Weiterführende Information

Marie-Joseph Lagrange (Taufname Albert) wurde am 7. März 1855 in Bourg-en Bresse (Ain) geboren. Im Jahr 1879 trat er in den Dominikanerorden ein. Von 1884 bis 1888 war er Professor für Kirchengeschichte und Philosophie in Salamanca und Toulouse. Von 1888 bis 1890 studierte er orientalische Sprachen in Wien. Im Jahre 1890 gründete er die École Biblique, an der er bis 1914 und von 1918 bis 1935 wirkte. Die "Revue Biblique" gründete er im Jahre 1900. Im Jahre 1903 wurde er Konsultor der Bibelkommission. Nachdem er die theologischen Grundlagen einer katholischen kritischen Exegese gelegt hatte erforschte er zuerst das AT und seine religiöse Umwelt. Danach wandte er sich dem NT und seiner Umwelt zu. Er verfasste zahlreiche Abhandlungen über semitische, orientalische und hellenistische Religionsgeschichte. Die Palästinologie hat er durch die Gründung der École Biblique sowie durch Forschungsreischen (Sinai, Petra) gefördert. Seine größte Bedeutung liegt aber darin, dass er entscheidend zur Einführung einer kritischen wissenschaftlichen Methode in die katholische Exegese beigetragen hat. Stark umstritten zur Zeit des Modernismus, wurden seine kritischen Ansichten über die katholische Wissenschaft allmählich angenommen und über Lagrange hinaus weitergeführt. Marie-Joseph Lagrange starb am 10. März 1938 in St.-Maximim (Var).

(Vgl.: Pierre Benoit, Art.: Lagrange, in: LTHK (1961) VI/731)

           

Dr. Jörg Sieger - Einführung in die Bibel