Zum nächsten ArtikelZum vorigen ArtikelFerdinand, Dr. Johann Baptist, Neue Miszellen aus Heimat und Landschaft, Band 2 (1954-1959) 162 S.
3. Artikel: K. - Wanderung des Schwarzwaldvereins. S. 12-13

K. - Wanderung des Schwarzwaldvereins

(H. B. 10.11.1954)

Die Kartoffelsalatwanderung (K.-Wanderung) des Schwarzwaldvereins Ettenheim-Herbolzheim, jeweils Anfang November, auf Jahrzehnte alten Brauch zurückgehend, ist nahezu traditionsgeschwängert, wird also unentwegt bei jedem Wetter ausgeführt. Der Wettergott zeigt begreiflicherweise bei dieser Jahreszeit sehr unterschiedliche Mienen. Vor 2 Jahren bescherte er den Wanderern auf dem Weg zum Hünersedel und ober erst recht 40 cm Neuschnee und 1953 den herrlichsten Sonnenschein. In diesem Jahr, am 7. November, weder das eine noch das andere, aber immerhin Wetter, das, mindestens die uralte und jetzt wieder neue Note 3 (ziemlich gut) verdiente. Erst gegen Schluß, als die meisten der Wanderer schon Unterschlupf in den gastlichen Räumen der Wirtschaft zum Eckacker gefunden hatten, setzte etwas Regen ein.

Die Wanderung vom Hohen Gaisberg nach den Höhenhäusern war herrlich und bot gute Fernsicht auf die östlich des unteren Kinzigtales sich behäbig hinbreitenden respektablen Höhen des Schwarzwaldes, wie den Brandenkopf (931 m). Nach kurzer Einkehr in der Hansjakobstube zum "Kreuz" auf den Höhenhäusern ging es über Schwabenkreuz und Schwedenstein, Schutterbrunnen und Rotzeleck zum eigentlichen Ziel der Wanderung, dem   H ü n e r s e d e l .   Unterwegs hatte man vielfach Gelegenheit, die Künstlerin Natur zu bewundern, die sich auf ihrer Palette allerhand Farben zurecht gelegt hatte. Förmliche Gemälde in den buntesten Farben bot die Künstlerin den Wanderern, Im Original hier Ende Seite 12 bezaubernd schön, für den Naturfreund nahezu ergreifend. Unser Hausberg, der "FELDBERG" von uns Mittelschwarzwäldern zwischen Elz und Schutter, zeigte sich ebenfalls von seiner guten Seite und schenkte uns allerhand Ausblicke in unsere schöne Heimat.

Von da ging es dann über den Heuberg und Schönwasen (großer Grenzstein an der Grenze zwischen Ottoschwandan und Freiamt) zum "Eckacker", einem zu Mußbach, Gemeinde Freiamt, gehörenden Zinken. Hier entwickelte sich reges Leben, die freundlichen Wirtsleute Bührer waren ausgerüstet und boten einen ausgezeichneten Kartoffelsalat (darf natürlich nicht fehlen!) mit Würstchen und Rippchen und auch sonst das Beste aus Küche und Keller. Die mitgenommene Kinderschar sorgte für lustige Unterhaltung. Erfreulich, daß auch die Jugend sich jetzt mehr und mehr wieder an den Wanderungen des Schwarzwaldvereins beteiligt und so das Heraufkommen eines Nachwuchses für den Verein in Aussicht stellt.

Kurz nach 19 Uhr entführte der heimatliche Bus den ganzen Wanderklub über den Freihof, Auhof, Kirnhalden und Bleichheim in die heimatlichen Gefilde, seine "diesbezügliche" Fracht in Herbolzheim und Ringsheim abladend und den "Rest" nach Ettenheim verbringend. Ein schöner und genußreicher Tag war zu Ende gegangen!

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