Zum nächsten ArtikelZum vorigen ArtikelFerdinand, Dr. Johann Baptist, Neue Miszellen aus Heimat und Landschaft, Band 2 (1954-1959) 162 S.
16. Artikel: Eröffnung der Kappeler Fischerzunftstube. S. 47

Eröffnung der Kappeler Fischerzunftstube

(H. B. 10.2.1956)

In den Abendstunden des 7. Februar wurde die Fischerzunftstube in der Wirtschaft zur "Linde" in Kappel feierlich eröffnet. Es war der "Jahrtag" der Kappeler Fischer, der jeweils am Dienstag nach Maria Lichtmeß begangen wird. Erschienen waren mit dem Zunftmeister Hermann Hilß sämtliche Kappeler Fischer mit ihren Söhnen, Bürgermeister Sahl von Kappel, Oberlehrer i. R. Emil Baader von Lahr, der Schöpfer der Stube, Bürgermeister a. D. Franz Enderle von Kappel, Sippenforscher Albert Köbele von Grafenhausen, Ingenieur und ; Graphiker Karl Friedrich Kirner von Herbolzheim (die Vorfahren stammen aus Kappel), Ratschreiber Kößler von Kappel und Landgerichtsdirektor i. R. Dr. Ferdinand von Ettenheim.

Oberlehrer Baader hielt namens des Landesvereins "Badische Heimat" die Eröffnungsansprache, berührte die Geschichte der uralten Fischerzunft, erklärte die zahlreich aufgehängten Bilder und Dokumente, sprach von den uralten Bräuchen der Fischer und übergab die Stube in die Obhut der Zunft.

Ratschreiber Kößler berichtete über die Geschichte der Fischerzunft im einzelnen, Dr. Ferdinand über die geschichtlichen Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Ettenheim und Kappel.

Bürgermeister Sahl begrüßte namens der Gemeinde die Gäste, gab seiner und der Gemeinde Freude über die Schaffung der Stube Ausdruck und schilderte in eindrucksvoller Weise die heutige Not der Fischer, hervorgerufen durch Niederwasser und Verschlammung, eine Not, der mit allen Mitteln gesteuert werden müsse. Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz ,wünsche er der Zunft und den Fischern auch für die Zukunft alles Gute.

An den offiziellen Teil schloß sich ein gemeinsames, von der Zunft gestiftetes einfaches, aber schmackhaftes Essen an.

Alle Anwesenden trugen sich in das aufliegende, von Emil Bader mit Albert Köbele geschaffene, reich illustrierte und geschmackvolle Gästebuch ein.

So hat Oberlehrer Emil Baader, der begeisterte Heimatfreund, den vielen schon vorhandenen, von ihm geschaffenen Heimatstuben eine weitere beigefügt, die als Gegenstück zur Steinacher Flößerstube gelten kann. Kappel und alle Freunde heimatlicher Geschichte und Kultur werden ihm dafür Dank wissen.

----------------- Im Original hier Ende Seite 47

Zurück zum Seitenbeginn