Zur nächsten SeiteZur vorigen SeiteDie Priesterschrift bzw. der Priesterkodex (P) Vgl.: Lothar Ruppert, Einleitung in das Alte Testament (Teil I) - autorisierte Vorlesungsmitschrift (WS 1984/85)

Kommen wir abschließend zur letzten großen Quellenschrift, zum sogenannten Priesterkodex bzw. zur Priesterschrift (P).

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1. Name, Umfang und Inhalt der Priesterschrift bzw. des Priesterkodex

Zieht man vom Penta- bzw. Hexateuch die auf J, E und Je zurückgehenden Teile sowie das Ur-Deuteronomium mit seinen späteren deuteronomistischen Zusätzen ab, dann verbleibt im Wesentlichen die Priesterschrift.

Wie man bereits vermuten kann, ist dieser Text allerdings auch wieder nicht einheitlich. Er lässt sich literarkritisch weiter aufteilen.

Man muss davon ausgehen, dass P zunächst einmal eine Geschichtsdarstellung von der Erschaffung der Welt (Gen 1,1) vermutlich bis zur Landnahme (Jos 22,9-34) zumindest aber bis zum Tod des Mose (Dtn 34,9) enthalten hat. Weiterführende Information

Diesen erzählenden Rahmen nennt man die eigentliche Priesterschrift "P" oder auch "PG" (für "Priesterschrift/Grundschrift").

Daneben fallen umfangreiche Gesetzessammlungen auf.

Sicher hat bereits der erzählende Rahmen Gesetze enthalten. Dies war aber vermutlich nicht in dem Umfang der Fall, in dem heute Gesetzestexte in der Priesterschrift auftauchen.

Man nimmt daher an, dass PG eine spätere Erweiterung erfuhr. Diese späteren Ergänzungen, "Supplementa" ("PS"), enthielten dann vor allem die großen gesetzlichen Erweiterungen, also die priesterschriftliche Kultgesetzgebung vom Sinai.

Einen ganz eigenen Ursprung dürfte das sogenannte Heiligkeitsgesetz (PH) in Lev 17-26 haben. Es scheint als eigenständiger Bestandteil zur Priesterschrift hinzugestoßen zu sein.

So kann man zusammenfassend sagen:

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a. Der Inhalt der Grundschrift

PG umfasste mit großer Wahrscheinlichkeit

und aus der Sinaierzählung:

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b. Die größeren Gesetzescorpora

Neben dem Heiligkeitsgesetz in Lev 17-26 finden sich in der Priesterschrift folgende größere Gesetzesteile:

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c. Der Inhalt des priesterschriftlichen Werkes Vgl.: Georg Fohrer, Einleitung in das Alte Testament (Heidelberg 12. Auflage 1979) 195-196

Wie schon beim Jahwisten und Elohisten soll auch hier Inhalt des Priesterkodex in einem Überblick dargestellt werden. Diese Übersicht beruht wiederum auf einer Zusammenstellung von Georg Fohrer.

Die in Klammer gesetzten Buchstaben hinter den Stellenangaben weisen wieder darauf hin, dass in die genannten Perikopen noch andere Quellenstränge hineinverwoben sind.
Um den Theorien Rechnung zu tragen, die die jahwistische Quelle in zwei Quellen teilen möchten, wurde die Fohrer'sche Terminologie - (J) und (N) - beibehalten. Diese Scheidung ist weitgehend identisch mit den Versuchen einer Unterscheidung in J und J1 oder der Scheidung in J und eine "Laienquelle" (L).

vermutete priesterschriftliche Anteile am Buch Genesis

Gen 1,1-24a Schöpfung
Gen 5 Urväter (Stammbaum Sets)
Gen 6,9-8,22 (J) Sintflut
Gen 9,1-17 Zusage an Noah und Verpflichtung Noahs
Gen 10,1-7. 20. 22-23. 31-32 Völkertafel
Gen 11,10-27. 31-32 Stammbäume Sems, Terachs und Abrahams
Gen 12,4b-5 Auszug Abrahams und Lots
Gen 13,6. 11b-12a Trennung Abrahams und Lots
Gen 16,1a. 3. 15-16 Ismaels Geburt
Gen 17 Zusage an Abraham und Verpflichtung Abrahams, Ankündigung der Geburt Isaaks
Gen 19,29 Vernichtung der Städte
Gen 21,2b-5 Geburt und Beschneidung Isaaks
Gen 23 Tod und Begräbnis der Sara
Gen 25,7-10 Tod und Begräbnis Abrahams
Gen 25,12-17 Stammbaum Ismaels
Gen 25,19-20 Stammbaum Isaaks
Gen 26,34-35; Gen 27,46-28,9 Entsendung Jakobs nach Paddan Aram
Gen 29,28b-29 Jakobs Heirat mit Rahel
Gen 30,4a. 9b Bilha und Silpa
Gen 31,18b; Gen 33,18ab Jakobs Rückkehr und Ankunft in Sichem
Gen 35,6a. 9-13. 15 Segnung und Umbenennung Jakobs
Gen 35,22b-26 Jakobs Söhne
Gen 35,27-29 Jakobs Ankunft in Hebron, Tod und Begräbnis Isaaks
Gen 36,1-2a. 4-8 Esaus Auswanderung nach Seïr
Gen 36,40-43 Häuptlinge Esaus
Gen 37,1-2 Jakob und Josef
Gen 46,6-7. (8-27) Jakobs Aufbruch nach Ägypten
Gen 47,5b-6a. 7-11; Gen 48,3-7 Jakob und seine Söhne in Ägypten
Gen 49,1a. 28bb-33; Gen 50,12-13 Jakob und seine Söhne in Ägypten

