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Ferdinand,
Dr. Johann Baptist, Neue Miszellen aus Heimat und Landschaft, Band 2
(1954-1959)
162 S.
19.
Artikel: Chronik der Stadt Ettenheim. S. 56-61
Mit seinem Namen kann Ettenheim wohl zufrieden sein, es braucht keine mnliebsamen Verwechslungen zu befürchten. Der Name "Ettenheim" ist in ganz Deutschland einmalig. Im Gegensatz zu vielen anderen Ortsnamen. Seinen Namen hat der Ort von dem Herzoggeschlecht der Ettikonen, die von etwa 640 bis 740 in unserer engeren Heimat das Gebiet rechts und links des Rheins beherrschten. Ettiko II., gestorben 712/15, gilt als Gründer von Ettenheim. Dessen vermutlicher Sohn Etto, Bischof von Straßburg in der Zeitspanne von etwa 735 bis 775, ist der eigentliche Begründer des benachbarten ehemaligen Klosters Ettenheimmünster, dessen Uranfänge auf den Märtyrertod des hl. Landolin, nach der Tradition am 22. September 640, zurückgehen.
I. Im 8. Jahrhundert vollendeten die Franken die Unterwerfung der Alemannen. Das alemannische Stammesherzogtum wurde von ihnen beseitigt. An die Kämpfe Pippins des Mittleren gegen die Alemannenherzöge Gottfried und Willehar 709-712, die sich bis in die Ettenheimer Gegend erstreckten, erinnert eine Grabplatte an der östlichen Friedhofmauer in Altdorf. Um 748 war diese Entwicklung beendet, Gottfried und Willehar gehören zu den letzten alemannischen Stammesherzögen. Die Franken führten nunmehr auch in der alemannischen Ortenau, zu deren südlichstem Teil Ettenheim gehört, ihre Grafschafts-Verfassung ein mit beamteten Gaugrafen. Gleichzeitig förderten sie die Christianisierung der Alemannen.
Nachdem die Verfassung der Beamtengrafschaften unter den Nachfolgern Karls des Großen wieder ins Wanken gekommen war, entstand 920 das Stammesherzogtum Alemannien unter Herzog Burkhard, der von König Heinrich I. (918/36) anerkannt wurde. Zu diesem Herzogtum, das über drei Jahrhunderte bestand, gehörte auch Ettenheim.
Von dem genannten Herzog Burkhard stammt eine in Kinzigdorf
(Offenburg) 926 aufgenommene Urkunde, in der erstmals die Mark Ettenheim
erwähnt ist. In dieser Urkunde erscheinen u. a. Bischof Richwin von
Straßburg (916-932) und Abt Wolfhard von Ettenheimmünster. Auch im sog.
Verbrüderungsbuch von St. Gallen, angelegt 810-900, ist "Etehaim"
genannt, "Hetenheim" und "Oetenheim" sind weitere alte
Ortsnamen. ![]()
II. Nach 1100 geriet Ettenheim unter die Botmäßigkeit der Bischöfe von Straßburg, die sich im Laufe des 13. Jahrhunderts zu "Landesherren" entwickelten. Schon vor Ettenheim hatten die Bischöfe bei Oberkirch Fuß gefaßt, so daß ihr rechtsrheinisches Fürstentum sich aus den Herrschaften Ettenheim und Oberkirch zusammensetzte. Von ihnen erhielt Ettenheim zwischen 1100 und 1312 Stadtrechte. Marktrecht hatte es schon 1221. Etwa in 13. Jahrhundert wird Ettenheim Festung, umgeben mit Mauer und Graben, von denen Überreste noch vorhanden sind.
