wählen. Sie steht im Austausch mit Institutionen, die sich ebenfalls mit der Geschichte der Juden in unserem Raum beschäftigen, wie das Offenburger Museum im Ritterhaus, der Deutsch-Israelische Arbeitskreis in Etten-heim, der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim und die Jüdische Hochschule Heidelberg.
Mitglieder der Fachgruppe waren bei den Jahrestreffen der "Alemania Judaica" 1994 und 1995 vertreten. 1996 konnte die Fachgruppe die Mitglieder dieses den ganzen alemannischen Sprachraum umfassenden Arbeitskreis nach Offenburg einladen. Den Festvortrag bei dieser Jahresversammlung hielt Professor Freddy Raphael von der "Societe pour l'Histoire des Israelites d'Alsace et de Lorraine." Der Wunsch nach einer nachbarschaftlichen Zusammenarbeit wurde durch einen Gegenbesuch des Leiters der Fachgruppe, Jürgen Stude, bei der Jahresversammlung der "Societe" im Februar 1997 bekräftigt. Stude zeigte anläßlich dieser Versammlung in der Straßburger Hauptsynagoge Lichtbilder zur Geschichte der Juden in der Ortenau. Ein geplantes Projekt "Jüdische Spuren beiderseits des Rheins" soll die Zusammenarbeit zwischen der Fachgruppe des Historischen Vereins und der "Societe" vertiefen. Lose Kontakte bestehen zur Israelitischen Gemeinde Emmendingen-Offenburg.
Die Fachgruppe beteiligt sich auch an Veranstaltungen, die im Zusammenhang mit ihrem Arbeitsgebiet stehen. So wirkte sie mit bei den Feierlichkeiten, die sich um die Verleihung der "Hermann-Maas-Medaille" an den "Deutsch-Israelischen Arbeitskreis"im Januar 1997 rankten. Jürgen Stude hielt die Ansprache auf dem jüdischen Friedhof Nonnenweier anläßlich des "Gedenktages zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus" am 26. Januar 1997. Initiator der Gedenkfeier war die Gemeinde Schwanau.