vermutete priesterschriftliche Anteile am Buch Exodus

Ex 1,7. 13-14 (N) (Zusatz: Ex 1,1-5) Bedrückung in Ägypten
Ex 2,23ab-25; Ex 6,2-7,7 Moses Berufung
Ex 7,8-13 Verhandlung mit dem Pharao
Ex 7,14-9,12 (J E); Ex 11,9-10 Plagen über Ägypten
Ex 12,1-20. 28. 40-51; Ex 13,1-2 Feier und Auszug der Israeliten
Ex 16 (JN) Wachteln und Manna
Ex 19,1 Ankunft am Sinai
Ex 24,15b-18a; 31,18a Niederlassen Jahwes und Aufstieg Moses
Ex 25,1-31,17 Anordnungen zur Einrichtung des Kultus ("Stiftshütte")
Ex 34,29-35 Herabstieg Moses vom Sinai
Ex 35-40 Ausführung der Anordnungen von Ex 25-31

 vermutete priesterschriftliche Anteile am Buch Levitikus

Lev 1-7 Opferanweisungen
Lev 8-10 die ersten Priester und Opfer
Lev 11-15 Reinheitsvorschriften
Lev 16 Ritual des großen Versöhnungstages
Lev 17-26 Heiligkeitsgesetz
Lev 27 Bestimmungen über Weihegaben

  vermutete priesterschriftliche Anteile am Buch Numeri

Num 1,1-10,10 Bestimmungen über Leviten und Lagerordnung
Num 10,11-28 Aufbruch vom Sinai und Zugordnung
Num 13,1-14,45 (JNE) Erkundung des Landes (Kaleb)
Num 15 Verschiedene Vorschriften
Num 16 (J); Num 17 Auflehnung Korachs und seiner Anhänger
Num 18 Pflichten und Rechte der Priester und Leviten
Num 19 Reinigungsvorschriften
Num 20,1a. 2-13 (N) Quellwunder, Bestrafung Moses und Aarons
Num 20,22-29 Tod Aarons, Einsetzung eines Nachfolgers
Num 22,1 Weitermarsch bis zum Jordantal
Num 25,19; Num 26 Gliederung und Zählung des Volkes
Num 27 Erbbestimmungen, Einsetzung Josuas
Num 28-30 Bestimmungen über Opfer und Gelübde
Num 31 Zug gegen die Midianiter
Num 33,1-49 Liste der Lagerstätten
Num 33,50-34,29 Anweisungen für die Besetzung Kanaans
Num 35 Leviten- und Asylstädte
Num 36 Nachtrag zu den Erbbestimmungen

vermutete priesterschriftliche Anteile am Buch Deuteronomium

Dtn 34,1 (J E). 7-9 (10-12) Moses Tod (außerdem P-Sätze: Dtn 1,3; Dtn 4,41-43)

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2. Literarische Quellen von P und ältere Traditionen

Die priesterschriftliche Grundschrift ist nun natürlich auch nicht im luftleeren Raum entstanden. Allgemein anerkannt ist, dass PG alte Traditionen verwendet.

Ob die Grundschrift bereits auf literarische Vorlagen zurückgreift, ist allerdings umstritten. Eine solche Vorlage vermutet man in einem sogenannten "Toledot"-Buch.

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a. Das Toledot-Buch

Es gibt eine Reihe von Forschern, die ein Toledot-Buch annehmen, auf das die Priesterschriftliche Grundschrift bereits hätte zurückgreifen können.

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(1) Der Name und der Anfang des Buches

Der Name der hebräische Ausdruck für "Zeugungen" ["toledot"] bedeutet soviel wie "Geschlechtsgeschichte" oder "Geschlechterfolge".

