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Die
Schriften, in denen das hebräische Alte Testament überliefert wurde ![]()
Als die ältesten Bestandteile des Alten Testaments in vorexilischer Zeit, also grob gesagt zwischen 1000 und 500 v. Chr., zum ersten Mal aufgezeichnet wurden, war in Palästina-Syrien diese phönizisch-althebräische Schrift in Gebrauch.
Sie blieb es auch bis weit über das Exil hinaus, dann natürlich in einer etwas weiterentwickelten Form.
In der Zwischenzeit wurde das Hebräische jedoch von einer anderen Sprache verdrängt. Das Aramäische, die internationale Verkehrssprache im Assyrerreich und dann Amtssprache der persischen Reichskanzlei, setzte sich im 4. Jahrhundert v. Chr. im gesamten Nahen Osten durch.
Zur Zeit Jesu wird beispielsweise durchweg aramäisch gesprochen. Auch Jesus sprach nicht hebräisch. Dies lässt sich an einem kleinen Beispiel verdeutlichen:
Psalm 22 beginnt im hebräisch abgefassten Psalter mit den Worten:
[">eli >eli lama >asabtani"]. (Ps
22,2)
Das ist die hebräische Version. Jesus, der wie alle seine Zeitgenossen aber aramäisch spricht, zitiert ihn am Kreuz deshalb auch auf aramäisch. Von daher werden seine Worte am Kreuz denn auch auf aramäisch überliefert. Im Neuen Testament stehen daher die Worte:
["Eloi, eloi lema sabachthani?"]
(Mk 15,34)
Dies ist übrigens ein wichtiger Hinweis darauf, dass Jesus diesen Satz am Kreuz tatsächlich gesprochen hat. Ein späterer Autor hätte, wenn er Jesus diesen Ausspruch in den Mund hätte legen wollen, mit Sicherheit den hebräischen Wortlaut des AT zitiert.
Das Aramäische ist mit dem Hebräischen verwandt, wenngleich es auch nicht, wie oft behauptet, von ihm abstammt. Es hat seine eigene Geschichte und vielleicht sogar eine größere Bedeutung als das Hebräische.
Im Zeitraum vom 4. bis 2. Jahrhundert v. Chr. machte sich die Tatsache, dass man in Israel eine andere Sprache verwandte, auch in der Schrift deutlich. In diesem Zeitraum wurde die Verwendung der althebräischen Zeichen weitgehend durch die der aramäischen Quadratschrift ersetzt.
Die Quadratschrift hat ihren Namen von der Form ihrer Buchstaben, die man fast allesamt in ein Quadrat einschreiben kann.
Nun schrieb man aber auch die alten, hebräischen Texte nicht mehr in der alt-hebräischen Schrift, sondern verwandte einfach die nun übliche aramäische Quadratschrift.
Von daher ist erklärbar, dass die hebräische Bibel nicht in althebräischen Zeichen, sondern in der aramäischen Quadratschrift überliefert ist.
Dies ist etwa ähnlich einzuschätzen, wie etwa der Wechsel von deutscher Schrift zu lateinischer Schrift in den Druckerzeugnissen unseres Jahrhunderts. Zu Beginn unseres Jahrhunderts wurden deutschsprachige Bücher ja auch noch in der sogenannten deutschen Schrift gedruckt. Mittlerweile wurde die Schrift einfach durch die lateinische ersetzt und die deutschen Zeichen geraten weitgehend in Vergessenheit.
Nichtsdestoweniger gab es bis weit in nachchristliche Zeit die Verwendung der althebräischen Schriftzeichen neben der aramäischen Quadratschrift.
Anscheinend wurde sie als Buchschrift weiter verwendet und erlebte in der Zeit des Nationalismus und der Restauration unter den Makkabäern eine Renaissance. Sie erscheint auf jeden Fall bei den Texten, die man in Qumran gefunden hat, auf Schriftstücken, die aus derselben Zeit stammen, wie in Quadratschrift abgefasste Texte.
Aus jüdischen Nachrichten in Mischna und babylonischem Talmud geht hervor, dass es noch in den beiden ersten Jahrhunderten n. Chr. Bibelhandschriften in althebräischer Schrift gab, denen allerdings nicht der höchste Grad der Heiligkeit zuerkannt wurde wie den Rollen in der Quadratschrift.
Doch muss die althebräische Schrift zumindest eine Zeitlang als besonders heilig gegolten haben. Wenigstens möchte man sich so eine auffallende Besonderheit in einigen der neugefundenen Texte erklären:
Das zuletzt genannte Fragment bestätigt die Angabe des Origines, der behauptet, dass man in korrekten Abschriften des griechischen Alten Testaments für das Tetragramm althebräische Buchstaben verwendete.
Noch im 5. Jahrhundert n. Chr. finden wir in einem griechischen Aquilafragment den Gottesnamen in althebräischen Buchstaben.
Am Rande möchte ich im Übrigen darauf hinweisen, dass auch die Samaritaner ihr heiliges Buch, die Tora, in althebräischer Schrift tradiert haben.
Entgegen der bisherigen Annahme haben sie sich
wahrscheinlich erst in hasmonäischer Zeit endgültig von den Juden getrennt.
Vielleicht haben sie die Schrift deshalb in althebräisch tradiert, weil sie
den Anspruch auf ältere und reinere Tradition erhoben haben und in der
Einführung einer neuen Schrift eine unbefugte Neuerung sehen mochten. ![]()
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Letzte Änderung: 14. März 2011