Gruppen des antiken Judentums im Bestreben nach einem gottgefälligen Leben

1. Ein verbreitetes Phänomen

Zu dem bisher gesagten kam, dass wir uns in einem Zeitalter befinden, in dem es beinahe chic war, sich aus den Städten zurückzuziehen und eine Erneuerung auf dem Land bzw. in der Wüste zu suchen. Die Städte entsprachen ja nicht nur in Israel nicht mehr dem Ideal vom reinen, ursprünglichen Leben.

Ein ganz ähnliches Phänomen lässt sich in der gleichen Zeit ja auch im römischen Bereich beobachten. Reiche Römer suchten eine Alternative zum Stadtleben und mühten sich um eine idealisierte Rückkehr zu "väterlichen Gebräuchen". Sie zogen sich ins Landleben rund um das Landhaus, die römische "Villa", zurück.

Wir haben es hier also vermutlich mit einer allgemeinen Erscheinung der damaligen Zeit zu tun, einem allgemeinen Brauch, einer Art Mode. Man suchte die wohltuende Verbindung mit der idealisierten alten Zeit außerhalb der Städte.

Nur ließ sich solch ein Rückzug aus dem mit Skepsis betrachteten Stadtleben in Palästina nicht so einfach und bequem bewerkstelligen wie in der Umgebung des antiken Roms. Verließ man die palästinischen Städte, so landete man oftmals unweigerlich in der Wüste, oder besser in einer steinigen, unwirtlichen Einöde. So sind die Aussteigergruppierungen in Palästina auch stärker von einem asketischen Geist geprägt, als diejenigen, die wir aus dem wohligen Klima Italiens kennen.

2. Berichte über solche Gruppen

Solche Reformgruppierungen aus der Zeit Jesu sind uns aus der außerbiblischen Literatur durchaus bekannt. Philo von Alexandrien und Flavius Josephus beispielsweise berichten im 1. Jahrhundert n. Chr. von solchen Menschen.

Flavius Josephus - wie Philo ein griechisch sprechender Jude - schreibt etwa von einer fest organisierten Gruppe, die in, zumindest nomineller, Gütergemeinschaft lebte. Sie hatte sich vom Tempel abgesondert und wird von Flavius mit dem Namen "Essener" bezeichnet.

Auch Philo von Alexandrien erwähnt diese Essener. Seiner Schilderung nach sind diese Leute aber eher in den Städten und Dörfern Palästinas anzutreffen. Sie leben - gemäß seinem Bericht - dort verstreut unter der übrigen Bevölkerung.

Noch einmal davon zu unterscheiden sind die Therapeuten, die Philo in seiner Schrift "Über das betrachtende Leben" beschreibt.

3. Qumran und die "Essener"

a. Der ältere Konsens

Die Höhlen von Qumran.

Als man nun im Jahre 1947 in Qumran die wohl bedeutendste Sammlung von Handschriften aus der Zeit um die Zeitenwende entdeckte, glaubte man diese rätselhafte Gruppe der Essener genauer fassen zu können. Viele der Texte, die man in den Höhlen am Toten Meer gefunden hatte, erinnerten an die Berichte bei Philo und Flavius Josephus. Und so glaubte man hier gleichsam das Schrifttum einer solchen monastischen Gemeinschaft aus essenischen Kreisen vorliegen zu haben.

Man identifizierte nun die Menschen, die in Qumran gelebt hatten, ganz einfach mit diesen Essenern oder auch mit den Therapeuten, die Philo erwähnte. Und man versuchte nun das Selbstverständnis dieser Menschen aus der Fülle des Schrifttums, das man in den Höhlen gefunden hatte, zu erschließen.

Von daher spricht man in der heutigen Literatur üblicherweise von den "Qumran-Essenern" und meint damit, in aller Regel, eine Gemeinschaft von Menschen, die nach einer festen Ordnung, beinahe ordensähnlich, in dieser Siedlung am Toten Meer gelebt haben.