Dieses Toledot-Buch wäre dementsprechend als Geschlechtsregister zu denken. In ihm wären dann die Stammbäume gesammelt gewesen, die die Priesterschrift anführt.

Einen Anfang dieses Buches vermutet man in Gen 5,1. Dort steht der eigenartige Vers:

"Das ist das Buch der Stammbäume (des Adam)" (Gen 5,1)

Dieser Ausdruck "Buch der Stammbäume",  der hebräische Ausdruck für "Buch der Zeugungen" ["sephær toledot"], scheint ja auf ein eigenes Buch hinzudeuten, das hier begonnen hätte.

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(2) Stammbäume im Priesterkodex

Neben dem genannten Stammbaum des Adam in Gen 5,1ff finden wir weitere Stammbäume, nämlich von

und schließlich die Stammbäume von

die aber wohl wohl eher sekundär sein dürften.

Alle anderen genannten Stammbäume könnten aber einem solchen Toledot-Buch entnommen sein. Und dies ganz besonders, weil sie auch alle mit der stereotypen Wendung

"Das sind die Zeugungen von..."

eingeführt werden.

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(3) Der Stammbaum des Himmels und der Erde

Zu diesen genannten Stammbäumen kommt im übrigen noch der "Stammbaum" des Himmels und der Erde (Gen 2,4a). Interessanterweise umschreibt Gen 2,4a die Entstehung der Erde nämlich mit dem gleichen Begriff. Die der hebräische Ausdruck für "Zeugungen" ["toledot"] der Erde wird beschrieben.

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(4) Würdigung

Insgesamt liegen also 10 bzw. 11 Stammbäume vor. Wenn man mit dem Stammbaum der Erde beginnt, dann spiegeln diese Stammbäume eine Entwicklung der Welt vom Allgemeinen zum Besonderen wider.

Es beginnt mit der ganzen Welt, geht weiter über die Menschheit und das Volk Israel und - sofern man den Numeri-Stammbaum noch hinzunimmt - bis zum Priestergeschlecht Aarons.

Diese durchgehende Linie durch die verschiedenen Stammbäume könnte dementsprechend eine Konzeption andeuten, wie sie einem eigenständigen "Toledot"-Buch eigen gewesen sein könnte.

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b. Zahlenangaben in der Priesterschrift

Auf ältere Tradition greift der Priesterkodex sicher auch zurück, wenn er - wie kaum eine andere Quellenschrift - die Zahlensymbolik bemüht.

Wir haben diesen Komplex im Zusammenhang mit der allgemeinen Einleitung bereits ausführlicher behandelt. Ich möchte daher nur noch einmal auf die gegenseitige Zuordnung der Lebensalter der Urväter und Patriarchen hinweisen:

Auffällig ist weiterhin, dass die Summe der Faktoren bei den Altersangaben der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, immer 17 ergibt.

Jakob, der dabei am "jüngsten" stirbt, errechnet sein Alter aus den vollkommensten Faktoren, der 7 als Zahl der Fülle und der 3 als Zahl der Gottheit. Hiermit wird also ausgedrückt, dass die Fülle göttlichen Heilshandelns ganz auf das Haus Jakob und damit auf das Volk Israel zielt. Weiterführende Information

Deutlich wird auf jeden Fall, dass die exakten Zahlenangaben eine theologische Aussage sind und keine historischen Zeitangaben beinhalten.

Soviel also zur Aufnahme von älteren Traditionen im Priesterkodex. Wo haben wir aber jetzt den Verfasser dieser Quellenschrift zu suchen und vor allem, wann arbeitet er?

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3. Entstehungszeit und -ort der Priesterschrift

Solange man den detaillierten Zahlen, wie etwa den Altersangaben der Patriarchen, vollen Glauben schenkte, musste man der Überzeugung sein, dass der Priesterkodex die älteste Schicht des Pentateuchs ist. Sie liefert schließlich die exaktesten Angaben und scheint daher die genaueste der Pentateuchquellen zu sein.

Mittlerweile wurde dieser Fehler selbstredend korrigiert.

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a. Entstehung der Grundschrift im Babylonischen Exil und Ergänzungen bis 450 v. Chr.

Man geht heute davon aus, dass PG noch im babylonischen Exil, auf alle Fälle noch vor dem großen Rückstrom entstanden ist. Vgl. Karl Elliger, Sinn und Ursprung der priesterlichen Geschichtserzählung, in: Karl Elliger, Kleine Schriften zum AT (München 1966) 174-198; Rudolf Kilian, Die Priesterschrift - Hoffnung auf Heimkehr, in J. Schreiner, Wort und Botschaft des AT, 243-260

Damit ist der Priesterkodex, so wie er heute vorliegt, allerdings noch lange nicht vollendet. Wir haben ja bereits gesehen, dass eine Fülle von Ergänzungen vorgenommen wurden. Diese Ergänzungen dürften vor allem die gesetzlichen Elemente umfasst haben.

