Zum nächsten ArtikelZum vorigen ArtikelFerdinand, Dr. Johann Baptist, Neue Miszellen aus Heimat und Landschaft, Band 2 (1954-1959) 162 S.
59. Artikel: Der Hegausänger Richard Stocker. S. 148

Der Hegausänger Richard Stocker

(A. V. 29.8.1959)

Der Aufsatz von Otto Weiner in Folge 3 des "Altvater" 1959 weckte in mir alte Erinnerungen. In den Jahren vor dem Ersten Krieg - ich war von 1909 bis zum Kriegsausbruch in Waldshut dienstlich tätig - herrschte dort ein reges gesellschaftliches Leben. Die "Blume" und der "Schwanen" waren oft die Stätte fröhlicher Geselligkeit. Stocker war zwar damals schon hochbetagt, aber doch von einer staunenswerten körperlichen und geistigen Frische. Es gab keine gesellschaftliche Veranstaltung, an der er gefehlt hätte. Immer war er mit seiner Laute zur Stelle und gab einige seiner Lieder zum besten, so mit Vorliebe das von Scheffel gedichtete Hegaulied. Oft auch erzählte er spannend aus den Jahren der Freundschaft mit Scheffel.

So war Stocker damals noch eine lebendige Brücke von Scheffel zu den damaligen Waldshutern. Seit seinem Tode sind nun schon über 40 Jahre verflossen. Aber bei allen, die Stocker noch gekannt haben, bleibt er unvergessen.

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