Da die Straßburger Bischöfe auch weltliche Fürsten waren, hatte Ettenheim unter der Parteinahme seines Landsherrn vielfach zu leiden in den kleinen und großen Streitigkeiten dieser Welt. So im Jahre 1227, als in dem Kampf zwischen Friedrich II. und Papst Gregor IX. Graf Egeno V. von Urach, ein Parteigänger des Kaisers, in das bischöfliche Gebiet einfiel und Ettenheim eroberte, so im sog. Waltherianischen Krieg, als 1262 die Parteigänger der Stadt Straßburg, mit der der Bischof in Fehde lag, Graf Konrad von Freiburg und Rudolf von Habsburg, Ettenheim plündernd in Besitz nahmen, so auch 1298 in dem Streit zwischen Adolf von Nassau und Albrecht von Österreich, deren Heere sich einige Zeit bei Kenzingen gegenüberlagen, als der Bischof Konrad von Lichtenberg sich auf die Seite des Österreichers schlug, so auch 1322 während des Thronstreites zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich von Österreich, bei dem wir den Bischof, Johann I., wieder auf Seiten des Österreichers finden. Aber auch unabhängig von der Parteinahme seines Landesherrn hatte Ettenheim allerhand Drangsale über sich ergehen zu lassen:
1444 machte Ettenheim mit den Armagnaken Bekanntschaft. Und 1568/69, in den französischen Hugenottenkriegen, hatte sich Quirin von Geroldseck auf die Seite der Hugenotten, Markgraf Philibert von Baden-Baden auf die Gegenseite geschlagen, sich also .in diese innerfranzösischen Händel eingemischt. Durch die Eigenmächtigkeit des Geroldseckers schlugen die Wellen dieses Krieges auch in das stille Unditztal, wo sich, da Ettenheim als Musterungsplatz bestimmt war, allerhand lästiges Kriegsvolk ansammelte Quirin und Philibert kamen in Frankreich um.
Im Bauernkrieg 1525 drohte Ettenheim Vernichtung. Der Abt von Ettenheimmünster hatte sich nach Ettenheim in dessen vermeintlich schützende Mauern geflüchtet, aber auch seine Kostbarkeiten mitgebracht. Die in der Nähe der Stadt lagernden revoltierenden Bauernhaufen hatten davon Wind bekommen und drohten mit Sturm auf die Stadt. Die Stadt beschloß darauf, mit den Bauern gemeinsame Sache zu machen. Der bischöfliche Amtmann Ludwig Horneck von Hornberg vermochte die Ausführung dieses Beschlüsse zu vereiteln, konnte aber die Bauern nicht daran hindern, das Kloster in Ettenheimmünster auszuplündern und in Brand zu stecken. Der Abt war nach Freiburg geflüchtet.
Der Dreißigjährige Krieg brachte Ettenheim den schwersten
Schicksalschlag. Nachdem schon 1622 - ein Witz der Weltgeschichte - Heerscharen
des Bischofs, nach der Niederlage der protestantischen Union bei Wimpfen, auch
auf eigenem Gebiet übel gehaust, nachdem 1632/33 die Ettenheimer mit den
Schweden (General Horn) unangenehme Bekanntschaft gemacht hatten, kam das
Unglücksjahr 1637. Bernhard von Weimar, mit den Franzosen verbündet, rückte
von Norden her, bemächtigte sich des Schlosses Mahlberg und der Stadt Ettenheim
und begann die Belagerung von Kenzingen. Die Ettenheimer hatten sich schon auf
die Nachricht vom Anmarsch Bernhards in das besser verteidigte Kenzingen
"evakuiert". Als nun der kaiserliche General Johann von Werth von
Norden her anmarschierte, gab Bernhard die Belagerung von Kenzingen auf, machte
kehrt und zündete Ettenheim an, nachdem Türme
und Mauern gesprengt waren. Dann trat er Werth in offener Feldschlacht entgegen.
Das war am 5. September 1637 an der Unditz unterhalb Ettenheims. Nach
erbittertem Ringen und großen Verlusten - die Unditz soll sich mit Leichen
gefüllt haben -, mußte sich Werth zurückziehen. Auch Bernhards Truppen
waren übermüdet und marschierten in ihre Schanzen bei Wittenweier. Von
Ettenheim waren nur 2-3 Gebäulichkeiten stehengeblieben. Nach der Absicht
Bernhards sollte Werth das befestigte Städtchen nicht als Stützpunkt benützen
können. So wurde das alte Ettenheim in der Folgezeit zu einem Barockstädtchen.