So rechnet man heute mit einer Fertigstellung des ganzen Priesterkodex erst um das Jahr 450 v. Chr.

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b. Die Rolle des Heiligkeitsgesetzes

Der älteste gesetzliche Bestandteil von P ist wohl im Heiligkeitsgesetz zu suchen. Diese Gesetzessammlung dürfte wohl sogar älter als PG sein. Sie scheint als eigener Block in den bis dato vorliegenden Priesterkodex eingefügt worden zu sein.

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c. Beziehungen zu anderen Werken des AT

Wichtig für eine Datierung der Priesterschrift ist auch der Blick in die anderen Bücher der Bibel. Wenn man untersucht, in welchen Büchern Stellen aus dem Priesterkodex nachwirken, dann hat man ja weitere Hinweise auf die Zeit, in der das Werk vorgelegen haben muss.

So fällt in diesem Zusammenhang beispielsweise auf, dass Ezechiel die Grundschrift PG noch nicht zu kennen scheint. Sie muss daher wohl als jünger denn Ezechiel angesehen werden. Wichtigster Beleg dafür ist, dass Ezechiel noch nichts von einem Hohenpriester weiß. Hätte er die Grundschrift bereits gekannt, müsste er von diesem Amt wissen.

Erst die nach 300 v. Chr. verfassten Chronikbücher sind nachweislich vom Priesterkodex beeinflusst.

Das steckt in etwa den Rahmen der Abfassung des Priesterkodex ab. Wir gehen daher sicher nicht fehl in der Annahme, wenn wir die endgültige Fertigstellung nicht vor 450 v. Chr. ansetzen.

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4. Der bzw. die Verfasser des Priesterkodex und die Herkunft ihrer Traditionen

Die Verfasser, genauso wie die späteren Bearbeiter dieses Werkes, sind in Priesterkreisen zu suchen.

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a. Erinnerung an die geschichtlichen Wurzeln

Ihre Absicht war anscheinend, eine Kult- und Lebensordnung für die Zeit nach der erwarteten Rückkehr ins verheißene Land zu entwerfen.

Im Gegensatz zum zeitgenössischen Propheten Ezechiel, der in Ez 40-44 prospektiv vorging, der dem Volk also eine Zukunftsvision vor Augen stellte, verwandten die Verfasser des Priesterkodex die Retrospektive.

Das Volk sollte sich an seinen geschichtlichen Wurzeln orientieren und sich nach dem Vorbild der Kult- und Lebensordnung Israels in der Wüstenzeit erneuern. Diese Wüstenzeit wurde in der Schilderung des Priesterkodex natürlich idealisiert.

Diesem Anliegen, einer idealisierten Schilderung der Vergangenheit als Orientierungsmöglichkeit für die Zukunft, dient auch die Aufnahme älterer Tradition, die die Verfasser natürlich entsprechend ihrer Intention weiterverarbeiten.

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b. Die Rolle Esras

(1) Esra als Verfasser der Grundschrift

Verschiedentlich wurde der Priester Esra, der um 445 v. Chr. nach Jerusalem kam, mit dem Verfasser des Priesterkodex bzw. der priesterschriftlichen Grundschrift identifiziert.

Dies scheint aufgrund der späten zeitlichen Ansetzung von Esra eher unwahrscheinlich zu sein.

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(2) Esra verpflichtet das Volk auf den Priesterkodex

Immerhin ist es durchaus möglich, dass Esra bei der Durchführung seiner Reformen, die sich im Buch Nehemia bzw. Esra niedergeschlagen haben, auf Teile der Grundschrift PG, vielleicht sogar schon auf den ganzen Priesterkodex zurückgreifen konnte.

Wenn in Neh 8 berichtet wird, wie Esra das Gesetz verliest und das Volk darauf verpflichtet, dann könnte mit diesem Gesetz durchaus ein Teil der Grundschrift PG bzw. des Priesterkodex gemeint sein.

Möglicherweise war es Esra, der der Priesterschrift zur allgemeinen Anerkennung verhalf.

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(3) Esra und die Endredaktion des Pentateuch

Er könnte aber auch der gewesen sein, der die Redaktion des Pentateuchs anregte. Die Einarbeitung des jahwistisch/elohistischen Geschichtswerkes in den Rahmen des Priesterkodex ist zu seiner Zeit auf jeden Fall sehr wahrscheinlich.

Damit wäre der Blick auf die Entstehung des Pentateuchs - zumindest vorläufig - abgeschlossen.

Dr. Jörg Sieger, Peter-und-Paul-Str. 49, 76646 Bruchsal,
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Letzte Änderung: 29. November 2003