Die Diskussion um die Qumran-Texte in den letzten Jahren hat aber gezeigt, dass dieser Schluss recht voreilig und von einer ganzen Reihe von Vorurteilen geprägt war.

b. Anfragen an den älteren Konsens

So muss man sich ja schon die Frage stellen, ob es denn wirklich wahrscheinlich ist, dass alle Schriften, die in den Höhlen bei Qumran gefunden wurden, tatsächlich auch dort entstanden sind. Das wäre ja genau so, als würde man davon ausgehen, dass alle Bücher, die ein moderner Wissenschaftler in seinem Bücherregal stehen hätte, auch von ihm selbst verfasst worden wären.

Gerade die vielen unterschiedlichen Texte, etwa aus Höhle 4, machen es in ihrer Vielfalt und inneren Unterschiedlichkeit aber ganz unmöglich, dass man sie als Produkt einer einzigen Sektentheologie versteht. Sie reichen vom Lobgedicht auf Alexander Jannaeus bis zu mystischen Texten über den Thronwagen, von astrologischen Texten über Amulette gegen böse Geister bis hin zu Einzelregelungen für den Mann, der seine "körperlichen Ausflüsse liebt", was auch immer das heißen mag.

c. Versuch einer neuen Antwort

Man wird nun viel sinnvoller von der These ausgehen müssen, dass man hier, in den Höhlen von Qumran, unmittelbar vor dem Ende des jüdisch-römischen Krieges gegen 68 n. Chr. ganz einfach Schriften versteckt hat, um sie vor dem Zugriff der Römer zu bewahren bzw. vor etwaiger Zerstörung durch kriegerische Einflüsse zu schützen. Der gute konservatorische Charakter der Höhlen am Toten Meer war den Menschen auch damals schon bekannt.

So können wir absolut nicht davon ausgehen, dass alle Schriften, die man in Qumran gefunden hat, etwa vom gleichen Ursprungsort stammen. Wir wissen auch nicht, wer sie wann genau eingelagert hat. Und noch viel weniger wissen wir, welche Schrift zu welchem Zweck, wann und wo genau verwendet wurde.

Dass es sich bei den Schriften von Qumran um die Bibliothek des Tempels in Jerusalem handeln würde - wie einige Forscher in jüngster Zeit vermutet haben ?, ist wieder eine neue Theorie, die im Letzten jeder Grundlage entbehrt. Es gibt in den Schriften selbst keinerlei Hinweis darauf. Der Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger bemerkt zu diesem neuen Erklärungsversuch lediglich:

"Man will und muss es immer ganz genau wissen."

Wir können über die Herkunft der Qumranschriften demnach nichts Gesichertes sagen. Wir können lediglich feststellen - das aber ist bereits ungeheuer viel -, dass wir es hier mit einem bedeutenden Auszug aus der jüdischen Literatur des 2. vorchristlichen bis 1. nachchristlichen Jahrhunderts zu tun haben.

Da viele der Qumran-Schriften in Auszügen zudem auch außerhalb von Qumran belegt sind, kann man möglicherweise sogar davon ausgehen, dass wir durch die Funde von 1947 so etwas wie einen gleichsam repräsentativen Querschnitt durch die jüdische Literatur der damaligen Zeit vorliegen haben. Das heißt aber, dass das, was wir in den Qumran-Schriften finden, nicht etwa das Denken einer einzigen Sekte, etwa der sogenannten Qumran-Essener, darstellt, sondern vielmehr verbreitetes Gedankengut der unterschiedlichsten jüdischen Gruppen der damaligen Zeit ist.

Wir können aus den Texten von Qumran, wenn diese Voraussetzung stimmt, demnach mit einiger Sicherheit erheben, was das zeitgenössische Judentum, oder zumindest Teile des Judentums zur Zeit Jesu gedacht, geglaubt, erhofft und erwartet haben.

4. Was ergibt sich aus den in Qumran gefundenen Texten?

Es ist demnach nicht nur interessant, sondern für das Verständnis der neutestamentlichen Schriften auch höchst wichtig, die Aussagen der Texte von Qumran mit der Botschaft der frühen Christengemeinden zu vergleichen. Wenn man dies tut, dann zeigt sich, dass sich das jüdische Denken auch nach Abschluss der Werke, die ins Alte Testament Eingang gefunden haben, weiterentwickelt hat. Viele Aussagen, die wir dann in neutestamentlichen Schriften finden, sind nun auch in Texten aus Qumran belegt.