Wie es vor 1637 ausgesehen hat weiß man nicht. -
Auch die nachfolgenden Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts (1672/78, 1688/97, 1701/14) gingen nie spurlos an Ettenheim vorüber, und auch in den Koalitionskriegen des ausgehenden 18. Jahrhunderts war Ettenheim infolge seiner Grenzlage mehrfach in Mitleidenschaft gezogen (Truppendurchzüge, Plünderungen, Kontributionen, Fronarbeiten usw.). Die Plünderungen und Mordbrennereien des Jahres 1689 gingen bis zur Linie Offenburg-Gengenbach, erreichten also unser Städtchen glücklicherweise nicht. -
III. Nachdem die Bischöfe von Straßburg in ihrem weltlichen Gebiet im 13. Jahrhundert landeshoheitliche Rechte erlangt hatten - sie wurden so zu Fürstbischöfen - entstand in Ettenheim ein Amt, das die "landeshoheitlichen Funktionen (Gerichtsbarkeit, Geleitsrecht, Besteuerung usw.) auszuüben hatte. Der Vorsteher dieses Amtes hieß ursprünglich Vogt (advocatus), später Amtmann oder Oberamtmann. Schon, für das Jahr 1260 wird ein Heinricus de Arbun, advocatus in Ettenheim, genannt. Der letzte fürstbischöfliche Amtmann bis 1803 war Franz Michael Heinrich Stuber, Oberamtmann und Hofrat, später badischer Obervogt in Gengenbach.
Das Gebiet der Herrschaft Ettenheim umfaßte 1401 außer Ettenheim selbst Grafenhausen, Kappel, Ringsheim, Trisloch den Hof (bei Kappel, später abgegangen), Reichenweier (zwischen Ringsheim und Grafenhausen, später abgegangen), Adelshofen (ein Gehöft bei Denzlingen) und Nonnenweier (später ritterschaftlich). Altdorf, Orschweier und Wallburg gehörten nicht dazu. Zuletzt umschloß die Herrschaft außer Ettenheim nur noch Grafenhausen, Kappel und Ringshelm. - In Ettenheim gab es außer dem Amtmann einen von der Herrschaft eingesetzten "Stadt- und Amtsschultheiß" und einen von der Bürgerschaft gewählten "Bürgermeister", den Finanz- und Ökonomiebeamten der Gemeinde. Das "Gericht" in Ettenheim setzte sich aus Schultheiß, Bürgermeister, Stadtschreiber und acht Beisitzern zusammen, die jährlich gewählt wurden. Es hatte polizeiliche Befugnisse und Zuständigkeiten auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit, auch zur Schlichtung geringfügiger Streitigkeiten, vorbehaltlich der Anrufung des Amtes. - Ein silberner Siegelstock mit dem Ettenheimer Wappen und der Umschrift: "SIGILLUM CIVITATIS ETTONIS ANNO 1545" ist auf dem Rathaus aufbewahrt. -
IV. Das Territorium des Klosters Ettenheimmünster, dessen
eigentliche Anfänge am Sterbeort St. Landolins auf das 8. Jahrhundert
zurückgehen, umfaßte ein Gebiet, das sich vom "Bannsteinbuck" bis
zum Geisberg erstreckte. Zu ihm gehörten außer Ettenheimmunster (Früher
Münstertal genannt) Münchweier, Schweighausen, Dörlinbach und Wittelbach. In
diesem Gebiet nahm der Abt landeshoheitliche Rechte für sich in Anspruch, so
die Gerichtshoheit, das Besteuerungsrecht und das Geleitsrecht. Gewisse Recht
zur Ausübung namens des Klosters insbesondere die Malefizgerichtsbarkeit,
standen den sog. Kastenvögten zu. Kastenvogt für Münchweier war seit 1408 das
Kloster selbst, für die anderen Orte von 1518-1634 die Herren von Geroldseck,
von da ab der Bischof, Infolge zweier Verträge von 1535 und 1628, die von
beiden Teilen anders ausgelegt wurden, gab es zwischen Kloster und Bischof
vielfach Streitigkeiten und Prozesse, insbesondere um Hoheitsrechte. Diese
erreichten ihren Höhepunkt zur Zeit des Abtes Dr. Johann Baptist Eck (1710-1740).
