Weitere Schichtungen im Volk

Bleibt mir abschließend noch ein kurzer Hinweis auf weitere Schichtungen in der jüdische Gesellschaft. Solche Schichtungen in Bezug auf das Ansehen und die Beliebtheit ergaben sich nämlich auch durch die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufen.

Presse.

Dass Zöllner und Steuereinnehmer nicht besonders beliebt waren, versteht sich fast von selbst.

Andere Berufe wurden missachtet wegen ihrer mit Schmutz und Gestank verknüpften Tätigkeit. Zu diesen Berufen gehörte etwa der Beruf der Gerber.

Wieder andere Tätigkeiten standen im Ruf, unlauter zu sein, so etwa der Beruf der Hirten und Fuhrleute.

Aber nicht nur der Beruf, auch die Vollzugehörigkeit zu Israel spielte eine große Rolle, was das gesellschaftliche Ansehen anging. Die Geschlechterregister in den Büchern Esra, Nehemia und der Chronik vermögen anzuzeigen, welchen Wert man der blutmäßigen Zugehörigkeit zum Volk zumaß.

Für die Priester war die Kenntnis ihrer Genealogie demnach von großer Bedeutung. Für bestimmte Ehrenämter wie Gemeindevorstand, Almosenpfleger oder auch für das Amt eines Mitglieds des Synhedrions kamen natürlich bevorzugt Israeliten reiner Abstammung in Frage.

Schon von daher ist es natürlich bedeutsam, dass Jesus dem Geschlecht Davids entsprossen war. Dies hob selbstverständlich das Ansehen der Familie des Josef von Nazaret.

Anmerkung

1) Vgl.: Joachim Gnilka, Jesus von Nazareth (Herders Theologischer Kommentar zum NT - Supplementband 3) (Freiburg/Basel/Wien 1990) 66-74.

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Letzte Änderung: 15. März 2011