Das aber bedeutet, dass vieles vom Gedankengut des Christentums zur Zeit Jesu gleichsam in der Luft lag. Jesus, der Jude war und vom jüdischen Denken seiner Zeit geprägt war, konnte in Vielem auf Dinge zurückgreifen, die in seinem Umfeld ganz einfach da waren.

Sehen wir uns unter dieser Voraussetzung die Aussagen der in Qumran gefundenen Schriften überblickhalber einmal an.

a. Die wichtigsten Berührungspunkte mit dem Neuen Testament

Dabei zeichnen sich schon von der Form her eine Fülle von Gemeinsamkeiten zwischen der späteren christlichen und der damaligen jüdischen Literatur ab.

(1) Vorkommen gleicher Gattungen

Qumrantexte bieten genauso wie dann die neutestamentliche Briefliteratur die Gattungen

Es finden sich darüber hinaus

(2) Gleiche Theologien

In theologischer Hinsicht fällt auf, dass viel stärker, als etwa in den alttestamentlichen Texten zur Zeit der Entstehung der in Qumran gefundenen Schriften Mittlerfiguren zwischen Gott und Mensch wichtig geworden sind. Die Engel, der Teufel, aber auch der Messias spielen nun häufig eine ganz zentrale Rolle.

Darüber hinaus werden in den Qumran-Texten, ganz ähnlich wie im Neuen Testament Bilder vom Ende der Zeiten entworfen.

(3) Umkehrbewegung innerhalb Israels zu dessen Erneuerung

Die wirklich wichtigen Gemeinsamkeiten liegen jedoch in zwei Bereichen:

Zum einen weisen einige Qumrantexte eine ganz auffallende Ähnlichkeit zum frühen Christentum auf und zwar darin, dass sie von einer Umkehrbewegung innerhalb Israels sprechen. Das heißt, die Verfasser dieser Texte verstanden sich ganz ähnlich wie die frühen Christen als eine Umkehrbewegung innerhalb Israels, die dessen Erneuerung vorantreiben wollte.

Von daher finden wir in den Schriften von Qumran Vorstellungen, die auch an vielen Stellen des Neuen Testamentes begegnen:

Selbstverständlich wird in den Texten von Qumran auch davon gehandelt, wie Menschen zu begegnen ist, die sich als unwürdig erweisen, in einer solchen erneuerten Gemeinde der Vollkommenen weiter zu leben. Es wurde also ausdrücklich über Ausschlussverfahren für Unwürdige nachgedacht. Auch hier gibt es Parallelen zu neutestamentlichen Stellen.

(4) Sünde, Gnade, Rechtfertigung

Der zweite Bereich der Übereinstimmung betrifft besonders die paulinische Theologie und dort speziell die Aussagen über Sünde und Gnade, bis hin zur Rechtfertigung des Gottessohnes . Hier finden wir eine Reihe von Analogien in den Qumrantexten, und das vor allem in den Hymnen. Die Gattung der Hymnen ist auch sonst im Judentum dieser Zeit der Ort der tiefgründigsten Frömmigkeit.

(5) Fazit

Wir stellen also fest, dass vieles von dem, was später als originär christlich bezeichnet wurde, zur Zeit Jesu durchaus im Judentum vorbereitet war. Dies ist umso wichtiger, als wir Christen uns immer wieder vor Augen führen müssen, dass es zwischen erstem und zweitem Bund keinen eklatanten Bruch gibt. Jesus bringt nichts Neues. Er bringt die einmal begonnene Offenbarung Gottes lediglich auf den Punkt.

b. Was fehlt in Qumran?

Gibt es nun aber dennoch Bereiche, die in den Schriften von Qumran fehlen? Wo setzen die neutestamentlichen Bücher, andere Akzente, als die Schriften, die man am Toten Meer gefunden hat?

(1) Keine Reich-Gottes-Vorstellung

Das Wichtigste in diesem Zusammenhang ist: Es fehlt eine Vorstellung vom Reich Gottes. In Qumran findet sich keine Reich-Gottes-Vorstellung, die der Auffassung Jesu vergleichbar wäre. Es wird nirgendwo von einem kommenden oder zu enthüllendes Reich Gottes gesprochen.