Anlaß waren Vorgänge von 1729 - eigenmächtige Durchführung eines an
Fürstenberg auszuliefernden Mordbrenners durch Klostergebiet - und 1737 die vom
Kloster selbst vollzogene Aburteilung und Hinrichtung einer Kindsmörderin in
Münchweier. Diese letztere Nachricht wirkte bei den Bischöflichen wie ein
Donnerschlag. Es entstand ein förmlicher "Kriegszustand". Abt Eck
starb auf einer Reise nach Wien zum Reichshofrat, die er hierwegen unternommen
hatte. Ein kaiserliches Reskript vom 16. August 1740 "injungierte" dem
Kloster sich zu unterwerfen. So kam es unter dem neuen Abt Augustin Dornblüt am
3./5. Dezember 1740 zu einem Vertrag, der den Streitigkeiten, aber auch der
Landeshoheit des Klosters ein Ende machte. Der Bischof wurde als Landesfürst
auch für das Klostergebiet anerkannt. 1741 folgte ein Vertrag wegen der
Streitigkeiten wirtschaftlicher Art, insbesondere in Sachen des
Genossenschaftswaldes. Damals ahnte noch keiner der beiden Teile, daß etwa 60
Jahre später beide dem Untergang verfallen sein würden. -
Schon 1304, 1369, 1410, 1456, 1425 [? Zahl sollte am Original überprüft werden. Anm. J. Sieger], 1531 hatte es "Spänne" zwischen Ettenheim und dem Kloster wegen Steuern, Todfallsrecht und des Zehnten gegeben.
V. Die Fürstbischöfe von Straßburg residierten seit der Reformation in Zabern, wo heute noch das vom letzten Rohan gebaute Palais steht. Die lange Reihe der geschichtlich verbürgten Bischöfe beginnt mit Widger, um 728, der schon in Münchweier, am Begräbnisort des hl. Landolin, eine Art Kloster improvisiert hatte, das aber wieder in Abgang kam. Bischof Etto als Gründer des Klosters Ettenheimmünster ist oben schon erwähnt. Daß Ettenheims Schicksal seit etwa 1100 mit den Bischöfen von Straßburg eng verbunden war, ist ebenfalls schon gesagt.
Eine auch Ettenheim stark berührende Krise trat nach dem Tode des Bischofs Johann 1592 ein, als das zum Teil protestantische Domkapitel sich über einen Nachfolger nicht einigen konnte und die Protestanten den Markgrafen Johann Georg von Brandenburg als Administrator beriefen, während die Katholiken Karl von Lothringen auf den Schild erhoben. Infolge dieser Ereignisse wurde in Ettenheim und Wallburg vorübergehend die Reformation eingeführt. 1604 fand diese Episode ihr Ende.
Nachdem im 17. Jahrhundert zwei österreichische Erzherzöge und zwei Fürstenberger den Bischofssitz innegehabt hatten, folgten im 18. Jahrhundert die vier Rohans, wobei bemerkt sein möge, daß die Besetzung der Bischofsstühle in jenen Zeiten nach anderen Gesichtspunkten als heute vor sich ging. Auch die Bischöfe selbst waren Kinder ihrer Zeit.
Auch in Ettenheim bestand, wohl schon seit dem 16.
Jahrhundert, ein bischöfliches Schloß, das die bischöfliche Verwaltung
beherbergte. Residenz wurde es erst unter dem letzten Rohan, Kardinal Ludwig
Renatus Eduard, Prinz von Rohan-Guémenée, dem aus der Halsbandaffäre
bekannten Rohan, der 1779 Bischof von Straßburg geworden war und Ende 1790 vor
den Gewalten der Revolution in sein rechtsrheinisches Gebiet flüchtete. Er
brachte einen ganzen Hofstaat und das Domkapitel mit. Eine große Zahl von
französischen Emigranten tummelte sich damals in Ettenheim. Seine Vorgänger
kamen kaum ein mal nach Ettenheim. Sein unmittelbarer Vorgänger, Ludwig Cäsar
Konstantin (1756-1779), ließ sich am 9. September 1758 in und vor dem neu
erbauten Rathaus in einer feierlichen Zeremonie als Landesherr huldigen. ![]()
Als der letzte Rohan am 17. Februar 1803 in Ettenheim starb, war das Schicksal seines rechtsrheinischen Fürstentums durch den Frieden von Luneville vom Februar 1801 und den Reichsdeputationshauptschluß vom Februar 1803 schon besiegelt. Ein gnädiges Schicksal hat den Kardinal davor bewahrt, den Untergang seiner Herrschaft noch erleben zu müssen. 1803 gingen die Herrschaften Ettenheim und Oberkirch auf den badischen Markgrafen über. Vom letzten Rohan kündet jetzt eine Gedenktafel, die am 5. November 1953 bei seinem Grabe in der Stadtkirche angebracht wurde.
