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Inwieweit diese höfischen Weisen die Spruchweisheit gestaltet haben, bleibt unklar. Jedenfalls war die Weisheit an der - in Israel nur erschließbaren - Schule für Beamte oder auch für Priester (Jer 8,8-9) zuhause.
Noch in der Spätzeit gab es in Jerusalem vermutlich eine eigene Bildungsstätte. Hinter der Anrede "Vater-Sohn" mag sich das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler verbergen (Spr 1,1ff). Gab es neben Priestern und Propheten geradezu einen eigenen Stand der "Weisen", der einen "Rat" zu erteilen vermochte (Jer 18,18; vgl. Ez 7,26)?
Der Rat des Weisen war hochgeachtet (2 Sam 16,23), ja konnte sich auf Offenbarungen berufen (Ijob 4,12ff; 32,6ff).
Klug ist aber nicht nur, einen Rat zu erteilen, andere zu belehren, sondern auch auf einen Rat zu hören, sich selbst zu bilden (Spr 1,5; 10,7; 12,15).
(Vgl.: Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament (Berlin / New York 4. Auflage 1989) 321)
Dr. Jörg Sieger - Einführung in die Bibel