Wenn überhaupt, dann gibt es lediglich ein gegenwärtiges Gottesreich im Himmel oder es gibt ein Reich Gottes, an dem die Hymnenbeter Anteil haben oder dann das Reich, dessen Träger Israel unter den Völkern ist. Nirgendwo aber wird von einer Gottesherrschaft gesprochen, die kommen wird.

Nur an einer Stelle findet sich eine Anspielung auf Dan 7, auf die Vision von den vier Tieren, die ja als Reiche gedeutet werden. Diese Anspielung bleibt aber ganz im Rahmen militärischer Ausdeutung.

Da eine ausgeprägte Reich-Gottes-Botschaft den Qumran-Schriften offensichtlich fremd ist, gibt es selbstverständlich auch keine Gleichnisse, die vom Gottesreich handeln. Dieser für die neutestamentliche Literatur wichtige Bereich fehlt hier völlig.

Es fehlt auch jeder Hinweis auf ein Zeitverständnis, wie wir es bei Paulus finden, dass nämlich die entscheidende Erlösung schon geschehen sei und alles Künftige nur noch dessen Konsequenz wäre.

(2) Kein betontes Charismatikertum

Darüber hinaus fehlt das hohe Maß an Personenzentriertheit wie wir es aus den frühchristlichen Schriften kennen. Diese sind ja insgesamt jeweils an besonderen Charismatikern orientiert, also an Jesus selbst, oder an Paulus, Petrus oder etwa Johannes. Die biographischen Gattungen, die diese Personenzentriertheit hervorbringt, finden sich in Qumran nicht.

Auch die in Qumran aufgefundenen Notizen über Henoch und Noah sind von Biographien weit entfernt - sieht man von Noahs Geburtsgeschichte einmal ab.

Das Fehlen dieser Elemente weist aber darauf hin, dass neben der Reich-Gottes-Eschatologie in den Qumrantexten auch der zweite Grundpfeiler des Urchristentums fehlt: ein betontes Charismatikertum.

(3) Keine Wunderberichte

Von daher ist es zu erklären, dass auch Wunderberichte oder Berichte über Dämonenaustreibungen fehlen. Lediglich in der Nacherzählung der Abrahamsgeschichte findet sich einmal der Bericht einer Heilung und eines Exorzismus durch Handauflegung. Abraham sagt dort über Pharao:

"Und ich betete für ihn zu seiner Heilung und legte meine Hände auf sein Haupt, und die Plage wurde von ihm entfernt und der böse Geist ihm ausgetrieben, und er wurde wiederhergestellt."

Dies ist der einzige Text, der das Wirken einer charismatischen Persönlichkeit schildert. Ansonsten fehlt dieser Zug in den Qumrantexten völlig.

Es finden sich zwar eine Reihe von magischen Texten , aber nirgendwo werden diese mit Persönlichkeiten oder zumindest mit Erzählungen über den Erfolg dieser Praktiken verbunden.

(4) Kaum namentliche Erwähnungen

Auch werden in Qumran in aller Regel Personen nicht mit Namen genannt. Nur in einem einzigen Dokument werden einige Übeltäter namentlich erwähnt.

Vergleichbar ist dann wieder die berühmte Gestalt des "Lehrers der Gerechtigkeit", die in mehreren Schriften erwähnt wird, und über die viel gerätselt wurde. Auch sie ist zwar namenlos, sie hat aber eine gewisse Parallele in dem ansonsten ja auch namenlosen "Jünger, den Jesus liebte".

Diese Person aus dem Johannes-Evangelium ist im christlichen Bereich aber ein Einzelfall. Aus der Frühzeit des Christentums sind uns ansonsten eine Fülle von Namen und konkreten Plätzen überliefert. Dieser unterschiedliche "Stil" ist nun aber nicht nur eine oberflächliche Erscheinung, sondern vor allem ein Indiz für ein ganz ausgeprägtes frühchristliches Charismatikertum.

(5) Kaum Briefe

Weil solch ein Phänomen aus den in Qumran gefundenen Schriften nicht zu erheben ist, fehlen auch direkt auf einen einzelnen oder eine einzelne Gemeinde bezogene Mahnreden oder Argumentationen. Die Gattung des Briefes ist so in den Texten von Qumran nur selten vertreten.