VI. Ein Ereignis, das Ettenheim in ganz Europa in aller Munde brachte, war die von Napoleon unter Bruch des Völkerrechts veranlaßte Verhaftung des Prinzen Louis Antoine Henri de Bourbon, Herzog von Enghien, eines Angehörigen der berühmten Adelsfamilie der Condes, die in Ettenheim in der Nacht vom 14./15. März, 1804 unter militärischem Aufgebot vor sich ging. Dieser hielt sich seit 1801 in Ettenheim auf und war in geheimer Ehe mit der Prinzessin Luise Dorothea von Rohan-Rochefort, einer Nichte des Kardinals, verbunden. Napoleon beschuldigte ihn - ohne Grund - der Teilnahme an einer Verschwörung zu seinem Sturze. Er wurde von Ettenheim nach Vincennes gebracht und dort nach einer kriegsgerichtlichen Scheinverhandlung zum Tode verurteilt und in der Nacht vom 20./21. März 1804 erschossen. Das Haus, in dem er wohnte, steht heute noch unverändert, und. die Erinnerung an ihn ist heute noch im Volke lebendig.
VII. Das benachbarte Mahlberg war schon seit 1629 badisch und beherbergte ein badisches Amt. Als Ettenheim badisch wurde, war in Mahlberg Landvogt Adam Franz Xaver Freiherr von Roggenbach, Geheimer Rat, aus der bekannten badischen Familie . Er war es auch, der die ganzen Überleitungsverhandlungen geleitet hatte. Das fürstbischöflich-straßburgische Amt Ettenheim und das Klosteramt Ettenheimmünster gingen als solche ein und wurden dem Amt Mahlberg unterstellt. 1809 aber erhielt Ettenheim ein eigenes badisches Amt und 1811 ein Amtsgefängnis, Lahr, das zunächst ebenfalls Mahlberg unterstellt wurde, bekam schon 1807 ein badisches Amt. Im Jahre 1813 wurde das Amt Mahlberg aufgelöst und die Ortschaften seines Bereichs, die ihm noch geblieben, waren, unter die Ämter Ettenheim und Lahr verteilt.
Im Jahre 1924 wurde das Amt Ettenheim - zum großen Schmerze der Ettenheimer - aufgehoben und mit Lahr vereinigt, nachdem es 115 Jahre als badisches Amt und Jahrhunderte hindurch als fürstbischöflich-straßburgisches Amt bestanden hatte. Geblieben sind Amtsgericht, Notariat und Forstamt. Der südliche Teil des heutigen Landkreises Lahr bildet den jetzigen Amtsgerichtsbezirk Ettenheim mit 15 Gemeinden.
VIII. Ettenheim ist die Heimat des großen Historikers Johann Baptist von Weiß, des Verfassers einer 22bändigen Weltgeschichte (1820-1899), und des ehemaligen Oberbürgermeisters von Freiburg, Dr. Otto Winterer (1846-1915). An beider Geburtshaus sind Gedenktafeln angebracht.
Auch sonst hat das kleine Ettenheim noch eine Reihe bedeutsame Männer hervorgebracht.
Ihrer aller Gedächtnis ist in der am 5. Februar 1955 eröffneten "Heimatstube" in würdiger Form festgehalten. Diese Heimatstube stellt eine Art Bilderbuch der Geschichte Ettenheims dar.
Hebel und Hansjakob hielten einstens Einkehr in Ettenheim,
das immer ein weinfrohes und gastfreundliches Städtchen war.
Gott schütze es für und für!