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20. Artikel: Wie sah die Bezirksverwaltung für Ettenheim-Mahlberg Lahr vor 150 Jahren aus. S. 61-62

Wie sah die Bezirksverwaltung für Ettenheim-Mahlberg Lahr vor 150 Jahren aus

(H. E. 16.6.1956)

Die fürstbischöflich-straßburgische Herrschaft Ettenheim und die nassau-usingische Herrschaft Lahr gingen 1803 auf den badischen Markgrafen Karl-Friedrich über, der bald darauf den Titel eines Kurfürsten erhielt. Der Breisgau mit unseren Nachbarstädten Herbolzheim und Kenzingen kam erst 1805 an Baden. 1806 wurde Karl-Friedrich Großherzog. Schon seit 1629 war Mahlberg baden-badisch mit einem badischen Amt. Und so kam es, daß die beiden Herrschaften Ettenheim (mit Ettenheimmünster) und Lahr dem Oberamt Mahlberg unterstellt wurden.

In der Liste der damals zum Oberamt Mahlberg gehörigen Gemeinden finden wir neben Wagenstadt, das schon seit 1629 baden-badisch war, auch die Orte Broggingen und Tutschfelden, die etwa 200 Jahre, bis 1418, zur Markgrafschaft Hachberg gehört hatten und dann mit der Markgrafschaft an den Markgrafen Bernhard I. von Baden (1364 bis 1431) gefallen waren.

Außer Ettenheim, Mahlberg, Lahr und den erwähnten 3 Gemeinden enthält die Liste der dem Oberamt Mahlberg unterstellten Ortschaften noch 25 Gemeinden, im ganzen also 31.

Der Oberamtsbezirk Mahlberg wurde in 2 Unterbezirke aufgeteilt, Mahlberg und Lahr. Die "Bezirksdiener" hatten ihren Sitz z. T. in Mahlberg, z. T. in Lahr. Auch die Gemeinden wurden entsprechend aufgeteilt. Aber auch Ettenheim hatte, wie wir sehen werden, einige Mahlberg unterstellte Beamte. Wir sehen aber auch hier, daß Ettenheim Lahr gegenüber etwas in den Hintergrund trat, obwohl die Einwohnerzahlen keinen allzugroßen Unterschied aufwiesen. (Lahr 3300, Ettenheim 2500). Einige aus der Heimatgeschichte bekannte Namen tauchen hier auf. (Roggenbach, Xaver Sartori, von Schilling, von Müllenheim, H. Erhardt). -

Die Gesamtverwaltung teilte sich in:

A. Amtsverwaltung

Landvogt:

Adam Franz Xaver Frh. voh Roggenbach, Geh. Rat.

Oberamtrsräte:

Ernst Wilhelm Kühlenthal in Mahlberg.

Wilhelm Bausch in Lahr.

Stadtamtmann:

Wagner in Lahr.

Stadt- und Amtsschreiber:

Xaver Sartori in Ettenheim, Rat.

Stadtschreiber:

Ludwig Deimling in Lahr.

Land-Commissarius:

Christoph Philipp Gysser in Mahlberg.

Oberamts-Sekretär:

Karl Leopold Szuhany in Mahlberg.

1 Amtsbote. 5 Hatschier für Mahlberg und Ettenheim;

1 Amtsdiener, 2 Hatschier, 1 Amtsbote für Lahr.

B. Forstamtsverwaltung

Oberforstmeister unteren Teils:

Karl Ludwig von Schilling in Ettenheim, Kammerherr.

Oberforstmeister oberen Teils:

Ludwig Ferdinand Frh. von Müllenheim in Ettenheim.

Gefällrechner:

Joh. Christian Herbst, Landrentmeister in Mahlberg.

Forstsekretär:

Franz Joseph Schuler in Mahlberg. Im Original hier Ende Seite 61

C. Sanitätswesen

a)

Amtsphysikat Lahr

Physikus:

Dr. Joh. Wilhelm Mylius, Medizinalrat.

Assistenzarzt:

Dr. Johann Ludwig Christian Schmidt.

Landchirurgus:

Joh. Daniel Walther.

Apotheker:

Vulpius und Hänle.

b)

Amtsphysikat Mahlberg

Physikus:

Dr. Jakob Friedrich Ludwig, Medizinal-Assessor.

Landchirurgus oberen Teils:

Heinrich Erhardt in Ettenheim.

Landchirurgus unteren Teils:

Wendelin Kopp in Kippenheim.

Apotheker:

in Kippenheim Kühlenthal.

Apotheker:

in Ettenheim N. N.

D. Gefällverwaltung

Landrentmeister:

Joh. Christian Herbst in Mahlberg.

Amtskeller:

Philipp Koch in Lahr.

Schaffner:

Joh. Baptist Müller in Ettenheim.

E. Ortsvorgesetzte

Hier folgend die einzelnen Gemeinden mit ihren Vorgesetzten. Für dieses Mal sollen hier nur die Angaben für die 3 Städte Ettenheim, Mahlberg und Lahr festgehalten werden.

Ettenheim nebst Ettenheimweiler (2500 Einwohner): Amtsschultheiß Michel Kollefrath, Bürgermeister Bartholomäus Winter, 8 Ratsmitglieder.

Mahlberg (746 Einwohner): Stadtschultheiß Franz Anton Wetterer, Stabhalter Martin Hammer.

Lahr (3300 Einwohner): Bürgermeister Johann Jakob Hugo, Friedrich Panifex, Christian Scholderer, Christian Killius Stadtrechner. Friedrich Schell, 8 Ratsglieder, 2 Stadtdiener. (So wörtlich!).

Hierzu sei bemerkt: In Ettenheim war der Bürgermeister der Ökonomiebeamte der Stadt, der Schultheiß war das, was man heute allgemein Bürgermeister nennt. Möglicherweise war das im nassauischen Lahr anders, wo ja auch heute noch manches anders gemacht wird als sonstwo. Anscheinend waren es 3 Bürgermeister. -

Unter F. folgen dann noch die Forstaufseher für die einzelnen Gemeinden, im ganzen zehn. Über diese und die übrigen Gemeinden, außer den Städten, ein anderes Mal. -

(Notiz: Die personellen Angaben sind entnommen dem "kurbadischen Hof- und Staatskalender für das Jahr 1805". Karlsruhe, Macklots Hofbuchhandlung. Das Vorwort ist vom 29. Juni 1805. Der Preßburger Friede, der dem Kurfürsten den Breisgau brachte, datiert vom 26. Dezember 1805. Die ritterschaftlichen Orte erwarb er erst 1806. Es sind also nur die Erwerbungen von 1803 berücksichtigt. Der Kalender gibt so den Stand von 1804/05 wieder).

----------------- Im Original hier Ende Seite 62

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