Eine Gemeinsamkeit mit dem Inhalt der frühchristlichen Briefe ist immerhin darin zu sehen, dass öfter von Bruderliebe, also der Liebe gegenüber dem Genossen in der Gruppe, als von Nächstenliebe, also der Liebe gegenüber den Menschen allgemein, gesprochen wird. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Schriften an konkrete Gemeinden bzw. Gruppen unter den Qumran-Texten weitgehend fehlen.

(6) Keine Märtyrerberichte und keine Sühnetodvorstellung

Nachdem Personen nicht namentlich erwähnt werden, die charismatische Einzelfigur in den Qumrantexte keine Rolle zu spielen scheint, fehlen in den dort gefundenen Schriften dann natürlich auch alle Berichte über Martyrien oder ähnliches, eine Gattung, die im frühen Christentum ja sehr wichtig geworden ist.

Auch der Gedanke vom Sühnetod fehlt demnach in den Qumrantexten. Dieser Gedanke würde ja eine Persönlichkeit voraussetzen, die stellvertretend für andere in den Tod geht.

Nur einzelne Denkkategorien werden "zur Verfügung gestellt", so etwa die Verbindung von Sühne und Loskauf .

(7) Keine Erwähnung einer allgemeinen Totenauferstehung

Bleibt noch zu erwähnen, dass in den Texten von Qumran auch nicht von einer allgemeinen Totenauferstehung die Rede ist.

c. Fazit

Diese Auffälligkeiten, vor allem aber die Parallelen zu den neutestamentlichen Texten sind - um es noch einmal ausdrücklich zu betonen - deshalb so wichtig, weil in den Texten von Qumran, den Schriftauslegungen, den Gebeten, den Hymnen und Apokalypsen das Herz des Judentums zur Zeit Jesu schlägt. Aus einem Judentum solcher Art ist Jesus hervorgegangen.

Und diese Texte zeigen uns nun eine Frömmigkeit, die erwartet, dass durch rigorose Erfüllung des Willens Gottes und durch genaue Beobachtung des Kalenders und aller Tempelvorschriften die Welt doch noch in Ordnung kommen wird. Die Wirklichkeit wird sich im Namen Gottes schon fügen, wenn nur irgendwo vollkommene Gerechtigkeit praktiziert würde. Gut und Böse, Lohn und Strafe teilen sich dann wunderbar und wie auf einen Wink hin auf.

Dieses phantastische Verhältnis zur Realität ist bereits auf dem Weg zu den noch etwas gewagteren Aussagen des frühen Christentums. Dort wird ja betont, dass Jesus der Messias durch ein bloßes Wort Tote erwecken konnte, ja dass er selbst das Wort gewesen ist, durch das die Welt geworden ist.

In der christlichen Botschaft ist es also nicht mehr eine ganze Gruppe von observanten Gerechten, an denen alles hängt - es gibt nur noch einen einzigen Gerechten, und die vollständige, unfassbare Versammlung allen Heils in ihm. Das ist letztlich das wirklich originär Christliche.

Anmerkungen

1) Vgl.: Klaus Berger, Qumran und Jesus - Wahrheit unter Verschluß (Stuttgart 2. Auflage 1993) 45-46.

2) Vgl.: Klaus Berger, Qumran und Jesus - Wahrheit unter Verschluß (Stuttgart 2. Auflage 1993) 47-48.

3) Vgl.: Klaus Berger, Qumran und Jesus - Wahrheit unter Verschluß (Stuttgart 2. Auflage 1993).

4) Vgl.: Klaus Berger, Qumran und Jesus - Wahrheit unter Verschluß (Stuttgart 2. Auflage 1993) 45-49.

5) Vgl.: Klaus Berger, Qumran und Jesus - Wahrheit unter Verschluß (Stuttgart 2. Auflage 1993) 43.

6) Vgl.: Klaus Berger, Qumran und Jesus - Wahrheit unter Verschluß (Stuttgart 2. Auflage 1993) 129-133.

7) 1 QH 4,29-31; 7,16-18.

8) 1 Q Gen Apokr 20,28f.

9) 4 Q 560: gegen böse Geister.

10) 4 Q 477.

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Letzte Änderung: 15. März 2011